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Massenhaft gefälschte Intel-CPUs (nicht nur) in China aufgetaucht – mit gefälschtem IHS und sogar ohne Die

Fälschungen und  CPU-Betrügereien gibt es nicht erst seit gestern, vor allem im Endkundenmarkt. Aber laut des neuesten Berichts von HKEPC sieht es mittlerweile so aus, dass die großen Technologieunternehmen selbst Opfer dieser Betrügereien werden. In dem Bericht wird erwähnt, dass in China ansässige Ladenbesitzer und Wiederverkäufer versucht haben, massive Mengen gefälschter Intel-CPUs direkt an Intels RMA zurück zu senden, wobei Intel den Kunden in solchen Fällen stets rät, sich dieser möglichen Aktivitäten bewusst zu sein und zu versuchen, die CPUs besser über offizielle Kanäle zu kaufen.

Gefälschte CPUs von Intel und AMD sind seit Jahren im Einzelhandel und auf Marktplattformen für gebrauchte Prozessoren im Umlauf. Der Hauptbetrug besteht darin, dass Wiederverkäufer versuchen, den Käufern eine CPU zu verkaufen, die der von ihnen bestellten noch nicht einmal nicht ähnlich ist. Dies kann auf verschiedene Weise erreicht werden, wobei gefälschte IHS noch am häufigsten anzutreffen sind. Der integrierte Heat-Spreader (IHS), der auf dem CPU-Chip sitzt, enthält wichtige Beschriftungen über die CPU selbst, wie den Prozessnamen, die Nummer, den Spezifikationscode, die Taktfrequenz und die Chargennummer. Der IHS trägt übrigens ja auch das offizielle Logo.

Eine sehr beliebte Plattform, die auch von Nicht-Chinesen häufig frequentiert wird, ist dabei AliExpress, eine chinesische Plattform, die man in Richtung eBay, aber mit fast ausschließlich mit gewerblichen Anbietern verorten kann. Die gibt es in vielen Sprachen, darunter auch Deutsch oder z.B. Russisch:

Doch sogar Amazon wird mittlerweile auf dem Marketplace von solchen Betrügern heimgesucht und es fällt oft schwer, den Spuren solcher Anbieter bis zum Ende zu folgen. Auch wenn die chinesische Justiz in vielen Belangen gnadenlos scheint, bei solchen Dingen merkt man schnell ein  komplettes Desinteresse, leider.

Der IHS kann auf mehrere Arten entfernt und modifiziert werden. Entweder behalten die Betrüger den originalen IHS und setzen ihn auf eine CPU einer älteren Generation bzw. einer deutlich niedrigeren Leistungsklasse, oder sie versuchen, den IHS selbst modifizieren. Das ist normalerweise ein eher komplizierterer Prozess, aber heutzutage kann man sogar clever gemachte IHS-Aufkleber auf dem Markt erwerben, die sich leicht auf die IHS älterer CPUs aufkleben lassen. Wer da nicht genau hinschaut oder die nötigen Kenntnisse besitzt, könnte auch von solchen CPUs leicht getäuscht werden.

Es gab auch CPUs mit modifizierten PCBs, und auch dies war ein neuer Betrug, der auf dem chinesischen Markt im Gange war: Betrüger verkauften CPUs der 8. und 9. Generation mit PCBs mit dem aktuellen Pin-Layout, die aber keinen CPU-Die auf dem PCB hatten. Die 2D-Matrix, die den Seriencode des Prozessors und die drei- bis fünfstelligen Seriennummern auf der Platine enthält, war ebenfalls modifiziert worden, um sie an die der neuen CPU anzupassen. Wie so eine leere CPU aussieht, zeigen die nächsten zwei Bilder:

 

Während bisher meist nur Endkunden das Hauptopfer solcher Taktiken waren, berichtet HKEPC, dass sogar Intel China diesen gefälschten CPUs aufgesessen sei und dazu jetzt eine Erklärung dazu abgegeben hat. Laut Intel haben mehrere Ladenbesitzer und Drittanbietern manipulierte CPUs für RMA-Prozesse eingereicht. Diese CPUs wurden mit falschen Aufdrucken versehen, die mit bloßem Auge kaum vom Original zu unterscheiden waren.

Intel hat zudem erklärt, dass man nicht nur den RMA- bzw. Garantie-Prozess für solche CPUs ablehnen, sondern auch rechtliche Schritte gegen die Verkäufer dieser CPUs einleiten wird. Die Zahl der gefälschten CPUs ist nach Angaben von Intel mittlerweile sehr hoch und die kriminellen Verkäufer können diese CPUs auf Online-Marktplätzen zu sehr hohen Preisen verkaufen, da die Nachfrage an Intel-CPUs der 8. und 9. Generation ungebrochen scheint. Sogar große Händler (wie z.B. Amazon mit deren Marketplace für Drittanbieter) waren in der Vergangenheit dafür bekannt, gefälschte CPUs anzubieten.

Da diese Produkte mittlerweile auch Europa erreicht haben, kann man nur den Rat geben, solche Produkte immer direkt bei Amazon zu kaufen und Drittanbieter unklarer Herkunft zu meiden. Amazon ist zwar kulant, aber vor spätere Beweisverfahren kann man nur raten, alles im Detail zu dokumentieren, wenn der Fall der Fälle wirklich einmal eintritt. Käufern von Intel-CPUs wird zudem generell empfohlen, Online-Händler mit Sitz in China vorerst zu meiden, da das Potenzial, mit einer gefälschten Intel-CPU betrogen zu werden, doch sehr hoch ist.

Quelle: HKEPC

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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