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Bei NVIDIA werden die kleinen Chips knapp – mit beschnittenen RTX-Chips steuert man nun wohl gegen

Vor ungefähr zwei Tagen ging die Meldung durch die Medien, dass Galax eine GeForce GTX 1650 Ultra auf den Markt gebracht habe, auf der statt des kleinen TU117-300 ein neue TU106-125 stecken wurde. Damit wäre dies auch der erste physikalisch existente RTX-Kastrat, der  auf dem Markt gesichtet wurde. Ich habe mich deshalb erst einmal auf Spurensuche begeben und durchaus Interessante Dinge erfahren können.

Auf die Nachfrage an Hersteller und Notebook-OEMs kam die übereinstimmende Auskunft “Shortage”, also dass es sich um eine aufkommende Verknappung handele, die sich aber bereits seit einiger Zeit abgezeichnet hätte. Vor allem der anfangs unerwartet hohe Bedarf aus Richtung der Notebook-Industrie hätte zu einer Verknappung vor allem auf dem asiatischen Markt geführt, wo kleinere Chips für die boomende eSports-Szene traditionell stärker nachgefragt werden.

Dass NVIDIA nun aus den im Laufe vieler Monate mit Sicherheit angefallenen teilfunktionalen RTX-Chips mit dem TU106-125 einen TU117-300-Ersatz schafft, der von den Specs her erst einmal gleich aussieht, ist da nur eine logische Folge. Nur kann man das nicht von heute auf morgen einfach mal so umlabeln, sondern muss diesen Schritt ebenfalls schon längerfristig geplant haben. Denn sowohl die Beschriftung der Chips als auch die funktionelle Freischaltung per Hardware-Strap muss vorm bzw. beim Packaging erfolgen, also dem Moment, wo der Chip auf die BGA-Platine kommt.

 GTX 1650 SuperGalax GTX 1650 UltraGTX 1650 (neu)
GTX 1650 (alt)
ChipTU116-250TU106-125TU117-300TU117-300
CUDA Cores1.280896896896
Basistakt1.5301.4101.4101.410
Boost-Takt1.7251.5901.5901.590
Speicher4 GB GDDR64 GB GDDR64 GB GDDR64 GB GDDR5
Bandbreite12 Gbps12 Gbps12 Gbps8 Gbps
Interface128 Bit128 Bit128 Bit128 Bit
TDP100 W90 W75 W75W

Allerdings geschieht diese Umwidmung mit zwei Nebeneffekten. Erstens steigt die TDP von 75 auf 90 Watt, da man die RTX- und Tensor-Cores zwar funktionell lahm legt, die elektrisch aber weiterhin angebunden bleiben, was beim schlankeren TU117-300 gar nicht erst existiert. Trotzdem ist diese Karte bereits jetzt ein echter Geheimtipp, denn im Gegensatz zu den echten GeForce GTX mit Turing Architektur verfügt dieser ehemalige RTX-Chip über den neuen Video-Encoder. NvEnc mit dem TU106-117 funktioniert also perfekt, was die ganzen Streamer bereits jetzt für diese Karte schwärmen lässt. So zumindest auch ein Kommentar aus China.

Ich habe auch bei Galax direkt im Headquarter in Hong Kong nachgefragt. Bedauerlicherweise ist diese Karte im Moment einzig und allein für den chinesischen Markt vorgesehen, zumal der TU106-125 wohl eher eine temporäre Lösung sein dürfte, bei eine Nach-Corona-Sättigung eingetreten ist. Denn man erklärt sich diesen Engpass auch über den sprunghaft angestiegenen Absatz an entsprechenden Notebooks und Fertig-PC im unteren Preissegment. Womit der deutsche Markt wohl kaum erreicht werden dürfte. Schade eigentlich.

Was allerdings als interessante Erkenntnis übrig bleibt ist der Umstand, dass NVIDIA ganz Offensichtlich in der Lage ist, selbst große Chips fast schon beliebig aufteilen zu können, um jedes nur erdenkliche Leistungsziel damit erreichen zu können. Diese Art von Flexibilität ist in dieser Form bisher einzigartig und man hat es mit der Einführung der Super-Karten bereits sehen können. Soweit heruntergebrochen wie dieses Mal hat man es aber bisher nicht.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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