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Alles so schön bunt hier: 32 GB Corsair Dominator im Test (mit Video) | igorsLAB

Corsair rüstet seine Dominator-Reihe mit dem Dominator Platinum RGB DDR4 3600 (und andern Taktraten) technisch und optisch noch einmal auf, so dass mir ein Test durchaus gelegen kam, um das mal zu hinterfragen. Was das alles nämlich dann in der Praxis bringt, muss das Testszenario beweisen, das bewusst praxisnah gestaltet ist, denn alle synthetischen Tests mit ähnlich schnellen Mitbewerber-Produkten lagen im Rahmen der Messtoleranzen auf einem nahezu identischen Niveau. Kunststück übrigens, denn alle nutzen am Ende ja auch die gleichen Speicherbausteine von Samsung.

Wer ganz aufmerksam ist, der wird zwischen dem heutigen Test und dem, was ich mit einem Mitbewerberprodukt ohne auffällige Leuchtbalken schon vor einiger Zeit messen konnte, keine Unterschiede feststellen. Nicht einmal bei der ersten Nachkommastelle! Auch das lässt sich einfach erklären, denn was zählt, ist auf dem Platz und praktische Workloads sind ehrlicher und praxisrelevanter, als jeder synthetische Längenvergleich. Wenn der RAM am Ende den selben Takt und identische Timings nutzt, würde wohl die ganze Suite nichts taugen, würde man hier signifikante Unterschiede messen können. Die finde ich nämlich erst in der zweiten Stelle nach dem Komma bei der normalisierten Erstellung des Leistungsindexes. Was allerdings dann schon für eine absolute Bewertung reichlich albern wäre.

 

Ich werde deshalb anhand dieses schnellen Speichers den Vergleich der einzelnen Taktraten für Intel- und AMD-Prozessoren im Rahmen des technisch Machbaren und optimierter, üblicher Einstellungen für Profi-Anwendungen (Compute) und Gaming gegenüberstellen. Also alles wie gehabt? Nicht ganz, denn wir addieren ja noch den Fun-Faktor. Rein subjektiv, versteht sich.

So bleibt als Unterscheidungs- bzw. Alleinstellungsmerkmal eigentlich nur die Optik. Hier lässt es Corsair allerdings ordentlich krachen, denn die 12 verbauten und frei adressierbaren RGB LEDs leuchten so hell, als gäbe es kein Morgen mehr. Wer also die ultimative Bespaßung für den PC und zudem auch noch ein gescheites Nachtlicht am Gaming-PC braucht – hier wird man garantiert fündig. Wer auf Dunkelkammer-Feeling steht, sollte hingegen woanders zuschlagen oder alles schwarz anpinseln. Das wird sonst nichts.

Bei den DRAM-Speichermodulen kommen ausschließlich gebinnte B-Die-Module von Samsung zum Einsatz, die bei den erwähnten 1,4 V Betriebsspannung, als DDR4 3600 mit CL16-18-18-36 laufen. Die Timings und Latenzen stehen in dem hinterlegten Profil zur Verfügung, können natürlich auch per Gusto frei festgelegt werden (wenn man das passende Motherboard besitzt). Der Hersteller gibt zudem an, diesen Speicher geprüft und selektiert zu haben.

Wie schon bei den Mainboards spielen auch die Layeranzahl und das verwendete Platinenmaterial eine große Rolle. Wenn man bei Mainboards unter 6 Layern schon gar nicht mehr an 3000 MHz denken braucht, sollen es hier insgesamt 10 Layer, ein optimiertes Layout und goldbeschichtete Kontakte richten. Bei letzteren geht es sicher vorrangig um eine mögliche spätere Korrosion, denn die Kontakte dürften auch ohne Veredelung ausreichend gut leiten.

Die nachfolgende Explosionsgrafik zeigt den internen Aufbau so eines Moduls recht anschaulich:

Ok, genug Marketing, kommen wir zur Software, denn ohne die geht es nicht. Corsair setzt zur Kommunikation auf den SM-Bus, womit externe Anschlüsse am Modul entfallen können. Da kann man alles steuern, was Herz, Hirn und Seele begehren – naja, zumindest fast. Immerhin lassen sich damit damit auch die Effekte aller weiteren Corsair-Produkte wie Tastatur, Maus, AiO, Gehäuse und sonst was steuern. Eine Synchronisation mit dem Mainboard findet man jedoch nicht. Die Galerie zeigt die wichtigsten Masken der iCue-Software von Corsair sehr schön:

Neben allen möglichen Informationen zum Speicher und seinen Daten, wie z.B. Temperatur, Takt usw. kann natürlich in Echtzeit-RGB gedaddelt werden. Das klappt in der Praxis richtig nice und wer darauf steht, hat hier den finalen Kick in spe. Das reicht von diversen Licht- und Leuchteffekten bis hin zum Anzeigen von Systemzuständen wie z.B. der CPU-Temperatur durch diverse Farbspiele, bei denen man sich zudem auch kreativ beschäftigen kann. Ganz am Schluss des Artikels verlinke ich noch das YouTube-Video, das auch noch die RGB-Lichterkette in Aktion zeigt, also zappt denn ruhig mal rein, dann weihnachtet es…

 

Technische Daten
Kapazität
32G (8G*4)
Formfaktor:
Long DIMM
Bestückung:
Single-sided
PCB-Farbe: Schwarz
PCB-Layer: 10
Takt:
3600 MHz (bis zu)
Timings: CL 16-18-18-36
Spannung 1.4V
Controller SM-Bus
LED 12 programmierbare Corsair Cappelix RGB LED
Kühler Heat Sink, DHX Cooling
Profile: Intel XMP 2.0
Produkt-Code: CMT32GX4M4K3600C16
Straßenpreis:
ca. 569.99 UVP, ca. 449 Euro Straßenpreis

 

Abweichend ist in diesem Falle nur die Hardwarekonfiguration mit CPU, RAM, Mainboard, sowie die neue Kühlung, so dass die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick über das hier und heute verwendete System gibt:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
AMD Sockel AM4 und Ryzen 7 2700X
MSI X470 Gaming M7 AC, Ryzen 7 200X


Intel Sockel 1151 (Z370) und  Core i7-8700K:
MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC


DDR4 4000 CL19-25-25-45
DDR4 3600 CL19-19-19-39
DDR4 3466 CL16-16-16-36
DDR4 3400 CL15-15-15-35
DDR4 3200 CL15-15-15-35
DDR4 3000 CL14-14-14-34
DDR4 2933 CL14-14-14-34
DDR4 2800 CL14-14-14-34
DDR4 2666 CL14-14-14-34
DDR4 2400 CL14-14-14-34
DDR4 2133 CL14-14-14-34


Nvidia GeForce RTX 2080 FE (Gaming)
Nvidia Quadro P6000 (Workstation)1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
4x 1050 GByte Crucial MX 300 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)

Kühlung:
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
Alphacool Eisblock XPX
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Monitor: Eizo EV3237-BK
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Closed Case

 

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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