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Prädiktive Polizeiarbeit mit maschinellem Lernen

Der kalifornische Bürgermeister der Stadt Lancaster (160.000 Einwohner) im US-Bundestaat Kalifornien möchte, dass sich der Ausbau eines stadtweiten Überwachungssystems durch die Polizei beschleunigt. In einer Sitzung diskutierte Patti Garibay (Energy Manager) über das IBM-Watson-Dashboard, welches die Polizei seit sechs bis acht Monaten nutzt, um ihre Effizienz zu verbessern. Garibay nennt es ein „hybrides Polizeimodell“. Die Stadt arbeite mit IBM zusammen, um das maschinelle Lernen besser zu nutzen. Die „Maschine“ soll letztendlich mitteilen, wo entsprechend gehandelt werden soll.

Prädiktive Polizeiarbeit auf dem Vormarsch

Mit dem maschinellem Lernen soll es laut Garibay zu einem Erfolg von 99 Prozent kommen. Erfolg heißt hier, dass der Roboter zu 99% genau weiß, was passieren wird und zitiert vor dem Bürgermeister und anderen lokalen Beamten die Testergebnisse aus der Stadt Idaho.

Der Bürgermeister R. Rex Parris stellte in den Raum, warum denn nicht direkt .50-Kaliber (wird von Militärschützen genutzt) verwendet werden und fügte mit einem Lächeln hinzu, dass es eine sarkastische Aussage sei.

In den USA ist präventive Polizeiarbeit auf dem Vormarsch. Unternehmen wie IBM oder PredPol versprechen reduzierte Kriminalitätsraten und eine bessere Ressourcenzuweisung, wenn die Polizei auf ihre proprietären Algorithmen setzt. Bei dem Wort präventiv oder prädiktiv läuten aber bei einigen Aktivisten und Forschern die Alarmglocken. Unter anderem soll die Verwendung von undurchsichtigen Algorithmen Vorurteile auswaschen. Man stelle sich nur mal eine präventive Verhaftung einer nicht begangenen Straftat vor. Lancaster beabsichtigt diese Technologie für eine breite Palette von polizeilichen Aktivitäten einzusetzen. Dabei soll die Technologie für Kriminalitätsprävention und die Bekämpfung der Obdachlosigkeit eingesetzt werden.

Die oben genannten 99 Prozent Erfolgsquote basieren laut Tess Epling vom Lancaster Administration Department nicht auf historischer Genauigkeit sondern auf IBM-Technologie im „Allgemeinen“. Sie fügt außerdem hinzu, dass IBM Berichten zufolge eine Genauigkeit von 90 Prozent erreicht werden soll.

Sean Goodison, Senior Research für Kriminologie, ist der Ansicht, dass es keinen Standardweg gibt, um die Wirksamkeit von Algorithmen zur prädiktiven Polizeiarbeit zu messen. Außerdem kommt noch hinzu, dass unsachgemäße Datenpraktiken, die Kriminalitätsraten in Städten wie New Orleans oder Chicago senken, was bedeutet, dass die Algorithmen mit falschen Daten gefüttert worden sind.


Quelle: Quartz