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Wenn Preis und Leistung zu überzeugen wissen: 1More In-Ear Triple Driver BT | igor´sLAB Review

Kopfhörer sind ein heikles Thema, wenn es um Qualität, Klang, Passform und Geschmack geht. Kaum ein anderes Hardwareteil wird so kritisch hinterfragt, wie Kopfhörer. Schließlich spielen eine Reihe an Faktoren mit, wenn es darum geht, seinen Lieblingskopfhörer zu finden.

Inbetriebnahme

Kommen wir also zum wichtigen Teil: die Inbetriebnahme. Zum Test wird ein iPhone X und ein iPad Pro herangezogen. Auch ein MacBook Pro muss als Testkandidat herhalten. Der Koppelvorgang wird einfach gestartet: Man hält den Powerbutton am Neckboom für 4 Sekunden gedrückt, bis die StatusLED abwechselnd rot und blau leuchtet. Dann öffnet man auf dem zu koppelnden Audiogerät die Bluetooth-Suche und wählt dann den 1More Triple Driver BT als erkanntes Gerät aus.

Mit allen drei Testgeräten klappte das Koppeln auf Anhieb und stellte mich vor keine Rätsel. Eingeschaltet wird der Kopfhörer später dann durch einen 2-Sekunden-Druck auf den Powerknopf. Der Kopfhörer koppelt sich dann mit dem zuletzt verbundenen Gerät wieder automatisch. Ein On-the-fly-Wechsel zwischen den Geräten ist nicht möglich, man muss den Pairingprozess, wie vorhin beschrieben, neu starten. Ausgeschaltet wird der Kopfhörer schliesslich mit 4 Sekunden Druck auf den Power-Knopf, wenn der Kopfhörer im Betrieb ist.
 
Der Ladestand des Kopfhörers wird bei kompatiblen Geräten in der Statuszeile angezeigt. Das funktioniert sowohl unter iOS, wie auch MacOS in 10%-Schritten. So weiss man ungefähr, wie lange man noch Musikgenuss hat, bevor die Lichter ausgehen. Aufgrund des Fehlens eines Gerätes auf Android-Basis, kann ich hier leider keine Aussage treffen, wie es sich unter Android verhält. Die Koppelprozesse sollten aber ähnlich sein. Auch der Akkustand wird dargestellt.

 

Hörtest Musik

Klassik:

Andrea Bocelli – It’s Time to say goodbye – (FLAC 48kHz/16bit – 958kbps)

Kommen wir mit diesem Stück zu einem recht anspruchsvollen Test für den Kopfhörer. Zum Einen muss der Kopfhörer beweisen, ob er in der Lage ist, ein breites Bühnenbild aufzubauen, die Präsenz auch filigraner Instrumente gekonnt in Szene zu setzen weiss und auch Instrumente mit Tiefgang präzise umsetzen kann.

Die Tiefen wirken sehr präsent, neigen aber nicht dazu in ein Bassgesabber oder unkontrolliertes Schwingen überzugehen. Tiefe Passagen werden mit dem nötigen Respekt und einer sehr guten Präzision wiedergegeben. Erstaunlich, dass der Winzling hier soviel Kraft und Nachdruck verleiht. Er konkurriert hier auf Augenhöhe mit meinem beyerdynamic DT990 Pro (welcher mein Ohrensofa ist und in Sachen Klang bisher meine Referenz darstellt!)

In den Mitten wirkt der Kopfhörer sehr ausgeglichen und nicht zu dominant. Gerade bei den Vocals merkt man, dass sich der Kopfhörer zusammen mit den Instrumenten um einen klar differenzierten Bühnenaufbau bemüht und dies auch gekonnt schafft. Ohne akustische Aufpolierer wird hier bereits ab Werk mit einem sehr sauberen und neutralen Klang gepunktet und konkurriert auch hier erfolgreich mit meinem DT990 Pro! In den Höhen, der Spezialdisziplin dieses Kopfhörers, wird abermals unterstrichen, was eine fein differenzeirte Klangbildauflösung bewirkt. Man hört zum Teil die Bögen auf den Saiten der Streichinstrumente klar heraus, wie auch jedes noch so feine Geräusch, welches den Liveness-Faktor eines Orchesters unterstreicht.

Auch die Stimme von Andrea Bocelli wird sehr sauber und differenziert in den Höhen wiedergegeben, was dieses Stück auf diesem Kopfhörer zu einem Klanggenuss pur werden lässt.

Fazit: Der kleine In-Ear feuert scharf gegen meinen DT990 Pro und kann hier in Sachen Präzision sogar noch besser punkten! Erstaunlich, dass 1More es hier schafft, sogar einen Vollblut-Stereokopfhörer für Anlagen in die Schranken zu weisen.

 

 

Jazz:

Die Tiefen werden klar von Kontrabass und andern markanten Instrumenten dominiert. Präzision ist hier ebenfalls wichtig, damit die harmonie der Jazzmusik nicht gestört wird. Der Kopfhörer leistet sich keine Schwächen und kann, wie bereits mit dem Klassikstück, seine Präzision untermauern.  In den Mitten werden die Vocals sehr differenziert wiedergegeben und es entsteht kein Gefühl, dass der Klang muffig ist. Es ist, als ob man bei 1More den Kopfhörer mit vielen Musikstilen getestet und optimiert hat. Auch die Instrumente haben den nötigen Punch und die Präzision, um die Harmonie nicht zu unterbrechen. Das ist gefällig und verdient Respekt!

In den Höhen merke ich dann erneut, dass der Kopfhörer durch sein Design gerade in diesem Bereich punkten will und es auch schafft. Man hört besonders die rauchige Stimme natürlich und unverfälscht heraus, was eines der Stilelemente des Jazz ist. Aber auch Blechinstrumente (Trompete, Saxophon) werden mit einer ungeheueren Präzision abgebildet, die man sonst nur von richtig audiophilen Kopfhörern oder Standboxen kennt.

Fazit: Auch Jazz lässt sich mit diesem Kopfhörer geniessen. Die Differenzierung und Natürlichkeit des Klangs lassen keinerlei Zweifel übrig! Wieder einmal ist der 1More Triple Driver BT hier auf Augenhöhe mit meinem DT990 Pro.

 

Rock:

AC-DC – Hells Bells (Live) – (FLAC 48kHz/16bit – 729kbps)

Wenn es um richtig fetzige Musik geht, die aber nicht nur in ein drumgestütztes Gegröhle übergeht, dann man in Sachen Rock bewusst AC-DC aufführen, die mit ihren Songs berühmt wurden. Zu meinen Lieblingen zählt hier klar Hells Bells (Live), welches sowohl einen sehr ruhigen Start hat, aber dann in einem Instrumental- und Gesangsfeuerwerk übergeht. Da das Stück eine Live-Aufzeichnung ist, muss der Kopfhörer hier eine weitere Disziplin bewältigen. Das Jubeln und Gekreische der Fans gekonnt herausarbeiten, damit wiederum das Musikstück im Vordergrund steht.

In den Tiefen kann der Kopfhörer wieder seine Präzision zur Schau stellen. Die Percussions werden sehr präzise wiedergegeben. Kein Nachschwingen, kein unkrontrolliertes Bassgesabber, dafür aber ein ordentlicher Punch, wie man ihn bei Rockmusik all zu oft bei Kopfhörern vermisst. Sogar mein DT990 Pro muss sich hier hinten anstellen, da er hier und da die Präzision vermissen lässt und etwas mehr nachschwingt (was aber auch daran liegt, dass die Membran mit 50mm Durchmesser auch deutlich mehr Masse schiebt!)

In den Mitten hört man die Vocals sehr schön heraus. Kein Übersteuern auch bei hohen Lautstärken, die Percussions verschlucken die Vocals nicht. Das ist einfach Hörgenuss. Der DT990 Pro brilliert hier ebenfalls. Beide sind hier klar auf Augenhöhe. In den Höhen wird es speziell dann wieder für die Percussions und auch Saiteninstrumente interessant. Die Cymbals klingen weder matschig noch undifferenziert sonder klar und präzise! Gleiches gilt auch für die Gitarren, deren Saitenzupf man gut heraushört und weder verzerrt noch künstlich klingen. Der DT990 Pro lässt hier und da die Präzision vermissen, aber es hält sich in Grenzen. Trotzem punktet hier der 1More Triple Driver In-Ear!

 

House:

Axwell – Feel The Vibe (Extended Club Mix) – (FLAC 48kHz/16Bit – 658kbps)

Kommen wir nun zu den etwas moderneren Musikstilen. Bei der Musik ist Präzision eher im Bassbereich gefragt, dennoch sollen Tiefgang und Punch darunter nicht leiden. Hier hat mein DT990 Pro bisher allen anderen Kopfhörern in meinem Repertoire gezeigt, wer die Hosen an hat! In den Tiefen merke ich, dass der Kopfhörer seine Präzision wieder einmal in Szene setzt. Weder unkontrolliertes Nachschwingen noch fehlender Punch lassen den Song absaufen.

Das ist bei In-Ears keinesfalls einfach so gegeben, da sie bauartbedingt mit deutlich weniger Klangvolumen auskommen müssen. Manche Hersteller “cheaten” hier mit Klangoptimierungen, um eine Klangfülle vorzutäuschen. Nicht selten endet DAS dann aber in einer Klangkatastrophe, die man besonders von den Beats-Kopfhörern kennt. Das ist weder schön, noch freuen sich die Ohren auf so eine Klangsuppe.

Respekt also, dass 1More hier auf fragwürdige Klangoptimierungen verzichtet und die Tiefen unverfälscht weitergibt, aber dennoch eine Klangtiefe aufweist, die man sonst nur von grossen Over-Ears kennt. Erneut sind der DT990 Pro und der Triple Driver BT auf einer Ebene!

In den Mitten sind wieder die Vocals zuhause, aber auch die Synth-Instrumentals. Auch hier muss man neidlos anerkennen, dass die Präzision gekonnt umgesetzt wird und sich keine Blöße gibt. Natürlich und unverfälscht, wie es sein muss. Ich vergesse manchmal, dass ich statt dem DT990 Pro die Triple Driver BT in den Ohren habe, weil die Klangbühne nahezu identisch ist! In den Höhen doiminieren dann die Synth Percussions und auch die Vocals. Auch hier wieder eine Punktlandung. Kein überzogenes Hissing oder übertriebene Höhen durch Soundforming. Einfach nur Wow! Manche Details verschluckt mein DT990 Pro, also geht der Punkt an den 1More Triple Driver BT!

 

Trance:

Ferry Corsten – A Day Without Rain – (FLAC 48kHz/16Bit – 596kbps)

Manchmal muss man seine Ohren auch mal ein bisschen mit hämmernden Electrobeats malträtieren, auch, wenn man mal Dampf ablassen muss. Bühne frei für Ferry Corsten!

In den Tiefen kann der Kopfhörer mit sehr gutem Tiefgang für einen In-Ear mein Herz gewinnen. Wieder einmal sei die Präzision hervorgehoben, die statt einem unkontrollierten Bassgewummer einen ordentlichen Druck ins Trommelfell zaubert, ohne dabei zu übersteuern oder Präzision vermissen zu lassen. Natürlich kommt mein DT990 Pro hier noch ein Quäntchen tiefer, was aber auch daran liegt, dass der DT990 Pro über einen wesentlich grösseren Klangkörper verfügt. Man darf hier nicht unfair sein! Was 1More hier leistet, ist sehens- bzw. höhrenswert, denn der Winzling im Ohr braucht sich für das Klangergebnis nicht zu schämen. Der Bass geht weit runter. So weit, wie es die Bauart eben zulässt. Das muss man neidlos anerkennen. So kann ich hier keinen klaren Sieger definieren!

In den Mitten merkt man dann, wie wichtig wieder einmal unverfälschte Soundwiedergabe ist. Auch Eillis’ Vocals kommen hier mit einer Nackenhaar-aufstellenden Präzision und Klanggüte daher, dass man die Kopfhörer nicht hergeben mag. In den Höhen werden die Synth Percussions wieder dominant und müssen sich von den Hochbereichen der Vocals lösen. Das gelingt dem Kopfhörer auch hier ganz gut und man tut sich schwer, irgendwelche Schwächen zu finden! Punktgleichheit zwischen dem DT990 Pro und dem 1More Triple Driver In-Ear BT!

 

 

Gesamtfazit Musik

Was soll man sagen. Es gab bisher keinen In-Ear, der mich so gefesselt hat, wenn es um Klang, Differenziertheit oder Präzision ging. Auch wenn ich auf anderen genres mal mein Trommelfell massieren wollte, habe ich oftmals von In-Ears wieder auf meine bewährten DT990 Pro gewechselt. Der 1More Triple Driver BT ist hier nun ein Game Changer, da er mir all die Eigenschaften auf portablem Raum gibt. Der Vorteil ist, dass er sich prima einfach mal so mitnehmen lässt. Sein Einsatz im Fitnessumfeld hat er ebenfalls unter Beweis gestellt und man kann prima Workouts mit dem Kopfhörer machen. Ob auf dem Laufband, dem Fahrrad oder auch Stepper: Der Neckboom sitzt und verrutscht nur minimal, auch wenn man schwitzt. Die Schaumstoffpolster garantieren auch bei schwitzigen Ohren einen festen Halt, wo hingegen die Silikoneinsätze gerne mal herausrutschen.

Durch ENC/ANC werden auch so manche Nebengeräusche wirksam herausgefiltert, sodass der Musikgenuss nicht gänzlich durch Nebengeräusche gestört wird. Dass das natürlich nicht ganz so wirksam ist, wie bspw bei den Sennheiser HD 4.50 BTNC mit ANC, liegt zum einen daran, dass der Kopfhörer komplett geschlossen ist und die Ohrpolster die Hörmuschel komplett umschliessen und so schon ein Grossteil der Umgebungsgeräusche isoliert werden. Dennoch sind die Sennheiser HD 4.50 BTNC den In-Ears von 1More unterlegen. Zum Einen die Portabilität und zum Anderen auch die Klangtreue. Das gefällt und hier verdient sich der 1More Triple Driver BT eine klare Bestbewertung!

 

Kommunikation

Wie bereits eingangs beschrieben, erlaubt der 1More Triple Driver auch eine Hands-Free-Kommunikation. Ein eingebautes Mikrofon im linken Bügelteil nimmt die Sprache auf und bedient sich ebenfalls einer Rauschunterdrückung, um Störgeräusche zu filtern. Ich habe die Kommunikation getestet und das Resultat spricht hier für den 1More Triple-Driver In-Ear BT: Das Gegenüber hört mich klar verständlich ohne Verzerrungen und übermässige Störgeräusche. Sogar bei mässigem Wind ist die Stimme noch verständlich, wo manch andere Headsets bereits die Segel streichen!

Auf der Hören-Seite kann der Kopfhörer ebenfalls punkten. Der Teilnehmer kommt unverfäscht an. Unterbrechungen durch Störgeräusche am Mikrofon gibt es nicht, eine vollständig bidirektionale Kommunikation ist gewährleistet. Durch das neutrale Klangbild wirken auch Höhen im Gespräch, speziell Sibilanten und Krachlaute nicht überspitzt und werden so keine Geduldsprobe für das Trommelfell. Die Bedienung ist intuitiv und schnell erlernbar: Abehmen/Auflegen = 1mal kurz drücken – Ablehnen = 1mal lang drücken. That’s it!

Auch hier hat 1More seine Hausaufgaben gemacht und zeigt, dass sich Musikgenuss und Kommunikation sehr wohl in ein und dasselbe Gerät gekonnt integrieren lassen.

 

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About the author

Gerhard Koschany

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