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AMD’s Radeon RX 5600 (XT) schon im Januar 2020 als Navi10-Ableger mit 6 GB RAM und 3/4 Ausbau? | Nachgefragt

Dass sich AMDs Radeon RX 5500 XT derzeit eher schleppend verkauft ist kein Geheimnis, denn die angebotenen Karten sind für das Gebotene vielen Kunden einfach zu teuer. Im Durchschnitt sogar langsamer als eine alte Radeon RX 590 als letzte Polaris-Iteration, ist diese Karte nicht mehr als ein viel zu teures Side-Grade und eigentlich nur ein Ersatz für die noch ältere Radeon RX 580. Und genau da hat AMD sich selbst ein Problem geschaffen, denn während man die RX 590 bereits EOL gesetzt hat, wird die RX 580, so die internen Quellen richtig liegen, noch bis weit ins Jahr 2020 weiterhin verfügbar sein. Das ist Eigenkannibalismus pur und keine gute Ausgangsposition für die Radeon RX 5500 XT, die ich im Launchartikel bis auf den Preis und das etwas arg knappe Speicherinterface eigentlich noch recht passabel fand.

Allerdings ist die Radeon 5500 XT sicher alles Mögliche, nur eben kein brauchbarer Vega-Ersatz, wenn es schon für Polaris nicht vollumfänglich reicht. Da diese Karten ebenfalls schon eine Weile EOL sind, muss AMD dem Handel und den Kunden dringend einen Ersatz bieten, der genau diese Leistungsklasse samt Preispunkt trifft, wenn man nicht auch dieses Feld noch komplett an Nvidia verlieren möchte.  Gemunkelt wird über eine Radeon RX 5600 XT ja schon eine ganze Weile und es wäre jetzt reichlich müßig, alle Gerüchte noch einmal aufzuwärmen oder zusammenzufassen.

Symbolic Picture

Aus eigenen Quellen bei den regulären Boardpartnern von AMD und einem Grafikkartenproduzenten in China, dem der Boardpartnerstatus zu teuer ist und als Korsett das Asia-Geschäft aus seiner Sicht eher erschwert, haben sich nun übereinstimmende Informationen verdichtet, die ich meinerseits gern zusammenfassen würde, weil sie plausibel erscheinen. Denn so viel mehr Zeit, um noch einmal alles komplett umzustoßen, bleibt ja nicht.  Um den Chip schneller und auch für die Boardpartner günstiger bereitstellen zu können, setzt man laut den Quellen übereinstimmend auf Navi 10, wobei man hier natürlich auch wieder die große Salvage-Flöte spielen kann, was nichts Ehrenrühriges, sondern wirtschaftlich sogar sehr sinnvoll ist.

Da bietet sich das Beschneiden per Hardware-Strap bestens an, so dass die Chips pin-kompatibel zu den bereits existierenden Platinen der Boardpartner bleiben würden, was wiederum die Release-Zeit stark verkürzt und die Kosten minimiert. Da man aber nicht wild irgendetwas “von außen abschalten” kann, bleibt am Ende nur das Aufteilen der Shader Engine und deren 4 großen Blöcken mit den 40 RDNA Compute Units, respektive den 80 Scalar Prozessoren, 2560 Stream Prozessoren, 160 bilinearen Filtereinheiten und der insgesamt vier 64-Bit Speicher-Controller samt 4 MB L2 Cache.

Possible Cut

Wenn man hier auf einfachstem Weg kürzen möchte, dann liefe dies auf am ehesten auf eine 3/4 Lösung hinaus, die dann auch perfekt zu den als wohl gesichert geltenden 6 GB Speicher passen, da einer der Speichercontroller ja entfallen müsse. Somit ergibt sich am Ende ein aggregierter 192-Bit-Bus für den Speicher, der dann 6 oder 12 GB umfassen kann (wobei Letzteres natürlich nur theoretischer Natur ist).  Des Weiteren kann man auf 3 MB L2-Cache schließen und sich auch den Rest ausrechnen, der dann auf 30 Compute Units (CU) hinausliefe. Damir ergäben sich dann 1920 Streaming Prozessoren, 120 Textureinheiten, 48 ROPs für eine RX 5600 XT, die dann theoretisch, einen gleichen Takt vorausgesetzt, ungefähr 75% der Performance einer RX 5700 XT bringen könnte. 

Würde man seitens AMD jedoch die möglichen 70 bis 75% voll ausreizen, was einen gleichen Takt voraussetzen würde, dann wäre es nur ein Ersatz für die Vega56, jedoch nicht für die Vega64, die sich in WQHD deutlich besser behaupten dürfte. Man wird gespannt sein dürfen, aber mehr als ein Vega-Side-Grade mit dem Trend zur schwächeren Vega wird dies wohl analog zur Sandwich-Konstellation der RX 5500 XT zwischen der RX 580 und der RX 590 auch nicht. Und AMDs Marketing wird sich fragen lassen müssen, wie man eine 6-GB-Karte zwischen zwei 8-GB-Karten platzieren kann. Technisch absolut plausibel aber dem eher unwissenden Kunden, der mit dem Begriff  Bandbreite nichts anzufangen weiß, sehr schwer zu vermitteln.

So gesehen wird man den Launch im Januar, so denn die Informationen wirklich stimmen, einfach einmal emotionslos abwarten müssen. Kolportiert wird hierfür die dritte Kalenderwoche (KW3), was in Anbetracht des aktuellen Entwicklungsstands bei den Boardpartnern eher sportlich zu sehen ist. Es ist anzunehmen, dass AMD die exklusiven Boardpartner samt Asus bevorzugt ins Rennen schickt, was nicht wirklich neu wäre. Lassen wir uns also überraschen, irgendetwas wird kommen (müssen), so oder so.

 

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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