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Welcher passt besser? Nubert nuPro X-3000 RC oder nuPro X-4000 RC und die Qual der Wahl

Bedienungskonzept und App

Das altbekannte Steuerkreuz samt der untergliederten Menüs ist besser und intuitiver zu bedienen als man vermuten könnte, da gibt es Schlimmeres. Trotzdem wurden einige der Funktionen auch an eine App weitergegeben, zu der ich auch gleich noch komme. Das schwarz-weiße OLED-Display ist gut ablesbar und in der hellsten Stufe auch noch lichtstark genug, um bei aufgesetzter Frontabdeckung durchzuscheinen und erkennbar zu bleiben. Die Zahlen sind gut ablesbar.

Zugelegt hat auch die Fernbedienung, die jetzt optisch und auch haptisch eher an eine metallische Konstruktion erinnert und nur noch wenig vom alten Plastik-Charme der Scheckkarten älterer Generationen versprüht. Das kann man gern so lassen, es muss ja nicht immer ein von nordischen Jungfrauen handgefeilter Leichtmetall-Mono-Block sein. Die Tasten besitzen einen guten Druckpunkt, auch wenn die IR-Schnittstelle etwas verzögert und eigentlich auch nicht mehr zeitgemäß ist. Die Trefferquote bei großen Räumen ist da eher bescheiden.

Da nimmt der Nerd von Welt dann doch lieber die App zu Hilfe, die nach dem Pairing im BT-Modus auch ganz gut funktioniert. Die wichtigsten Einstellungen des System-Menüs bekommt man damit auch, was löblich und recht bequem ist. Leider arbeitet diese App mit einer recht großen Latenz und Dinge wie die Lautstärkeregelung arbeiten zum Teil auch nicht synchron. Manchmal beschert einem die Abfolge Touch in der App -> Master – Slave mit sehr starken Verzögerungen in der Summe eine nette Günther-Nubert-Gedächtnis-Sekunde, bis die Eingabe endlich auch am Ohr angekommen ist. Ok, gönnen wir uns diese Auszeit oder greifen doch besser zur Remote und dem Steuerkreuz an der Master-Box. Einmal beim App-Laustärkerad zu weit gedreht, weil das Resultat so extrem hinterherhinkt, kann man mit etwas die Pech die gesamte Nachbarschaft aufwecken. Dann helfen eigentlich nur noch Mute und eine Entschuldigung am Morgen danach.

Es gibt mittlerweile drei verschiedene Soundprofile, die man per Remote und App konfigurieren und umschalten kann; das ist Spitzenklasse und ungemein praktisch obendrein. Neben der Nubertsche Klangwaage, die Höhen und Tiefen linear an- oder absenkt, kommt in der App zusätzlich noch der neu implementierte 5-Band- Equalizer zum Einsatz. Schön ist auch der Hochpass (App oder Systemmenü), der eine Einstellung in 1-Hz-Zwischenschritten erlaubt. Das ist der Erste-Hilfe-Baukasten bei fiesen Moden, wandnaher bzw. Regal-Aufstellung oder zum Anpassen an den zusätzlichen Subwoofer, wenn man die Box von tieffrequenter Arbeit entlasten möchte, was die Maximalpegel bei Vollausteuerung dann aber in nahezu brutale Bereiche treibt.

Die Obergrenze dessen, was dann an den Subwoofer geht, lässt sich im System parallel dazu auch fein einstellen. Ich arbeite aktuell mit 90 / 98 Hz, denn ganz so schmalbandig sind die Filter nicht und ich kann damit eine Unart meines Raumes elegant ausgleichen.

Die Raumkorrektur über die App funktioniert aktuell mit dem iPhone und Abdroid (siehe Foto unten). Allerdings ist der beste Aufsatz sicher Brain 2.0 mit zwei guten akustischen Sensoren an den Seiten. Wer seinen Raum ausmessen kann und / oder ein gutes Gehör besitzt, kommt mit den beiden Frequenzfiltern sowie dem 5-Band-EQ recht schnell recht weit. Auch ohne App und Apple. Und ja, ich habe mittlerweile den Drucker woanders aufgebaut, weil der Schrank darunter störte. Aber wer hat schon Massivholz im Büro?

Naja, wer seinem eigenen Gehör nicht traut, kann mittlerweile mit Hilfe der App und des verfügbaren Dongles für iOS oder Android die Raumkalibrierung sicher auch über die kostenlose App lösen. Meinen eher gruseligen, L-förmigen Büro-Raum zeige ich hier aus Höflichkeit gegenüber dem Architekten nicht als Diagramm, damit muss man (also ich) eben leben.

Zumindest den Sub hat die App gut geschafft, denn die Moden sind reichlich eklig. Der Rest ist mit Gehör und dem Balance-Regler dann noch in mühsamer Nacharbeit etwas besser gelungen. Hier mal die Kurve des Grauens, die ich mit Absicht etwas geglättet habe:

Das Burst-Diagramm zeigt dann auch sehr schön, wie der Raum “mitklingt” und diverse Resonanzen einem auch im Nachganz noch in den Ohren kleben. Im Messraum sieht sowas immer ganz anders aus, aber hier ist es halt die Realität der räumlichen Gegebenheiten, die zum akustischen Erdungskabel wird. Aber für das, was dieser Raum (nicht) bietet, lassen die Einstellmöglichkeiten über App oder Gehör noch eine menge Linderung zu. Immerhin etwas.

 

Wer noch mehr Details wissen möchte, darf sich vorm Teardown auch gern noch den Schnellstart-Guide für beide Geschwister-Boxen einverleiben:

nupro-x-3000-4000-rc-inbetriebnahme-e12

Kommentar

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p
pintie

Veteran

186 Kommentare 133 Likes

"Die Raumkorrektur über die App funktioniert aktuell nur mit dem iPhone, wobei laut Nubert an einem Aufsatz für Android gearbeitet wird."

ist doch unterdessen zu haben https://www.nubert.de/xrc-android-interface/p4349/?category=254

Nubert ist einfach top.

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Igor Wallossek

1

10,488 Kommentare 19,661 Likes

Schau mal ins Review... 😉

Ich hatte vergessen, diesen Satz zu löschen, unten drunter steht es ja richtig :)

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T
TheDustyOne

Neuling

2 Kommentare 0 Likes

Bin ja kein großer Freund von Subwoofern in Hi-Fi Stereosystemen. Klar es kann kleineren Boxen im Bass helfen, aber schon mittlere Standboxen mit deduzierten Basstreibern liefern meistens ein musikalischeres Ergebnis. Wenn Platz keine Hauptsorge ist, würde ich immer zuerst eine Standboxlösung anstreben.
Ansonsten schöner Artikel. Nubert lebt sein Motto wirklich.

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Art

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51 Kommentare 10 Likes

mmh, so wie die Boxen stehen ist es aber mit dem Stereo Dreieck nix oder?

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Bright0001

Mitglied

12 Kommentare 5 Likes

Nubert ist als Firma so sympathisch wie man nur sein kann, aber bei den Lautsprechern fehlte mir immer das gewisse etwas: z.B. die nuBoxen 383 mussten sich bei meinen Ohren den Klipsch RB-81 II deutlich geschlagen geben. :)

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McDexter

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64 Kommentare 25 Likes

Finde die Anschlüsse etwas asymmetrisch. Es kommt mir auf dem Bild so vor, alles ob alles etwas schief ist. (Oder es liegt an mir 😅)
Ich weiß, das so was nicht wichtig ist aber bei 700€ pro boxe sollte so was nicht sein.

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ArcdMchne

Neuling

3 Kommentare 3 Likes

Hach,

muss ich jetzt etwa meine Geldbörse öffnen und meine Nubert NuPro A 20 ersetzen? 😁

Okay, die Geldbörse sagt nein^^

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Igor Wallossek

1

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Da ist nix schief :D

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Igor Wallossek

1

10,488 Kommentare 19,661 Likes

Ich habe meine aktiven Kliptsch ausgemustert. Die Hörner sind einzigartig, aber der Rest ist nur noch China und Mainstream. So hat jeder seinen Geschmack, Ich mags eher analytisch mit einem kleinen Drall zur Überbetonung der unteren Mitten (Grundttonfrequenzen). Das macht alles etwas wärmer. :)

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B
Biedermeyer

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47 Kommentare 11 Likes

Schreibst du auch warum?
So wie geschrieben, bringt das keinem Leser was ;), die RB-81 II sind ja nicht gerade ein akustische Traum.
Ich selbst nutze auch ab & zu mal Klipsch (allerdings eher die grossen Reference RF-7 MK2)

ich sage auch warum:
- hatte sie fuer 1 Woche "Maennerurlaub" (4 Leute+Leinwand+Beamer+Hifi-Rack) mit gemieteten Haus mitten im Wald gekauft, Sau rauslassen
- typisch Klipsch: Musik voll aufs Maul (hoher Wirkungsgrad, Horn)

Im Gegensatz zu den billigeren Serien:
- Horn nicht zu hart, sogar angenehm, fast schon "audiophil"/feinstrukturiert
- Mitten nur leicht nasal
- Bass nur leicht schwammig

- ganz wichtig (fuer mich) als Qualitaetsmerkmal: Wenn alle bruellen, "Mama lauda" ist der Sound gut, bei schlechten Boxen verzieht man das Gesicht, und sagt eher, mach mal leiser...
- die Dinger kannst du so laut machen, bis aus den Ohren Blut kommt, die verzerren dann immer noch nicht
- Subwoofer nicht noetig
- jemand meinte, ein Klavier noch nie so gut gehoert zu haben, wollte die Aufnahme haben - es lag aber nicht an der Aufnahme ;)

Audiophil verrecken sie trotzdem gegen meine kleinen Kompaktlautsprecher Audiodata Mignon + Sub Rel Stenor III (am Hi-Level angeschlossen, also an Lautsprecheranschluessen zwecks Homogenitaet), die klingen auch leise sehr plastisch.
Genau das kann Klipsch durch das Horn nicht, 3-dimensional (Test Phasenverschiebungen), einen Koerper aufbauen, die Buehne ist immer weiter hinten... - alles kein Problem, man muss es nur wissen, und deshalb interessiert mich deine Einschaetzung Bright0001, das "warum".

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Ericius

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41 Kommentare 13 Likes

Bei mir sinds nach dem Testen dann die Audio Pro T20 vom netten Händler nebenan geworden, die machen sogar 5 Meter weg auf dem Sofa noch Spaß. Oluvs Vergleichsvideo dazu ist ganz lustig, vor allem für den halben Preis.
Bis eben war mir gar nicht klar, dass Lautsprecherpreise auch ganz schön angezogen haben. Ich hatte vor 8 Monaten 25% weniger gezahlt, als die jetzt kosten sollen o.O

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Blueline56

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38 Kommentare 8 Likes

Ich habe und höre noch mit meinen alten Quadral Montan MK3 Musik, die brauchen halt einen starken Verstärker/Endstufe, damit sie ihr volles Potinzial ausspielen können (niedriger Wirkungsgrad, daher viel Power nötig) und bin nach wie vor sehr zufrieden damit. Die Hochton Bändchen möchte ich nicht mehr missen :)

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ChristianB

Mitglied

25 Kommentare 4 Likes

Alles China..was ist nur mit Nubert geschehen :sick:

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Igor Wallossek

1

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You get what you paid for. Komponenten und Handwerk können auch dort High-End Niveau erreichen. 😉

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ro///M3o

Veteran

361 Kommentare 249 Likes

Päh... ich finde ja, dass meine Edifier R1280DB, die ich am Black Friday günstig schießen konnte, sehr gut klingen. Für 80€ das Paar sogar extrem gut klingen aber die Nubert müssen ja dann von einer ganz anderen Welt sein (zumindest sollten sie das bei dem Preis) wenn ich den Artikel zu den Lautsprechern so lese 🤪 würde ich auch sehr gerne haben 😍
Wehe ihr lacht mich jetzt aus :LOL:

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Igor Wallossek

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Dazwischen liegen ganze Galaxien. Und gefühlte 100 dB... 😂

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Bright0001

Mitglied

12 Kommentare 5 Likes

Ich bin nur mäßig audiophil und hab vor allem keine Gabe dafür, meine Eindrücke so blumig zu beschreiben wie du und andere das hier beherrschen. Ist auch schon ein paar Jährchen her. 😅

Die Anforderungen an die Lautsprecher waren damals schon recht extrem:

  • Sie sollten als Nahfeldmonitore eingesetzt werden können (~1m Hörabstand)
  • Sie sollten einen kleinen Raum (~14qm) mit Musik und Film beschallen
  • Sie sollten auch mal eine (große) Küche/Wohnzimmer-Kombi zum Party-Ort machen können
  • Und das alles für ein schmales Studenten-Portemonnaie

Nach der klassischen Tour durch die LS-Läden und Internetrecherche wollte ich auf jeden Fall die Nuberts ausprobieren, und war eigentlich von Anfang an enttäuscht: Dabei fällt es mir schwer den genauen Punkt zu beschreiben, aber selbst mein anfänglicher "Hype" konnte das nicht aufwiegen. Überraschenderweise kam der Bass bei mir auch überhaupt nicht durch - weder im kleinen Zimmer noch im großen.

Als letzten Versuch der Online-Bestellung hab ich es dann nochmal mit den Klipsch probiert, und es war es einfach. Auch hier kann ich nicht genau sagen was mich eigentlich begeistert, aber der Klang ist klar, die Bässe saftig (aber nicht matschig!); ich war direkt verliebt.
Zu der Partytauglichkeit auch eine kleine Anekdote meinerseits: Wir haben die Lautsprecher im großen Partybereich aufgestellt, Subwoofer dran, Musik an und pure Begeisterung! Es war direkt klar, dass wir im Wohnheim die neue Referenz für Audio-Equipment sein werden, wenn denn nicht gerade wieder ein DJ sein Profi-Zeug anschleppt. Erst danach haben wir realisiert, dass der Subwoofer einfach mal komplett ausgeschaltet war, und die Klipsch den Boden von allein zum Wackeln bringen können.

Und joa, auch jetzt hab ich noch ziemlich große Freude an den Teilen, und denk gar nicht dran zu wechseln. Liegt aber vielleicht auch einfach daran, dass ich keine Stand-LS von Klipsch gehört habe - aber wozu schlafende (und vor allem teure) Hunde wecken? 😂

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ChristianB

Mitglied

25 Kommentare 4 Likes

Ein 570 € Subwoofer von Nubert hat kurz nach Ende der Garantie Gleichstrom auf einem Chinch Eingang. Sowas darf nicht passieren! Nubert gleicht die miesere Qualität aber mit sehr gutem Kundenservice aus, und hat den Sub anstandslos repariert.

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H
Himmelhund83

Mitglied

24 Kommentare 7 Likes

Nach Igors Bericht liebäugel ich mit einem Nubert nuSub XW-1200 (Subwoofer) gibts erst ab April, was meine Nachbarn dazu sagen? unter mir hab ich eh niemanden xD

2 x 681 stehen hier schon ^^

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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