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AMD Radeon RX 6700XT 12GB vs. NVIDIA RTX 3060 12GB – Warum DLSS für NVIDIA so wichtig ist | Performance-Prognose

Am Dienstag hat NVIDIA, eher so mittendrin und nebenbei, mit der GeForce RTX 3060 12 GB auch die kleinste der neuen RTX-Karten vorgestellt. Mit einer UVP von 329 USD sicher keine schlechte Offerte, wenn man die Einstiegspreise mit denen einer GTX 1660 Ti vergleicht, die seinerzeit sogar ohne RTX-Features auskommen musste. Lassen wir die mögliche Verfügbarkeit oder Nichtverfügbarkeit mal außen vor, dann wird sich in diesem Leistungs-Segment maximal eine Radeon RX 6700 ohne XT tummeln können (falls es die überhaupt jemals geben wird), denn die RX 6700XT ist auch im Referenzdesign bei der reinen Rasterization deutlich stärker einzuschätzen als die neue Ampere-Karte und die RX 5700XT ist dann EOL.

Vergleichen wir zunächst einmal die Ausgangslage, denn laut meinen eigenen Informationen aus Boardpartnerkreisen wurden die Taktraten der GeForce RTX 3060 bereits letzte Woche finalisiert:

Name GeForce RTX 3060 Referenz
RX 6700 XT Referenz
RX 6700 XT Custom
Chip GA106-300-A1 Navi 22 XT Navi 22 XT
Chip Size 300 mm² 335 mm² 335 mm²
CU/SM 28 40 40
Shader/TMUs/ROPs 3584/112/64 2560/192/64 2560/192/64
RT Units 28 40 40
Tensor Cores
112 n/a n/a
Infinity Cache MB n/a 96 96
Base Clock MHz 1320 1489 n/a
Boost Clock MHz
1770 2250 >2400 MHz?
FP16 TFLOPS 12.74 23.04 > 23.04
FP32/FP64 TFLOPS 12.74/0.199 11.52/0.72 > 11.52/0.72
Fillrate Mtex/Mpix per sec. 199/113.7 432/144 >432/144
L2 Cache MB 3 3 3
Memory Interface 192-bit 192-bit 192-bit
Memory Speed Gbps 15 16 16
Memory GDDR6 GDDR6 GDDR6
Bandwidth GB/s 360 384 384
Memory Capacity GB 12 12 12
PCIe Connectors 1× 8-Pin 2× 8-Pin 2× 8-Pin
TBP Watts 170 200 > 240

NVIDIA empfiehlt zudem den Herstellern, sich am Referenzlayout der GeForce RTX 3060 Ti zu orientieren, auch wenn die Spannungswandler in den meisten Fällen wohl etwas moderater im Hinblick auf die gezügelte und eingebremste TBP von nur 170 Watt ausgelegt werden dürften. Wem aufgefallen ist, dass beim RAM-Speed nur 15 Gbps statt 16 stehen, obwohl  Samsung 512*32 16Gbps verbaut ist, der findet den Grund im preisgünstigen 6-Layer-PCB, das die hohen Durchsätze nicht mehr sicher schafft. RAM OC ist also eher Glückssache und auch für den Endkunden nur bedingt stabil.

Während die AIB bei den eigenen Radeon-Karten noch Luft bei TGP/TDP und Takt haben, dürfte der GeForce RTX 3060 also ein klein wenig das eigene, derzeit nicht ausbaubare Power Limit  auf die Füße Fallen. Das wird ein verwertbares Übertakten fast komplett unmöglich machen, leider. Nominell ist die GeForce RTX 3060 also etwas im Nachteil.

Kommende Herausforderung: Radeon RX 6700XT

Auf das, was wir bei Navi Flounder (Navi22) erwarten können, geben nun zwei sehr unterschiedliche Boardpartner-BIOSe Auskunft. Eines der beiden BIOSe ist eher moderat ausgelegt und könnte durchaus der Referenz entsprechen, das andere nutzt eine deutlich höhere TGP und sollte damit auch höhere Taktraten ermöglichen. Kommen wir jedoch zunächst zu den PowerPlay-Vorgaben, die bei beiden Grafikkarten identisch sind. Der Slider im Wattman geht nun bis zu sehr theoretischen 2950 MHz, der maximale Speichertakt wird mit 1075 MHz als einfachem Wert festgelegt (Slider 2150 MHz effektiv, also x2).

Das maximale Power Limit kann auf +15% festgelegt werden, was sich jedoch auf die im BIOS hinterlegte TGP bezieht. Erhöht sich diese, dann ist auch der Endwert endsprechend höher. Auch das GFX-Maximum steigt gegenüber der RX 6800 XT Referenz auf jetzt 2854 MHz. Erreichen wird man das wohl nicht, aber es geht sicher deutlich höher als mit Navi21.

Das BIOS 1 (links) sieht bei der Leistungsaufnahme deutlich bescheidener aus. Die 186 Watt TGP (für GPU und Speicher zusammen) dürften zwar auch oberhalb aber trotzdem noch näher an der Referenz liegen und bei einer TBP von ca. 210 bis 220 Watt enden, während sich die Karte mit dem BIOS 2 (rechts) noch einmal satte 25 Watt mehr schnappen darf und dann bei der TBP schon an der 250-Watt-Marke kratzt. Nicht vergessen: hier können in beiden Fällen noch einmal bis zu 15% drauf kommen (Wattman). Rechnen wir jetzt doch einmal. Ich hatte anhand der Shader ja ca. 67% der Leistung einer Radeon RX 6800 bei entsprechenden Taktraten angesetzt.

Die Radeon RX 6800 besitzt als Referenzkarte eine TGP von 203 Watt. Die 186 Watt des BIOS 1 wären demnach 92% der TGP, was auch in Anbetracht des geringeren Speichers (12 statt 16 GB GDDR6) ebenfalls auf ein OC-BIOS schließen lässt. Das BIOS 2 liegt sogar noch deutlich oberhalb dessen, was AMD bereits der RX 6800 Referenzkarte mitgibt! Das reicht ein wenig nach Gewaltaktion, aber wir werden ja sehen, was am Ende an Performance dabei herauskommt. Bei beiden Karten stehen übrigens 1.2 Volt als GPU-Spannung, ebenfalls mehr als bisher bei den RX 6800 und RX 6800 XT.

Also entweder sind diese beiden kleinen Karten übertaktete Kraftzwerge und wilde Drehorgeln mit immens hohen Taktraten, also weit über dem Sweet Spot und der Referenzvorgabe liegend, oder aber Navi22 müsste deutlich ineffizienter zu Werke gehen als gedacht, was eher unwahrscheinlich ist. Man kann also eher davon ausgehen, dass man seitens der Boardpartner, deren Namen ich mal mit “Man muss an der Steckdose so feiern bis man gigabreit ist” umschreiben könnte, ein klein wenig die elektrische Brechstange angesetzt hat, um gegen die GeForce RTX 3060 Ti in etwa bestehen zu können bzw. die RTX 3060 überflügeln zu können

Performance-Prognose

Ich habe nun im Folgenden mal die mögliche Leistungseinordnung anhand der von mir genutzten 10 Spiele prognostiziert, was natürlich rein hypothetisch ist und in der Realität später auch abweichen kann. Aber die technischen Parameter sind schon eine recht brauchbare Orientierung:

Wir sehen, dass sich die neue GeForce RTX 3060 in etwa auf dem Level einer Radeon RX 5700XT einordnet, wenn Resizeable BARs genutzt werden kann. Immerhin bietet es ja diese Karte bereits als Feature ab Launch. Der Abstand zur Radeon RX 6700XT könnte bei ca. 7 Prozentpunkten liegen, zu den OC-Modellen könnten es dann auch 10 % oder mehr werden, je nach Power Limit (TGP) und Takt. Effizient ja, aber es fehlt dann doch etwas Bums. Die 25% zur RTX 3060 Ti sind durchaus realistisch, wenn man sich das zusammengekürzte Chip-Design und die niedrigere TBP anschaut.

Die Karte könnte durchaus auch in WQHD oder Full-HD mit RTX räubern, wenn es ein Spiel ist, welches DLSS 2.0 unterstützt. Das wiederum könnte dieser Karte gegenüber der Radeon 6700XT in manchen Titeln etwas den Allerwertesten retten. Jetzt müssen wir nur noch auf die Preise warten. Und natürlich hoffen, dass irgendwann auch einmal irgendetwas zu den angepeilten Preisen verfügbar wird. Die Verfügbarkeit sollte nach CNY gegeben sein, aber das ist rein hypothetisch. genauso wie die Benchmarkbalken.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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