Testberichte

Xiaomi YI 4K Action Cam: Günstiger und besser als eine GoPro Hero4?

Xiaomi hat bei der YI 4K richtig zugeschlagen: Trotz aller Funktionalität is es eine noch recht günstige Action-Kamera, die sogar 4K-Videoaufnahmen bei ordentlichen 30 Bildern pro Sekunde erlaubt. Der Lieferumfang der aktuell bei Gearbest.com für ...Hands-On Test Wir nutzen die Kamera seit etwa zwei Monaten in Igors Labor - allerdings reichlich zweckentfremdet. Wir dokumentieren mit ihr beispielsweise die Demontage von Grafikkarten, um beim späteren Zusammenbau keine Fehler zu begehen, oder ve...

Xiaomi hat bei der YI 4K richtig zugeschlagen: Trotz aller Funktionalität is es eine noch recht günstige Action-Kamera, die sogar 4K-Videoaufnahmen bei ordentlichen 30 Bildern pro Sekunde erlaubt.

Der Lieferumfang der aktuell bei Gearbest.com für unter 190 Euro erhältlichen Kamera (zum unproblematischen Import schreiben wir später noch etwas) fällt allerdings etwas schmal aus. Außer einem dünnen Handbuch und einem sehr kurzen USB-Ladekabel findet man in der Verpackung nur noch den Akku, sonst nichts.

Die gelieferte Kamera der zweiten Generation misst gerade mal 6,5 x 4,2 x 2,1 cm und ist mit ihren 95 Gramm ein echtes Leichtgewicht, dass man am Helm kaum spüren dürfte und das auch die meisten Quad-Copter noch sicher stemmen können. Die Kamera ist in Weiß, Schwarz (hier getestet) und Rosé-Gold erhältlich.

 

 

Wer (trotz Regionenumstellung auf Deutschland) mit einer englischsprachigen Menüführung leben kann, bekommt momentan für die Häfte des Kapitaleinsatzes (immerhin kosten GoPro Hero4 und Hero5 noch weit über 400 Euro) bereits das an sich rundere Produkt. Alles ist selbsterklärend und so richtig spezielle Sprachkenntnisse wird man kaum brauchen.

Technik und Funktionalität

Doch zurück zur Kamera: Die YI 4K setzt im Gegesatz zur GoPro Hero4 zwar auch auf einen Ambarella A9, jedoch in der verbesserten Version A9SE, die stromsparender und damit auch kühler arbeitet. Ein eigener, einstündiger Dauertest in unserer 40°C-Hotbox wurde jedenfalls klaglos und ohne Abschalten absolviert, während die zum Vergleich mitlaufende Sony RX100 Mark III hier bereits nach 17 Minuten aus thermischen Gründen abschaltete.

Als Sensor kommt bei der Action-Cam ein neuerer Sony Exmor IMX377 zum Einsatz, während bei der Hero4 noch der ältere IMX177 herhalten muss. Die unterschiedlichen Aufnahmemodi unterstützen neben Ultra-HD/4K (3840 x 2160 Pixeln, 2160p) auch Full-HD (1920 x 1080 Pixel, 1080p @ 120 fps) und HD-Ready (1280 x 720 Pixel, 720p @ 240 fps).

Fotos können mit bis zu 12,35 Megapixeln geschossen werden, was mit dem älteren Sensor der Hero4 allerdings auch gelingt. Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal explizit auf die Bedeutung der richtigen Speicherkarte hinweisen.

Wir haben verschieden schnelle Karten getestet und müssen unterstreichen, dass für 4K-Aufnahmen – vor allem in hoher Qualität – sowie den Burst-Modus mit bis zu 30 Einzelbildern pro Sekunde die beste Karte gerade gut genug ist. Als brauchbar haben sich bei den günstigeren Karten die Samsung Evo+ mit 64 sowie 128 Gigabyte erwiesen, während diverse Karten von Sandisk trotz passender Leistungsklasse im Gesamttest spätestens beim Video scheiterten.

Ein 2,19 Zoll großes Retina-Touchdisplay mit ordentlichen 330 ppi (640 x 360 Pixel) erlaubt nicht nur die Kontrolle der Aufnahme(n), sondern auch das Abspielen bestehender Aufzeichnungen (egal ob Bilder oder Videos). Die Bedienung der Touchoberfläche ist vorbildlich, denn die mit Gorilla-Glas geschützte Oberfläche reagiert ausgesprochen flink und empfindlich genug auf unsere Eingaben.

Der mit 1400 mAh deutlich leistungsstärkere Akku der Y1 4K soll laut Xiaomi über zwei Stunden permanente Videoaufzeichnung durchhalten, wobei wir im Dauertest dieses Ziel nicht ganz erreicht haben. Allerdings dürfte der Akku auch mit den erreichen 109 Minuten Laufzeit noch deutlich standfester sein als das, was GoPro in der Hero4 verbaut hat.

Im Batteriefach der Kamera befindet sich neben dem einfach einsetz- und herausziehbaren Akku auch das Speicherkartenfach, welches sich mit eingesetztem Akku jedoch nicht komfortabel genug erreichen lässt. Für den Kartenwechsel- muss der Akku an der Lasche herausgezogen werden, die man besser nicht entfernt – sonst bekommt man den Akku nie wieder heraus.

 

Die Schließmechanik dieses Batteriefachs ist übrigens erstaunlich solide für eine ansonsten so minimalistische Bauweise.

An der Oberseite sehen wir die beiden Mikrofonöffnungen, die Lautsprecheröffnung für die Wiedergabe und den kombinierten Ein-/Aus- bzw. Auslöse-Button mit integrierter Status-LED.

Am Boden finden wir neben dem bereits erwähnten Batteriefach noch den asymmetrisch angeordneten Gewindering, der die Montage auf handelsüblichen Stativen erlaubt. Sonstiges Zubehör – beispielsweise Helmbefestigungen und wasserdichte Gehäuse – muss man extra kaufen, bekommt es aber in vielen China-Stores recht günstig.

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Eine elektronische Bildstabilisierung ist eingebaut, die auf alle sechs Achsensensoren von Gyroskop und Beschleunigungssensor reagiert und in der Praxis vor allem bei Serienbildern (Burst Mode) eine gute Figur macht. Doch dazu gleich mehr.

Zunächst vergleichen wir noch die Kamera mit der GoPro Hero4, was durchaus einge Überraschungen bereit hält:

 

YI 4K Action Camera

GoPro Hero4 Black

Prozessor Ambarella A9SE Ambarella A9
Sensor Sony IMX377 12MP 1/2.3″ Sony IMX117 12MP 1/2.3″
Display: 2,19 Zoll, Retina-Touchscreen
640 x 360 Pixel (330 ppi)
WLAN und
Download-Rate:
Broadcom BCM43340 (Dual-Band),
802.11a/b/g/n
2,4 und 5 GHz (bis zu 3 MByte/s)
Atheros QCA6134X (Single-Band)
802.11b/g/n,
2,4 GHz (bis zu 1,5 MByte/s)
Akku: 3,85 Volt, 1400 mAh, 5,39 Wh 3,8 Volt, 1160 mAh, 4,4 Wh
Laufzeit Videoaufnahme: bis zu 120 Minuten 4K/30 bis zu 65 Minuten 4K/30
Gyroskop/G-Meter: 3-Achsen-Beschleunigungsmesser
3-Achsen-Gyroskop
Mikrofon: duales Mikrofon einzelnes Mikrofon
Fernsteuerung: Bluetooth WLAN
Systemstart: 3 Sekunden 5 Sekunden
Timer: Countdown
Zeitlupe: 1/8, 1/4 und 1/2 in Echtzeit
ohne Nachbearbeitung
Zeitraffer: 0,5/1/2/5/10/30/60s Intervalle
Besonderheiten: Lens Distortion Correction (LDC)
Elektronische Bildstabilisierung
Optik: 7-teilig, 155° Weitwinkel
Video:   max. 4K/30fps und 720p/240fps
Foto: max. 12 Megapixel
Serienbilder: 30 Bilder/s
Endlosaufnahme: Unterstützt
Beleuchtungskorrektur: Erkenung niedriger Beleuchtung und automatische Anpassung der Frameraten
Preis: ca. 180-220 Euro
(aktuell mit Angebotsaktion)
über 400 Euro

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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