Testberichte Wasserkühlung

RX Vega56 gechillt auf Eis: Alphacool Eisblock GPX im Test

Einmal ist immer das erste Mal. Und so hat es am Ende nun auch Alphacool geschafft, einen soliden Fullcover-Wasserkühlungsblock auf den Markt zu bringen. Was Lange währt, wird gut? Genau das wollen wir heute testen. Mit am Start ist natürlich auch wie...Testsystem und MessmethodenDas Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel "So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017" (Englisch: "How We Test Graphics Cards") bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Ein...

Testsystem und Messmethoden

 

Das Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen.

 

 

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

 

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX, VPP655, 360er Radiator
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Open Benchtable
Monitor:Eizo EV3237-BK
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
BetriebssystemWindows 10 Pro (Creators Update, alle Updates)
Radeon Software Adrenalin (17.12.2, Stand Dezember 2017)

Wie kalt geht kalt? Wir zwingen den Chiller, uns annährend konstante Temperaturen der Kühlflüssigkeit zu liefern, so dass wir nicht über ungenaue Deltas gehen müssen, sondern echte, gemessene Temperaturen verwenden können. Diesen Luxus erkaufen wir uns hier im Labor natürlich mit einer gewissen Geräuschentwicklung des großen Kompressors, aber wozu gibt es schließlich gute Headsets?

 

Doch zurück zum Testaufbau. Auf die optische Zelebrierung der RGB-Befeuerung verzichten wir, denn Weihnachten liegt noch in weiter Ferne und wir wollen ja in erster Linie wissen, wie der Kühler performt und nicht wie er leuchtet.

 

Messergebnisse mit und ohne Backplate

 

Wir nutzen diesmal ausschließlich die Werte aus dem Sensor-Loop, denn sowohl der als PWM-Controller für die Spannungswandler eingesetzte IR35217 von International Rectifier (ein Dual Output Digital Multi-Phase Controller, der sowohl die sechs Phasen für die GPU, als auch eine weitere Phase für den Speicher bereitstellen kann), als auch die Spannungswandler-HEXFETs (IRF6811 auf der High-, sowie ein IRF6894auf der Low-Side) des gleichen Herstellers bieten als Sensor-Rückgabewert die jeweiligen Peak-Werte der Bereiche VDDC (GPU) und MVDD (Speicher).

 

Als Erstes sehen wir, dass der Unterschied zwischen dem Betrieb mit und ohne Backplate stets unter 2 Kelvin als Delta bleibt. Da die ausgelesenen Temperaturen der Spannungswandler im Inneren der HEXFETs von Haus aus schon recht niedrig ausfallen und die an der Platinenrückseite noch deutlich niedriger, stellt sich die kühltechnische Verbesserung eher in den Schattenbereich möglicher Messtoleranzen. Optik kühlt nun mal nicht, da hilft auch der fetteste Spoiler nicht.

 

 

Ohne Backplate lassen sich auch die Temperaturen auf der Platinenrückseite sehr gut berührungslos messen. Das Einzige, was jetzt noch glüht, sind die sechs IR3598, die Doubler-Chips, die aus den sechs Phasen dann die 12 Regelkreise ansteuern. Allerdings wären auch hier punktuelle Temperaturen bis zu 110°C technisch kein Problem. Die gemessenen 80°C bis 82°C in der Spitze sind jedoch nichts, was man extra panisch wegkühlen müsste. Alphacool tut dies trotzdem. Präventiv.

 

 

Die Rückseite unter den Spannungswandler-HEXFETs wird maximal zwischen 57°C und 59°C warm. Auch damit kann man wirklich gut leben. Die knapp 37°C unterhalb des Packages resultieren aus der Stromzufuhr über die vielen Leiterbahnen in der Multi-Layer-Platine aus der Richtung der ganzen Spannungswandler.

 

 

Wir sehen bei der Messung an den gleichen Stellen mit Backplate sehr schön, dass es keine echten Hotspots gibt, sondern dass sich die Backplate sehr gleichmäßig erwärmt.

 

 

Dies gilt auch für den Stresstest, wo die Spannungswandler und Doubler von Haus aus etwas höher gefordert werden.

 

 

Zusammenfassung und Fazit

 

Die Physik hat Alphacool mit dem Eisblock GPX nicht neu erfinden können, womit es wohl auch keinen Nobelpreis geben wird. Aber man hat im Gegenzug auch nichts versemmelt oder gar anbrennen lassen, womit sich das Gesamtbild eines eher unauffälligen, aber auch gefälligen Wasserkühlers ergibt, der ganz bewusst auf optische Pirouetten verzichtet, klammert man die die LED-Lichterkette mal galant aus.

 

 

Damit kann man gut leben, aber bei Wasserkühlungen zählt ja meist eher der Geschmack der Käufer, weniger die Vernunft und oder ein ausgeprägt rationales Denken. Hier wird sich der Eisblock GPX erst noch beweisen müssen, denn Design oder Nichtsein sind sehr subjektiv empfundene Komponenten. Und so wird der Kunde wohl am Ende auch nicht mit dem Gehirn oder den Füßen abstimmen, sondern mit den Augen. Schaun wir also mal, wie sich das Teil letztendlich verkaufen wird. Einen technischen Grund, dies nicht zu tun, sehen wir jedenfalls keinen, im Gegenteil. Die Karte friert nämlich immer noch und liegt aktuell auf der Heizung zum Trocknen.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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