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QNAP TS-453D in Betrieb genommen und ausprobiert: Facelift trifft neue Intel-CPU

Benchmarks

Ich führe mit den eingebauten Festplatten sowohl einen internen als auch externen Benchmark durch. Natürlich interessiert es mich, mit welcher Geschnwindigkeit die QNAP NAS auf die SSDs zugreift, aber auch welche Leistung die HDDs erbringen. Denn zum einen habe ich mit der TS-677 (ein Test folgt demnächst) einen direkten Vergleich im QNAP-Produktportfolio, zum anderen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass einige unserer Leser sich die WD Red SSDs – ganz gleich ob als M.2-Ausführung oder mit klassischem SATA-Anschluss.

Den Anfang machen aber die beiden WD Red HDDs mit jeweils 8 TB Kapazität. Sie kommen beim sequenziellen Lesen auf durchschnittlich 200 MB/s, wobei eine der Festplatten geringfügig langsamer arbeiter, als die andere. Der Unterschied beträgt aber übersichtliche 8 MB/s oder 9 IOPS.

Die SSDs wiederum erreichen fast punktgenau 422 MB/s, schöpfen also die SATA-Bandbreite nicht vollständig aus. Im RAID-Verbund würde ich damit auf unter 900 MB/s kommen und genau das macht mich doch ein wenig stutzig. Also SSDs wieder ausbauen und erstmal am PC testen.

Hier bescheinigt mir CrystalDiskMark 7 beim sequenziellen Lesen 1002 MB/s und erreicht damit fast die volle SATA-Bandbreite. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der QNAP TS-677: Die SSDs werden im internen Test mit knapp 530 MB/s gelistet.

 

Einsatzgebiet

Dass die QNAP NAS insbesondere in Verbindung mit dem Intel-Prozessor sowohl als kleiner Server, als auch lokale Datenzentrale fungieren kann und damit absolute Datenhoheit bietet, ist schon beinahe selbsterklärend. Ich werde diese grundlegenden sowie die erweiterten Funktionen des QNAP Betriebssystems „QTS“ in einem anderen Beitrag vorstellen. Beim Test des TS-453D möchte ich hingegen einmal mehr Taiwan zu Sprache bringen und damit einen Bogen zum produktiven Einsatz in Unternehmen schlagen.

Die technologischen Entwicklungen in Taiwan sind denen in Deutschland deutlich überlegen, die Infrastruktur ist selbst auf den Reisfeldern auf dem Land flächendeckender, als in manchen Städten in Deutschland. Das führt unweigerlich zu einer starken digitalen Kultur, die sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Während der Mobilfunkempfang samt High-Speed LTE für dauerhaftes „always-on“ sorgt, sehen sich Befürworter der Privatsphäre mit einer massiven Überwachung durch Sicherheitskameras ans praktisch jeder Ecke und Hauswand konfrontiert. Auf dem Flughafen sind an jedem Gate herkömmliche Logitech-Kameras angebracht, in die jeder Reisende schauen muss, um ein biometrisches Foto von sich schießen zu lassen, bevor das Land betreten werden darf. Dieses System funktioniert schon seit Jahren enorm gut, setzt aber bei der Masse an Daten ein Rechenzentrum voraus. Nun lässt sich diese Art der Überwachung natürlich auch in kleinerem Rahmen umsetzen.

Dafür hat QNAP die beiden Anwendungen QVR Pro und QUSBCam2 im Portfolio. QVR Pro stellt die grundlegende Surveillance-Lösung dar und erlaubt es, bis zu 128 Kanäle zu integrieren. Das können Kameras, dedizierte Bewegungsmelder und andere Überwachungsprodukte sein. Acht Kanäle sind in der Basis-Ausführung integriert, für weitere Kanäle hält QNAP den Geldbeutel auf. Da 360°- und Dome-Kameras unterstützt werden, lassen sich aber auch größere Bereiche mit weniger Technik überwachen. Für das lokale Office ist die Lösung also gut geeignet. Die Überwachung von Lagerhallen bedarf hingegen einer umfangreicheren und damit kostenintensiveren Infrastruktur.

QUSBCam2 hingegen ist eine Anwendung speziell und ausschließlich für USB-Kameras entwickelt. Meine TS-453D hat insgesamt fünf davon, vier Kameras kann ich gleichzeitig betreiben, ein Anschluss ist für Wechseldatenträger reserviert. Jeder Kamera wird eine USB-ID zugeordnet, weswegen USB-Hubs immer das Signal von nur einer Kamera weiterleiten, anstatt von allen. Gilt auch für die USB 3.0-Anschlüsse.

Wer das dann auch noch mit einer Gesichtserkennung- und Auswertungslösung kombinieren möchte, bekommt mit QVR Face die passende, kostenpflichtige Anwendung geboten. Die Daten können übrigens nicht nur zwischengespeichert, sondern auch ausgewertet werden. Wer war wann an welchem Ort. Klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas befremdlich und im privaten Einsatz auch im Hinblick auf den Datenschutz fraglich. Im Enterprise-Umfeld ergibt sich daraus aber eine kostengünstige Möglichkeit, flexibel einsetzbare Hochsicherheitsareale aufzubauen.

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