Kühlung Testberichte Wasserkühlung

Alphacool Eisbär Aurora 360 im Test – mehr als nur eine simple All-in-One Kompaktwasserkühlung | Review

Das Bessere ist des Guten Feind, zumindest aus Sicht der RGB-Illuminaten und Regenbogen-Süchtigen. Denn Alphacool hat den die Eisbär mit adressierbaren LED auch optisch noch einmal etwas aufgehübscht. Auch wenn diese vorbefüllte Kühlung auf den ersten Blick einer normalen AiO-Lösung ähnelt, hat Alphacool als Anbieter diverser Wasserkühlungskomponenten den Vorteil, dafür Dinge aus dem eigenen Portfolio der Custom-Loops verbauen zu können, was die Sache wandlungsfähiger und vor allem auch offen für eigene Aufrüstungen hält.

Da scheint der Preis von ca. 145 Euro (UVP) noch einigermaßen angemessen, denn man erhält eine ausgewachsene Kühlung mit jeder Menge Zubehör und Erweiterungsoptionen und keinen komplett geschlossenen Asetek-Clone, bei denen sich die Produkte technisch zudem alle sehr ähneln und unter den Nachteilen dieser Bauart leiden. Die Eisbär ist hingegen eine vollwertige, aber auch narrensichere und damit kundenfreundliche Open-Loop-Lösung, die sich, vorbefüllt und getestet, problemlos auch von Wasserkühlungs-Laien einbauen lässt.

Lieferumfang

Alphacool packt eigentlich alles rein, was man für die gängigsten Systeme benötigt. Neben der vormontierten und vorbefüllten Kühlung gibt es Mounting-Systeme für die aktuellen und natürlich auch viele ältere AMD- und Intel-Systeme (siehe technische Daten weiter unten). Die Brackets sind solide und die Verschraubung bzw. Montage fast schon selbsterklärend. Wer nicht weiter weiß, findet ein recht gutes Handbuch als Hilfestellung. Wärmeleitpaste, ein 3-fach-Splitter für den Anschluss der drei PWM-Lüfter ans Motherboard und die drei neuen RGB-Lüfter (Alphacool Eiszyklon Aurora Lux Pro) samt aRGB-Adapter (5V Preci-Dip fürs Motherboard) und eigenem sRGB-Controller mit SATA-Anschluss gibt es ebenfalls. Das reicht dann auch.

Die drei Alphacool Eiszyklon Aurora Lux Pro sind für Drehzahlen zwischen 800 und 2000 U/min spezifiziert, schaffen aber interessanterweise bis zu 2200 U/min direkt an 12 Volt und laufen auch weit unterhalb von 800 U/min an. Mit 4.8 Watt pro Lüfter liegt man hier im guten Mittelfeld und ohne zu stark spoilern zu wollen: es sind richtig gute Lüfter, deren Frequenz-Spektrum eine sehr ausgeglichene und angenehm rauschende Geräuschkulisse erzeugt. Tieferfrequente Motor- und Lagergeräusche findet man da nicht. Naja, bunt sind sie natürlich auch, aber dazu komme ich noch.

Aufbau und Komponenten

Wenn wir zunächst einmal einen Blick in das Herzstück, also das Pumpengehäuse werfen, begegnen uns gute alte Bekannte. Die hochkant verbaute Pumpe im Inneren kennen wir ja seit Langem schon auch aus der freien Welt, denn die kleine, noch einmal modifizierte DC-LT 2600 ist auch in so manchem Open-Loop-System anzutreffen. Mit bis zu 75 l/m und einem ordentlichen Druck für die Größe (bis zu 0.95 m Wassersäule bei 12 Volt) ist sie kräftig genug, auch noch weitere Komponenten kühlen zu können. Um sinnlose Patentkriege mit Firmen wie Asetek zu umgehen, hat Alphacool einfach einen kleinen Ausgleichsbehälter (AGB) samt Pumpe auf einen normalen CPU-Wasserblock gesetzt. Das macht die Sache zwar etwas höher und voluminöser, schafft aber auch Platz für mehr Flüssigkeit und einen möglichen Refill.

Der Blick ins zeigt auch die Ausrichtung der Mikrokanäle in der Coldplate aus Kupfer und die Ausrichtung der Jetplate. Der recht ebene Kühlerboden ist vernickelt, die Platte wird mit vier Innensechskantschrauben befestigt. Das Befestigungssystem ist das Gleiche wie bei den normalen Wasserblöcken der XPX-Reihe und damit auch keine Überraschung mehr. Zweckmäßig und nicht übermäßig fummelig, auch wenn es natürlich noch einfacher ginge. Dann wäre es aber wohl wieder deutlich teurer.

Man muss bei der Montage später darauf achten, dass man hier die beste Einbaurichtung erwischt. Da man die Pumpe nicht kopfüber betreiben sollte, also mit dem Sichtfenster nach unten, bleiben nur 3 Einbaurichtungen. Zu den Ryzen der 3. Generation werde ich später noch ein Wort verlieren müssen.

Für den Kunden von Vorteil, setzen alle Komponenten, auch wenn sie industriell mit Pressfittings und Metalltüllen verschlaucht wurden, doch auf normale 1/4″ Öffnungen und Gewinde, was einen späteren Umbau ungemein erleichtert. Der schwarze 9/13-Nylon-Schlauch ist im Innendurchmesser für normale 10/13-Compressions zwar etwas eng, aber mit etwas Kraft ginge sogar dies noch zu nutzen. Die Füll-Öffnung an der Oberseite ist praktisch fürs gelegentliche Auffüllen oder Nachfüllen bei Umbauten. Der Stopfen ließe sich übrigens mühelos auch durch eine Compression oder einen Winkel ersetzen, so dass man sogar noch einen Befüllungs-Schlauch montieren könnte.

Zusammen mit dem schlanken 360er NexXxos-Radiator ist das gesamte Konstrukt im Kühlkreislauf zudem Vollkupfer und man unterscheidet sich auch dadurch wohltuend von den ganzen AiO-Mitbewerbern samt Aluminium-Radiatoren. Vor allem die Langzeithaltbarkeit dürfte davon merklich profitieren. Die Schnellverschlüsse sind ok, tropfen aber beim Auseinandernehmen ein wenig nach. Wer genügend Kraft in den Fingern für 10er Compressions hat, kann hier auch die fest angepressten Kupplungsteile später einfach abschneiden und z.B. durch Eiszapfen aus Metall ersetzen.

Der NexXos 360 ist in der Slim-Version (30 mm Höhe)  zusammen mit der Pumpe ausreichend für fast 400 Watt Abwärme, so dass man eine normale Consumer-CPU und eine Grafikkarte bis 250 Watt TDP durchaus betreiben könnte. Allerdings empfiehlt es sich dann, besser noch einen weiteren Radiator einzuplanen. Die Pumpe schafft das durchaus noch. Apropos Pumpe – mit maximal 2700 U/min ist sie kaum hörbar und sollte deshalb auch nicht mit Gewalt heruntergeregelt werden.

 

Eisbaer Aurora 240 mm Eisbaer Aurora 360 mm

UVP: 124,99€

Radiator:
LxWxH: 279 x 124 x 30 mm
Material: Vollkupfer
Anschlüsse: 2x G1/4”

Pumpengehäuse:
LxWxH: 66 x 66 x 69 mm
Material Ausgleichsbehälter: Transparentes Nylon
Anschlüsse: 2x G1/4”

Pumpe:
Geschwindigkeit: 2800 RPM
Spannung: 7-13.5V DC
Stromverbrauch: 4W
Maximaler Durchfluss: 75L/h
Maximale Förderhöhe: 0.95m

UVP: 144,99€

Radiator:
LxWxH: 397 x 124 x 30 mm
Material: Vollkupfer
Anschlüsse: 2x G1/4”

Pumpengehäuse:
LxWxH: 66 x 66 x 69 mm
Material Ausgleichsbehälter: Transparentes Nylon
Anschlüsse: 2x G1/4”

Pumpe:
Geschwindigkeit: 2800 RPM
Spannung: 7-13.5V DC
Stromverbrauch: 4W
Maximaler Durchfluss: 75L/h
Maximale Förderhöhe: 0.95m

Kompatibilität:
Intel 1150, 1151, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AMD AM2, AM2+, AM3, AM3+, AM4, FM1, FM2, FM2+, TR4

Nach dem Umblättern wird es dann erst einmal bunt, versprochen!

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Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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