Grafikkarten Testberichte VGA

Leise, schnell und bedarfsweise auch hungrig: MSI GeForce GTX 1080 Ti Gaming X 11G im Test

Nein, kleckern ist nicht ihr Ding und MSI setzt ja gern noch einen drauf, wenn die Spezifikationen der Standard- bzw. Referenzmodelle (“Nvidia GeForce GTX 1080 Ti 11GB im Test“) nicht pompös genug erscheinen. Warum auch nicht, solange man die Folgen der Überernährung noch gut im Griff hat? Mit einem Power Target von über 330 Watt und einem wuchtigen Kühler schaut man recht optimistisch drein. Und genau dort wollen wir auch im Test ansetzen.

Da die eigentliche Performance aller Boardpartnerkarten eher vom tatsächlich erreichten Boost-Takt, und somit ursächlich von der Kühlung, dem Power Target und vor allem auch der Güte des jeweiligen Chips abhängen, ist jeder nur auf Benchmarkbalken basierende Test eher eine auf Zufällen basierende Momentaufnahme eines einzelnstehenden Exemplars. Genau deshalb haben wir den Schwerpunkt dieser Einzelreviews vor allem auf die eigentliche technischen Umsetzung jedes Modells gelegt und dies mit unserem Equipment auch sehr gut dokumentieren können.

Unboxing, Abmessungen und Anschlüsse

Doch zurück zur MSI GTX 1080 Ti Gaming X 11G. MSI war mit dem eigenen Modell sehr zeitig am Start und setzt wie so oft in der letzten Zeit nicht auf die höchste mögliche Taktrate ab Werk, wenngleich das maximal auswählbare Power Target von bis zu 330 Watt (über Software) schon eine Menge Holz ist. Es wird also interessant sein zu sehen, wie gut der riesige Kühler damit ggf. zurechtkommt (oder auch nicht). Konservative Settings ab Werk und genügend manueller OC-Spielraum für die (un)erwachsenen Spielkinder waren noch nie eine unkluge Entscheidung.

Die Karte ist im Vergleich zur MSI GTX 1080 Gaming X (non-Ti) vor allem eines geworden: schwerer. Da wir bei der kleineren Karte seinerzeit zudem Kühlprobleme im Bereich der Spannungswandler und Speichermodule feststellen mussten, sind der Umbau und die Weiterentwicklung des Kühlers nunmehr nur folgerichtig.

Mit einem Kampfgewicht von 1,253 Kilo, moderaten 27,9 mm realer Einbaulänge (Außenkante Slot-Blende bis Ende des Covers), einer Höhe von 13,5 cm (Oberkante Mainboard-Slot bis Oberkante Abdeckung) und einer Einbautiefe von 4,57 cm ist die 2,5-Slot-Karte ein richtiges Dickschiff, das auf der Rückseite noch einmal ca. 0,5 cm Platz benötigt, was man bei großen Turmkühlern berücksichtigen sollte.

Der Materialmix aus rot-schwarzem Kunststoff für die Abdeckung ist Ansichtssache, folgt aber der Design-Linie anderer und älterer Karten sehr konsequent. Die Oberseite ist geprägt vom hintergrundbeleuchteten MSI-Logo und einem aufgedruckten GeForce-Schriftzug, die zwei 8-Pin-Spannungsversorgungsanschlüsse sitzen um 180° gedreht am Platinenende der Oberseite.

Unter- und Oberseite zeigen die vertikale Lamellenausrichtung des Kühlers und ein besonders erfreuliches Detail, denn MSI hat das Feedback aufgegriffen und endlich auch einen echten VRM-Heatsink in den großen Kühleraufbau integriert.

Das Ende der Karte zeigt und die drei 6mm- und eine 8-mm Heatpipe für den rechten Teil des Kühleraufbaus, doch dazu später mehr. Bei der Anschlussvielfalt der Slotblende setzt man bei MSI im Hinblick auf VR-Brillen auf gleich zwei HDMI-2.0-Anschlüsse, sowie zwei DisplayPort-1.4-Buchsen und einen Dual-Link DVI-D-Anschluss. Allerdings lassen sich immer nur maximal vier Ausgänge gleichzeitig nutzen.

Spezifikationen

Der GPU-Z Screenshot zeigt uns bereits vorab die wichtigsten Eckdaten, wobei der tatsächlich erreichte Boost bei unserem Modell deutlich höher lag:

Abschließend das Ganze noch einmal als tabellarischer Vergleich zu den anderen, relevanten Grafikkartenmodellen:

 Nvidia
Titan X
(Pascal)
Nvidia
GeForce
GTX 1080 Ti FE
MSI
GTX 1080 Ti
Gaming X 11G
Nvidia
GeForce
GTX 1080 FE
Nvidia
GeForce
GTX 980 Ti
GPU
GP102GP102GP102GP104GM200
CUDA-Kerne
35843584358425602816
Basistakt1417 MHz1480 MHz1544 MHz1607 MHz1000 MHz
Boost-Takt
1531 MHz+1582 MHz+1658 MHz1733 MHz+1076 MHz+
Speichergröße & -typ
12 GByte
GDDR5X
11 GByte
GDDR5X
11 GByte
GDDR5X
8 GByte
GDDR5X
6 GByte
GDDR5
Die-Größe
471 mm²471 mm²471 mm²314 mm²601 mm²
Prozesstechnik
16 nm16 nm16 nm16 nm28 nm
Transistoren
12 Mrd.12 Mrd.12 Mrd.7,2 Mrd.8 Mrd.
Streaming Multiprozessoren (SM)
2828282022
GFLOPS (Basistakt)
10.15710.60911.0688.2285.632
Textureinheiten
224224224160176
Texturfüllrate
317,4 GT/s331,5 GT/s345,9 GT/s257,1 GT/s214 GT/s
ROPs
9688886496
Pixelfüllrate
136 GPix/s130,24 GPix/s135,9 GPix/s114,2 GPix/s116,7 GPix/s
Speicherdatenrate
10 GBit/s11 GBit/s11 GBit/s10 GBit/s7 GBit/s
Speicherbus
384 Bit352 Bit352 Bit256 Bit384 Bit
Speicherbandbreite
480 GByte/s484 GByte/s484 GByte/s320 GByte/s336 GByte/s
L2-Cache
3 MByte2816 KByte2816 KByte2 MByte3 MByte
TDP
250 Watt250 Watt330 Watt180 Watt250 Watt

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -Methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung noch einmal verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
2x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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