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WLAN aus der Dose: Skyroam Solis, der immer mittendrin WiFi-Hotspot für die Reise zwischendurch im Test | Update

Update vom 13.11.2018

Skyroam hat mittlerweile die „Fair Use Policy“eingeführt, was auch bedeutet, dass die allseits gefürchtete Drossel auf 3G und langsamer nach dem aufgebrauchten Freitransfer von 500 MB pro Tag, komplett entfällt. Es bleibt auch dann noch bei 4G, wenn diese Grenze deutlich überschritten wurde. Dass dies klappt, habe ich jetzt unlängst in San Francisco gemerkt, als ich für einige Kollegen ohne Prepaid-Karte freiwillig Hotspot gespielt habe. Das ist neu und macht das Ganze zudem noch deutlich interessanter.

Hotelzimmer in San Francisco – AMD New Horizon Event

Originalartikel vom 14.08.2018

Wenn Ihr das hier lest, bin ich schon nicht mehr da. Ok, nicht erschrecken, ich komme ja bald wieder. Aber dieser orangene Puck ist aktuell quasi mein Begleiter in allen Lebenslagen und außerhalb des Hotels auch der Mittelpunkt meiner digitalen Kommunikation. Mit dem Skyroam Solis hat man seinen eigenen Hotspot faktisch immer am Mann (oder der Frau), solange irgendeine Netzabdeckung existiert. Und das in mittlerweile immerhin über 110 Ländern. Die EU ohne Roaming-Gebühren ist fein, aber außerhalb schlägt die Roaming-Hexe dann ja stets gnadenlos zu.

Klar, in vielen asiatischen Ländern bekommt man eine örtliche Prepaid-Karte für 15 oder 30 Tage bereits zum absoluten Sparpreis, oft genug sogar ohne jegliche Daten-Limits. Aber wer mal nach Nordamerika muss (und nicht nur dorthin), hat eine lange Nase. Da zahlt man schnell mal 50 Euro und mehr für lächerliche 2 oder 3 GB Daten, albern hoch drei. Genau dort setzt das Konzept von Skyroam an, wo es fast schon egal ist, wann man sich wo, wie oft und wie lange befindet. Man zahlt jeweils 9 Euro für einen Tag oder entsprechende Pakete für mehrere Tage oder das ganze Jahr.

Man erhält für diesen Einstiegspreis von 149 Euro einen kleinen, farblich ins Auge springenden Puck, ein USB-C Ladekabel einen USB-Adapter und einen Schnellstarter-Guide. Immerhin fungiert der Hotspot auch noch als Powerbank mit 6000 mAh. Realistisch gesehen, sollten es eher ca. 4800 mAh sein. Wenn man sein Smartphone nicht noch mit dranbammelt, hält der Skyroam Solis auch den ganzen bezahlten Tag brav durch, immerhin auch eine Aussage.

Klingt gut? Ist es eigentlich auch, aber es gibt natürlich auch einen kleinen Haken daran, bzw. sogar mehrere. Zunächst muss man den mobilen Hotspot ja käuflich erwerben, was schon einmal mit 149 Euro zu Buche steht, aber wenigstens eine einmalige Ausgabe bleibt. Ein Mietmodell gibt es nämlich nicht. Im Übrigen ist das ehemailge Modell, dass nach 500 MBpro Tag für den Rest der 24 Stunden gedrosselt wird, auch Geschichte, sondern es bleibt auf Basis der „Fair Use Policy“ bei den vereinbarten 4G. Das wiederum ist nicht selbstverständlich (Update).

Die Benutzung ist simpel, der Schweizer würde sagen bubilieicht. Einfach online ein Konto anlegen, das eigene Gerät anmelden und die gewünschte Anzahl von Tagen erwerben. Dann ist man auch schon drin. Immerhin können nun bis zu 5 Geräte gleichzeitig mit LTE-Speed surfen. Theoretisch zumindest. Allerdings ist das Ganze auch etwas tricky beim Kauf und setzt einen klitzekleinen Stolperstein in den Weg, der einem mit etwas logischem Denkvermögen aber sofort auffallen sollte.

Denn wenn man sich VOR der Reise das ersten Mal bereits mit dem Skyroam Solis anmeldet und gleich ein Guthaben kauft, obwohl man noch gar nicht verreist ist, verbraucht man dann mit etwas Pech bereits den ersten Tag, wenn man im Login-Prozess “Starten” anklickt. Nun ja, eigentlich logisch.

Also immer erst dann Guthaben über den Skyroam Solis (nach)kaufen, wenn man schon unterwegs ist und den Zugang wirklich braucht oder das Ganze am besten per Browser im offenen WLAN eines Hotels ohne den Solis erledigen. Kreditkarte natürlich stets vorausgesetzt.

Ansonsten ist das alles wirklich spielerisch zu handhaben. Aufladen, einschalten, am Hotspot anmelden und Passwort eingeben (das sich leider nicht individuell ändern lässt und geräteabhängig ist). Da das Gerät auf eine Soft-SIM setzt, kann man auch nicht eine eventuell verbaute SIM-Karte in ein Smartphone seiner Wahl umsetzen. Schade, aber das war am Ende sicher auch zu erwarten. Einmal leergesaugt, ist der Akku nach etwas über zwei Stunden auch wieder voll, eine Schnelladefunktion gibt es leider nicht.

     

Womit sich die Frage stellt, wie schnell das alles wirklich ist. Auch hier muss man kleinere Einschränkungen in Kauf nehmen, denn man kann nie selbst entscheiden, in welchem Netz sich der Skyroam Solis letztendlich einloggt. Man erfährt es übrigens auch nicht. Außerdem dürfte man in der Priorisierung ziemlich weit hinten anstehen. In der Spitze gingen auch schon mal über 10 Mbit/s, aber meist sieht es (vor allem in echten Ballungsräumen) dann eher so aus:

Für meine WLAN-Telefonie reicht es allerdings locker, auch das Skypen geht wirklich gut. Nur fette Videos von gewissen Events lade ich dann doch lieber über das dem hoteleigene WLAN hoch. Aber so ein Hotspot ist eine clevere Alternative für alle Orte, an denen man sonst offline ist. Dummes Gefühl und wirklich leicht zu beseitigen. Mit einem solchen Hotspot nämlich, den ich auch, seit ich ihn in Besitz habe, wirklich nicht mehr missen möchte.

Ob es einen die hohen Anschaffungskosten wert sind, muss man mit sich selbst ausmachen. Ein Miet-Hotspot kann durchaus günstiger sein. Je nach Land ist man auch mit einer Prepaid-Karte günstiger, aber das ist eher selten. Und man muss nicht immer erst rumfummeln, SIM-Karten wechseln, sich nachts einen Shop herbeisehnen oder ewig am Flughafen in einer Schlange anstehen. Aufladen, Knopfdruck und fertig. Schön, Bequemlichkeit kostet natürlich erst einmal, kann aber auch sparen helfen. Je nachdem. Und ich bin drin! Fast immer und überall.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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