Grafikkarten News

Grünes Osterei? Was wir bereits über die GeForce GTX 1650 wissen (und was nicht)

Es ist wirklich schade, dass Nvidia die neue GeForce Einsteigerklasse so stark in den Nicht-Fokus rückt. Denn eigentlich sind diese “Butter-und-Brot”-Karten nicht nur ideal für die Systemintegratoren und Fertig-PC-Hersteller, sondern eben auch für die meist junge und nicht ganz so zahlungskräftige Klientel. Nur wird bereits mit der ersten “echten” Grafikkarte für kleines Geld meist schon eine spätere Markenbindung aufgebaut. Deshalb sind auch die Boardpartner mit Sicherheit nicht so glücklich mit der Image-begründeten Nichtachtung.

Informationen sind rar und da es das NDA eh nicht erlaubt (und man mangels Treibern auch gar nichts testen könnte, falls man etwas zu testen hätte und über dessen Existenz man gar nicht schreiben dürfte), kann ich an dieser Stelle nur Vermutungen und eigene Berechnungen anstellen. Kolportiert werden seit Längerem lediglich die 896 CUDA-Cores. Der Rest ist unbekannt, aber eigentlich nur noch simple Turing-Mathematik, so dass ich einfach mal nachrechne.

Die Streaming-Multiprozessoren von Turing bestehen aus weniger CUDA-Kernen als noch die von Pascal, aber das Design kompensiert dies zum Teil durch die Verteilung von mehr Streaming-Multiprozessoren (SM) auf der GPU. Die Turing-Architektur weist jedem Satz von 16 CUDA-Cores, einen Scheduler sowie eine Dispositionseinheit pro 16 CUDA-Cores (wie Pascal) zu. Vier dieser 16-Core-Gruppierungen umfassen den SM, 96 KB Cache, der als 64 KB L1/32 KB gemeinsam nutzbarer Speicher konfiguriert werden kann oder umgekehrt, sowie vier Textureinheiten. Demzufolge sollte der TU117 der GeForce GTX 1650, wenn die 896 CUDA-Cores denn so stimmen, rein rechnerisch über 14 SM verfügen.

Da Turing doppelt so viele Scheduler wie Pascal besitzt, muss nur eine Anweisung an die CUDA-Cores in jedem zweiten Taktzyklus ausgeben werden. Dazwischen ist genug Freiraum, eine andere Anweisung an jedes andere Gerät, einschließlich der INT32-Kerne, zu senden. Das ist bei der GTX 1650 also nicht anders als bei den anderen, größeren Turing-Karten.

Nvidia teilt (spekulativ) diese 14 SM auf zwei Grafikverarbeitungscluster auf. Außerdem ergeben 14 SMs mit jeweils vier zugeordneten Textureinheiten in der Summe 56 Textureinheiten für die gesamte GPU. Vier 32-Bit-Speichersteuerungen verleihen dem TU117 einen aggregierten 128-Bit-Bus, der die vier GDDR5-Module mit bis zu 128 GB/s bedient. Das ist gegenüber der GTX 1660 allerdings ein erheblicher Bandbreitennachteil und man liegt sogar noch unter dem Niveau der alten GeForce GTX 1060, aber auch deutlich über dem der GeForce GTX 1050 Ti.

Rein spekulativ würde ich diese Karte also bei der Performance irgendwo bei einer älteren GeForce GTX 1060 mit 3 GB einordnen, aber das ist natürlich nur eine Schätzung, nicht mehr. Genau deshalb habe ich die Dinge, die ich für relevant und einigermaßen sicher halte, in der nachfolgenden Tabelle mal zusammengefasst:

GeForce GTX 1060
GeForce GTX 1660 Ti 6 GB
GeForce GTX 1660 6 GB
GeForce GTX 1650
Architektur (GPU)
GP106 TU116-400 TU116-300 TU-117
CUDA Cores
1280 1536* 1280* 896
Tensor Cores
Keine Keine Keine Keine
RT Cores
Keine Keine Keine Keine
Textureinheiten
180 96 80 56
Base Clock Rate
1506 MHz 1500 MHz 1530 MHz 1485 MHz
GPU Boost Rate
1708 MHz 1770 MHz 1785 MHZ 1665 MHz
Speicherausbau
6 GB GDDR5 6 GB GDDR6 6 GB GDDR5 4 GB GDDR5
Speicherbus
192-bit 192-bit 192-bit 128-bit
Speichertakt
4000 MHz 6000 MHz 4000 MHz 4000 MHz
ROPs
48 48 48 32
L2 Cache
1,5 MB 1.5 MB 1.5 MB 1 MB
Platinendesign PG161 PG165 PG174
TDP
120 W 120 W 120 W 75 W
Transistoren
4.4 Mrd. 6,6 Mrd. 6.6 Mrd. ?
Die-Größe
200 mm² 284 mm² 284 mm” ?
SLI
Nein Nein Nein Nein

 

Bei der Leistungsaufnahme soll das Referenzdesign die 75-Watt-Marke zwar nicht übertreffen, die Karten mit Werks-OC dann aber wohl doch. Damit könnte man auch spekulieren, dass es Einstiegs-Einsteiger-Karten ohne externe Stromversorgung und solche mit Werks-OC mit einem 6-Pin-Anschluss geben könnte. Mit etwas weiterer Arithmetik und der möglichen Obergrenze von knapp 1900 MHz für den Boost-Takt und den üblichen Skalierungen der GTX 1660 würde man wohl in Bereichen um die 80 bis 85 Watt für moderates OC und bis zu 100 Watt für ein maximales OC liegen.

Nvidia hat den kolportierten Launchtermin am 23.04.2019 bisher weder bestätigt, noch irgendwelche Daten oder zumindest allgemeine Informationen freigegeben. Man weiß also aktuell nur dass was kommen könnte und wann ungefähr. Der Rest beruht ausschließlich auf Vermutungen und Hochrechnungen (wie in dieser News). Und das, was ich persönlich bereits wissen könnte, dürfte ich ja eh nicht schreiben. Also bleibt uns nur dieser kleine Interpretationsversuch.

 

 

 

 

Danke für die Spende



Du fandest, der Beitrag war interessant und möchtest uns unterstützen? Klasse!

Hier erfährst Du, wie: Hier spenden.

Hier kann Du per PayPal spenden.

About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

Folge Igor auf:
YouTube   Facebook    Instagram Twitter