Testberichte

Weiche Alternative: Noblechairs Icon im Test

Mit der Polsterung und den Konturen ist es wie mit der großen Liebe. Die einen mögen es hart, die anderen eher soft und fülliger. Und da man es nun einmal nicht jeder und jedem recht machen kann, muss es dann eben ein neues Modell richten. War der Ep...Die im Handbuch empfohlene Montagereihenfolge ist etwas unlogisch und in der Praxis eher hinderlich. Wir haben deswegen den Zusammenbau in den einzelnen Schritten chronologisch dokumentiert, wobei sich unsere Variante vor allem durch ein einfacheres E...Ergonomie und Sitztest Wir haben den Sessel mit insgesamt drei Personen getestet. Während der männliche Jugendliche (16 Jahre, 1.75 m groß und 56 Kilo schwer) und die Frau (37 Jahre, 1,70 m groß, 67 kg schwer) mit dem Sitz in allen Positionen schon r...

Mit der Polsterung und den Konturen ist es wie mit der großen Liebe. Die einen mögen es hart, die anderen eher soft und fülliger. Und da man es nun einmal nicht jeder und jedem recht machen kann, muss es dann eben ein neues Modell richten.

War der Epic von Noblechairs (Bild unten rechts) noch eher ein harter Geselle mit recht konturiertem Sitz und ordentlicher Seitenführung, lässt der deutlich weichere und neutralere Icon (unten links) sowohl mehr Raum für das breite Kreuz von Klaus-Kevin, als auch die eher klassischen Stampfer samt barockem Überbau von Jacqueline-Chantal. Pizza-geformter Körper trifft auf Sitzfläche, passt.

Die einzelnen Varianten des Icon unterscheiden sich lediglich durch das Material und die Farbgebung des Bezugs. Neben den vier Varianten mit PU-Kunstleder, bietet Noblechairs auch noch drei Farbvarianten mit Echtleder (auf der Sitzfläche) an. Der typische Diamond-Stitch ist hier genauso vertreten, wie die oberflächenstrukturierte Belüftung bei den PU-Varianten. Dass der Hersteller diese Ausführung als vegan bewirbt, ist eher amüsant, denn PU ist ja sowieso meist ein rein petrolchemisches Erzeugnis.

Das nachfolgende Schema zeigt, wie sich die Teile des Sessels bewegen lassen, Wir sehen auch sehr deutlich, dass sich die maximal nutzbare Sitzbreite im Vergleich zum Epic deutlich vergrößert hat. Das macht es auf der einen Seite etwas kompakteren Körperformen leichter, auch dauerhaft einen gemütlichen Halt zu finden, andererseits werden es aber die eher schmalen Fliegengewichte schwer haben. Das beginnt mit der breiteren Abstimmung der Armauflageabstände und endet am Popo, der bei epischen Zuckungen dann vollends aus der Bahn geworfen wird, weil einfach der Seitenhalt abhandengekommen ist.

Ab Werk werden fünf 60-mm-Rollen mitgeliefert, die sowohl für harte als auch für weichere Böden geeignet sind. Stopper bieten sie jedoch nicht. Wer so etwas benötigt (was empfehlenswert ist), kann im Shop die passenden Rollen für knapp 30 Euro zusätzlich erwerben, denn eine Vorkonfiguration ist leider nicht möglich. Allerdings passen hier auch normale Rollen aus dem Fachhandel, denn die Durchmesser der Befestigungsstifte sind genormt.

Gleiches betrifft auch die Gasdruckfeder. Noblechairs bietet hier um 1,5 cm bzw. sogar 3 cm kürzere Gasdruckfedern an, die man aber vorher extra bestellen muss. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern nutzt Noblechairs KGS CO Ltd. als ODM für die Gasdruckfedern. KGS steht für Korea Gas Spring und damit für ein relativ junges, südkoreanisches Unternehmen, das mittlerweile gleichwohl auch namhafte Hersteller wie Kia, Ford, Daewoo usw. mit Gasdruckfedern beliefert.

Die hier im Icon verbauten Klasse-4-Federn sind individualisierte OEM-Modelle, die man auf der normalen Homepage so nicht findet. Die verkürzten Varianten schlagen noch einmal mit ca. 30 Euro zu Buche, was aber leider schon ziemlich selbstbewusst ist, da der normale Preis um die 10 US-Dollar liegt und man vergleichbare Produkte im guten Fachhandel auch als Endkunde unter 20 Euro erwerben kann. Diese passen nämlich auch, wenn der Durchmesser stimmt.

Der Lieferumfang ist klassenüblich und bis auf die Armstützen ist nichts vormontiert. Man erhält die beiden Stuhlflächen, die Mechanik, das Fußkreuz aus Aluminium, die fünf Rollen, zwei Kissen (Nacken- und Lendenkissen), eine Art Montageanleitung (nur Englisch), sowie die benötigten Schrauben und ein kleines Multifunktionswerkzeug (Innensechskant + Kreuzschlitz).

Doch bevor wir jetzt einfach so losschrauben, noch einmal die wichtigsten technischen Daten und Fakten im tabellarischen Überblick:

Allgemein:
Schaumstoffpolsterung: Formschaum mit hoher Dichte
Schaumstoffdichte: ca. 55kg/m³
Rahmenkonstruktion: Stahl, beschichtet
Bezugsmaterial: Echtleder oder PU-Kunstleder
Farbvarianten PU: Schwarz, Schwarz/Blau, Schwarz/Rot, Schwarz/Platinweiß
Farbvarianten Leder: Schwarz, Cognac/Schwarz, Mitternachtsblau/Graphit
Einstellbare Armlehnen: 4D
Größe Armlehnenauflage (L x B): 24,5 x 10 cm
Stuhlmechanik: Multifunktionale Wippmechanik
Wippsperre:
Neigungswinkelverriegelung:
Einstellbarer Neigungswinkel: 0° – 14°
Gasdruckfeder: Klasse 4, KGS
Art der Rückenlehne: Hohe Rückenlehne
Verstellbare Rückenlehne: 90° – 135°
Kopf- und Lendenkissen:
Bezugsmaterial Kopf- und Lendenkissen: Textil
Fußkreuz: Aluminiumfußkreuz
Rollengröße: 60 mm
Zusammenbau notwendig:
Sicherheitsstandards:
Stuhl (Allgemein): DIN EN1335
Gasdruckfeder: DIN 4550
Gewicht und Abmessungen:
Sitzfläche (L x B): 57 x 51 cm
Maximale Sitzhöhe: 58 cm
Minimale Sitzhöhe: 48 cm
Maximale Armlehnenhöhe: ca. 40 cm
Minimale Armlehnenhöhe: ca. 32 cm
Rückenlehnenhöhe: 86 cm
Rückenlehnenbreite im Schulterbereich: 39 cm
Verpackungsgröße (L x B x H): 87 x 70 x 38 cm
Maximale Größe des Benutzers: 185 bis 190 cm
Stuhlgewicht: 28,4 kg
Maximal zulässiges Gewicht: 120 kg (150 kg kurzzeitig)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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