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Wavemaster Cube Neo Bamboo im Test – 2.0 System für kuschelige Ecken

Verkauft haben sich die Wavemaster Cube im schlichten Retro-Design ja recht gut, aber immer nur foliertes, fades Schwarz oder Weiß auf einem Korpus aus langweiligem MDF? Mit den neuen Wavemaster Cube Neo bietet der Hersteller nun einen würdigen Nachfolger, bei dem sich aber nicht nur die Optik entscheidend verändert hat.

Dass man sich klanglich etwas dem Mainstream angepasst hat, nun ja. Das musste wohl irgendwann letztendlich kommen. Aber man hat auch die komplette Elektronik samt Netzteil gleich mit generalüberholt und deutlich mehr Features hinzugefügt. Was mich daran persönlich freut ist der Umstand, dass Wavemaster genau die Features hinzugefügt hat, die ich mir im Review des Cube seinerzeit so gewünscht hatte.

Wenn der Designer auch ab und an auch übers Ziel hinausgeschossen sein mag, dies kann man am Ende sicher verschmerzen, denn alles in allem sind es ein paar recht brauchbare Gesellen. Aber auch das wollen wir im Review natürlich nicht verschweigen. Denn wo Licht ist… also genau das Spielchen mit dem Schatten eben.

Lieferumfang und Unboxing

Doch packen wir die Geschichte erst einmal aus, denn ich war schon ein wenig gespannt, was sich in der Box neben chinesischer Luft so an Boxen und Zubehör befindet. Da wären neben dem eigentlichen Boxenpaar (aktiv, passiv) noch das Netzanschlusskabel, ein 3,5mm-Klinkenkabel, ein Anschlusskabel von Cinch (RCA) auf die 3,5mm-Klinke sowie ein zweiadriges Anschlusskabel für den linken, passiven Lautsprecher einschließlich verzinnter Enden.

Zusätzlich erhält man diesmal auch noch eine recht ordentlich und stabil anmutende Fernbedienung samt Batterien und ein kleines Handbuch. Das war’s dann auch schon, wobei man statt des Klinkenkabels vielleicht lieber ein optisches Kabel beigelegt hätte. denn um die Lautsprecher an einen 3,5mm-Klinkenausgang anzuschließen hätte man ja auch das RCA-Kabel umgekehrt anschließen können, da die Cube Neo beides können. Schade.

Optik, Haptik und Funktionalität

Im Prinzip hat sich am Design erst einmal nicht viel verändert, wenn man sich die Formensprache so anschaut. Dafür ist das Material des Korpus ein Besonderes. Der Supplier von Wavemaster setzt bei diesem Modell auf Bambus. Doch stopp, sind die Bambus-Rohre nicht hohl und rund? Um dieses Problem zu lösen, wird der Bambus geteilt, aufgeweicht, geglättet und dann in längeren Faserabschnitten wieder zu Platten verleimt. Also faktisch MDF aus nachwachsenden Rohstoffen. Das geht sogar so gut, dass man einen einigermaßen verwindungssteifen, aber immerhin fast schon ultraleichten Unibody pressen kann.

Ich habe insgesamt eine Maximalstärke der Rückwand von nur 0,9 cm gemessen. Was schon erstaunlich dünnwandig ist, denn ein vergleichbarer Body aus MDF ist meist deutlich stärker als 1 cm. Gute konventionelle Boxen haben da schon mal 1,9 cm und mehr, wiegen dann aber auch schon mal das Drei- bis Vierfache. Die passive Box brachte hier nur ganze 2520 Gramm auf die Laborwage, der aktive rechte Gegenpart dann 2742 Gramm.

Auch die Abdeckung des Tief-/Mitteltöners und der Hochtonkalotte sind weiterhin aus schwarz beschichtetem Lochmetall. Das wiederum ist gut für Familien mit kleinem Nachwuchs, denn ich will mich besser ausschweigen, welche Verluste ich selbst schon durch allzu neugierige und flinke Kleinkindfinger einfahren durfte. Dann schon lieber eine geschlossene Veranstaltung.

Diese Abdeckungen sind vom Material her zudem auch dick genug, um auch einmal einen nicht allzu heftigen Stoß mit Bravour ab- und auszuhalten. Einfach mal so eben abnehmen lassen sie sich allerdings nicht. Die beiden Chassis sind übrigens versenkt befestigt, so dass der Durchmesser der Abdeckungen vor allem beim Tief-/Mitteltöner etwas größere Dimensionen suggeriert. Es sieht also größer aus, als es ist.

Die Tief-/Mitteltöner mit 13 cm Durchmesser besitzen eine Impedanz von sechs Ohm, die Hochtöner eine von acht 8 Ohm. Dementsprechend ist auch die passive LC-/RC-Weiche ausgelegt, auf die wir später noch zu sprechen kommen werden. Immerhin hat es Wavemaster trotz überarbeiteter Platine vermieden, auf eine DSP-Lösung als Weiche und getrennte Endstufen für die jeweiligen Chassis einer Box zu setzen. Das ist alles noch schön analog und oldschool, was definitiv kein Nachteil sein muss.

Der Lautstärkeregler, der ebenfalls noch den mechanischen Umschalter für die Eingänge realisiert, befindet sich an der rechten Box. Den Knopf hat man wieder etwas reduziert und dem aktuellen Zeitgeist angepasst. Darüber befindet sich die Status-LED und linksseitig noch der IR-Empfänger für die Fernbedienung. Diese ist mit der gebrushten Oberseite sogar recht ansehnlich und liegt gut in der Hand.

Neben der Bereichsumschaltung findet man noch die Regler für Lautstärke, Bass, Höhen und einen Reset-Button für den Klang, sowie die Mute- und die Standby-Taste. Des Weiteren findet man eine Loudness-Taste, um bei geringen Lautstärken die Bässe automatisch etwas anzuheben und eine Art Neutralmodus (“Tone Defeat”), der die Höhen- und Tiefen-Regelung temporär komplett außer Kraft setzt (umgeht). Naja, zumindest ansatzweise.

Die Bassreflexöffnung befindet sich an der Rückseite, was einen Mindestabstand von 20 cm zur Wand (besser mehr) voraussetzt, will man nicht unter Umständen hörbare Effekte provozieren. Das Ganze lässt sich aber mit zwei kleinen Schaumgummipfropfen auch etwas dämpfen, so dass man dann auf Abstände von unter 15 cm setzen kann. Das empfiehlt sich vor allem dann, wenn diese Lautsprecher auf dem Schreibtisch nahe zur Wand stehen oder in bzw. auf einem Regalteil aufgestellt werden sollen.

Die Rückseite der linken, passiven Box ist bis auf Bassreflexrohr und Klemmen komplett geschlossen, es lässt sich also nichts ohne Aufwand öffnen. Die rechte Box mit der Verstärker- und Steuereinheit besitzt eine rückseitig bündig eingepasste Montage- und Trägerplatte, die mit unzähligen Holzschrauben recht vibrationsfrei und stabil fixiert ist. Wer dieses System mit dem RCA-Kabel anschließt, kann sogar die Seiten wechseln, wenn es denn unbedingt so sein muss.

Die bereits angeklebten Gummifüße sind recht rutschfest, aber wer die Lautsprecher im Regal hinlegen möchte, hat den Zonk gewonnen. Warum legt man die Dinger nicht einfach nur einzeln bei und überlässt die Seitenauswahl dann später besser dem mündigen Kunden?

 

Technische Daten und Handbuch

Die technischen Daten haben wir in einer Tabelle noch einmal zusammengefasst:

Lautsprecher
Prinzip: Aktives 2.0 Lautsprechersystem
Tief-/Mitteltöner 13cm Cellulose-Konusmembran
Hochtöner: 25mm Seidenkalotte
Frequenzweiche: Passiv, LC-Filter
Frequenzbereich: 45 Hz – 22.000 Hz
Ausgangsleistung: 2 x 25 W RMS (ca. 2x 22 bis 24 W Sinus Dauerton bei 1 KHz)
Korpus: Bambus-Verbundmaterial mit 0,9 cm Stärke
Anschlüsse: Digitaler TOSLINK-Anschluss (optisch) für Stereo-Signale bis zu 24 bit/96 kHz, 2 x Line-In (3,5 mm und Cinch), Cinch Subwooferausgang (mono)
Bluetooth: A2DP Standard für kabellose, digitale Signalübertragung (ab BT 2.1)
Bedienung: Bass/Höhen-Klangregelung, schaltbare Loudness und Defeat-Funktion
Infrarot-Fernbedienung für alle Steuerfunktionen, Regler für Lautstärke, Eingangswahl und manuelle On/Standby-Schaltung (Gehäusevorderseite)
Netzschalter (Gehäuserückseite)
Gewicht: 2520g passive Box, 2742g aktive Box (Eigenmessungen)
Leistungsaufnahme: 0,43 Watt (Idle), 14,8 Watt (Durchschnitt), 46 Watt (Peak)
Preis
ab ca. 185 Euro Straßenpreis (UVP 259.95 Euro)

Für ganz Neugierige haben wir auch noch das Handbuch als PDF parat:

CUBE_CUBEmini_neo_manual

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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