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Arctic Alpine AM4 Passive im Test – Physik vs. Traum vom leisen (aber schnellen) PC 1:0

Preislich ist der Arctic AM4 Passive als geschwärztes Stück Strang-Aluminium mit seinen ca. 12 Euro Straßenpreis eine sehr verlockende Option, kleinere PCs so ziemlich lautlos kühlen zu können. Doch bisher war die böse Physik ja immer die Spielverderberin größerer Projekte, weil sie sich nun mal nicht so einfach aus den Angeln heben lässt.

Arctic möchte bestenfalls 47 Watt damit problemlos abführen können, sieht aber real eher 35 Watt als Ziel, um z.B. APUs wie die Ryzen 5 2400 GE noch sicher kühlen zu können. Genau da aber bin ich hellhörig geworden, denn ich bin seit Langem auf der Suche nach etwas Passendem gewesen. Also habe ich auch die Zeit investiert, das gute Stück mal zu testen.

Lieferumfang und Unboxing

Packen wir’s aus und an! der insgesamt 9,9 x 9,9 cm große, schwarz anodisierte Aluminium-Block wiegt laut Laborwaage 559 Gramm. Der Kunde erhält außerdem noch vier Schrauben samt Federn und selbstklebenden Unterlegscheiben. Der Aufkleber samt QR-Code für das Handbuch ist nett, führt aber leider auf die falsche Seite, wo man sich dann in der Übersicht erst einmal wieder zum Produkt durchhangeln muss. Diesen Aufkleber hätte man auch weglassen können.

Der Kühler selbst wird zudem bereits mit applizierter Wärmeleitpaste geliefert und man müsste eigentlich nichts weiter tun, als das gute Stück aufzusetzen und zu verschrauben. So ganz unter uns, mit besserer Paste würde man sicher noch einmal 1-2 Kelvin einsparen, was allerdings den Kohl auch nicht wirklich fett macht. Das passt also schon so, wie es aus der Schachtel kommt. Auch wenn es nicht ganz optimal ist.

 

Die acht Gewinde-Löcher am Boden lassen eine flexible, auch um 90° gedrehte Montage zu, zumal die Fläche ja auch quadratisch ist. Mehr gibt es zu diesem Alu-Schnittchen auch nicht zu schreiben.

Montage und Einbautipps

Hierbei sollte man dann doch ein wenig aufpassen. Liegt die Platine im Gehäuse (also horizontal), spiel die Einbaurichtung theoretisch kaum eine Rolle. Hängend montiert (also vertikal) ist der Faktor Eigenkonvektion nicht ganz unwichtig. Das Bild unten zeigt auch, dass der Speicher im Falle des gedrehten Kühlers eine Seite der Lamellenöffnungen fast zur Hälfte verdecken würde. Dann schon besser so, wie im Bild dargestellt.

Für die Montage muss man die Backplate auf der Rückseite des Motherboards und die beiden Brackets entfernen, da der Kühler von hinten ohne Backplate direkt mit den vier Schrauben befestigt wird. Das ist akzeptable bei dieser Größe, bzw. wäre es, würden die Gewinde der Schrauben ca. 0,5mm eher enden. Man sieht es am Foto der ITX-Platine sehr gut, dass der Druck zu groß wird und die Platine durchbiegt. Wobei es sich beim Motherboard nicht um einen billigen 4-Layer-Leichtbau-Boliden handelt.

Testsystem und Messaufbau

Das Problem ist wie immer die CPU bzw. deren Nichtverfügbarkeit, denn so ein Ryzen 5 2400GE ist zwar mittlerweile typisches OEM-Futter, aber schwer zu bekommen und er wird auch von AMD leider nicht gesampelt. Deshalb habe ich einen Ryzen 5 2400G genommen, die Taktraten der GE-Version angepasst und auch die Spannungen so eingestellt, dass es in etwas dem GE entspricht. Es ist nicht absolut deckungsgleich, aber es passt schon ziemlich gut so.

Hier noch einmal der komplette Testaufbau, bevor es wieder ans Eingemachte geht:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
AMD Ryzen 5 2400G  @45 Watt
MSI B350I Pro AC
2x 8GB G.Skill FlareX DDR4 3200
1x 1050 GB Crucial MX300
Kühlung:Arctic Alpine AM4 Passive
Gehäuse:
Microcool Banchetto 101
Monitor:Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
Mainboard Sensors, HWiNFO64, Aida64, Custom Software (I. Wallossek)berührungslose Gleichstrommessung am 8-Pin EPS-Anschluss
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
1x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
2x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
2x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
BetriebssystemWindows 10 Pro

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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