Grafikkarten Testberichte VGA

Turing Light: Nvidia GeForce GTX 1660 Ti Launch mit der MSI GTX 1060 Ti Gaming X und der MSI GTX 1660 Ti Ventus XS

Nvidia hat es also doch geschafft, einen Turing Chip neu aufzulegen, der herkömmliche Wege im altbekannten RTX-Off-Stil beschreitet und doch die Neuerungen der Architektur herüberretten kann. Wie viel davon in der GeForce GTX 1660 Ti ankommt, das werden wir noch sehen. Denn für jeden Spieler, der sich jetzt fragt, wie die Turing-Architektur von Nvidia funktionieren würde, wenn man die Tensor- und RT-Kerne herausnehmen würde, habe ich heute auch die Antwort in Form dieses Tests.

Platinen-Analyse in Video und Text

Da ich nun auch auf vielfachen Wunsch einen eigenen YouTube-Channel betreibe, habe ich für diese Karte auch ein ausführliches Video zum Tear Down gemacht. Das nachstehende Video springt automatisch zur betreffenden Stelle, wo ich die Platine genau analysiere.

 

Die Platine setzt auf das Nvidia-Basislayout PG161 und verfügt über 6 Layer. Die Spannungsversorgung setzt, analog zu Nvidias Vorgabe, auf ein Design mit 4 + 2 Phasen, wobei Nvidia den Herstellern bis zu 6 Phasen optional offen lässt. In unserem Fall dient ein NCP81610 für die 4 GPU-Phasen und die beiden Phasen für den Speicher. Die Spannungswandler setzen mit jeweils nur einem FDPC5013SG  pro Phase auf einen asymmetrischen Dual-N-Channel-MOSFET, der High- und Low-Side samt Schottky-Diode in sich vereint. Separate Gate-Treiber sucht man hier vergebens.

MSI nutzt die vorgeschlagenen vier Phasen und verzichtet auf zwei weitere, optional mögliche Phasen. Bei reichlich 30 bis 35 Watt pro Phase ist diese Bestückung durchaus zweckmäßig. Eine der vier GPU-Phasen wird zudem aus dem 12-V-Mainboardanschluss gespeist. Interessant ist das Monitoring der Boardpower zur Einhaltung der Power-Limits. Da setzt man auf einen NCP45491 von On Semiconductor, der den Spannungsabfall über den Shunt misst (für die Ermittlung der Stromstärke) und die Spannungen erfassen kann. Dazu packt MSI noch pro Rail eine Schmelzsicherung und eine Spule zur Eingangsfilterung. Fertig.

 

MSI GeForce GTX 1660 Ti Gaming X 6G, 6GB GDDR6, HDMI, 3x DP (V375-040R)

 

Die nachfolgende Tabelle enthält noch einmal die wichtigsten Komponenten:

GPU-Spannungsversorgung

PWM-Controller NCP81610
ON Semiconductor
4 +2 Phasen PWM-Controller
 
Gate Driver integriert  
VRM 4x FDPC 5013SG
ON Semiconductor
Asymmetric Dual-N-Channel MOSFET
Spulen 4x Ferrite Choke (Gekapselte Ferritkern-Spulen)

Speicher und -Spannungsversorgung

Module 6x MT61K256M32-12
Micron
1GB GDDR6 SGRAM-Module
2 Channels x 256 Meg x 16 I/O
12Gb/s
 
PWM-Controller Siehe GPU  
VRM 4x FDPC 5013SG
ON Semiconductor
Asymmetric Dual-N-Channel MOSFET
  Super Ferrite Choke
(Gekapselte Ferritkern-Spulen)

Sonstige Komponenten

Controller 8915FN
ITE
Integrated embedded controller
 
EEPROMs 25Q80EW
Winbond
EEPROM, Single-BIOS
Shunts Spule (Glättung), Shunt und Sicherung pro 12V-Rail (2x)
Shunt Controller NCP45491
ON Semiconductor
Shunt-Controller (Voltage-/Current-Monitor)

Weitere Details

Sonstige
Merkmale
– 1x 8-Pin PCI-Express Anschlusszur Spannungsversorgung
– Filterspule und Sicherung im Eingangsbereich

 

Kühler und Backplate im Detail

Ich habe die komplette Demontage im Video festgehalten, auch hier habe ich die Sprungmarke auf genau diesen Abschnitt gesetzt:

 

Ein großer, von den zwei Lüftern permanent angeblasener Kühlframe, stabilisiert die Platine zusätzlich und sorgt für die Kühlung des Speichers und der Spannungswandler. Die insgesamt 11 Schrauben befestigen die Backplate mit den Gewindeeinsätzen. Der gesamte Kühler wird nur von den 4 Feder-Schrauben am Heatsink gehalten.

MSI setzt beim RAM und den VRM auf hochperformante, nur 0,5 mm dicke Wärmeleitpads. Lustig ist der Umstand, dass man auch auf dem leeren Bereich, wo zwei Speichermodule fehlen, ein Pad vorfindet. Da die GPU nur 6 Module nutzen kann und die Platine keine RTX-Resteverwertung ist, lässt man hier der Variabilität freien RAM, wo man den RAM nun hinsetzt – oben oder unten. Das kann – je nach Kühlerdesign – sogar einen Sinn ergeben. Acht Module an einem 192-Bit Interface wäre ja auch reichlich weltfremd.

Der Lamellenkühlkörper mit seinen eng stehenden, horizontal ausgerichteten Kühlfinnen, setzt auf insgesamt drei vernickelte 6-mm-Heatpipes aus Kupfer-Komposit-Material. Diese sind hinter dem Heatsink abgeflacht und mit diesem verbunden. Insgesamt zwei 87-mm-Lüfter mit jeweils 14 Rotorblättern in den 90-mm-Öffnungen sorgen für ordentlich Durchsatz und Verwirbelungen.

Die gebrushte Aluminium-Backplate trägt nichts zur Kühlung bei und hat wie die Assistentin beim Magier nur eine Aufgabe: schön auszusehen. Das Kühlsystem noch einmal kurz zusammengefasst im tabellarischen Überblick:

Kühlsystem im Überblick
Art des Kühlers: Luftkühlung
Heatsink: Vernickelter Heatsink, GPU
Kühlfinnen: Aluminium, horizontale Ausrichtung
engstehend
Heatpipes 3x 6 mm, vernickeltes Kupfer-Komposit
VRM-Kühlung: über Kühlframe
RAM-Kühlung über Kühlframe
Lüfter: 2x 8,5 cm Lüfter, 14 Rotorblätter
semi-passiv geregelt
Backplate Gebrushtes Aluminium, keine Kühlfunktion

 

 

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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