Gehäuse Grafikkarten Grundlagenartikel Kühlung Lüfter Luftkühlung Praxis Testberichte

Einsteiger-Tutorial: PC-Luftkühlung richtig planen und zusammenbauen

Montage am Boden – der neue Quasi-Standard

Aktuelle PC-Gehäuse setzen überwiegend auf die Netzteilmontage am Gehäuseboden. Das Ganze hat durchaus gewichtige Vorteile, so dass wir eindeutig ein Gehäuse empfehlen würden, welches diese Einbaumöglichkeit bietet. Wie man dem Schema entnehmen kann, saugt der Lüfter durch die Öffnung des Netzteiles vom Boden her kalte Luft an, verwendet sie zur Kühlung aktiver Bauteile innerhalb des Netzteils und stößt sie auf der Rückseite wieder aus.

Manche Gehäuse bieten mittlerweile sogar noch einen sogenannten Tunnel, der als Kabelabdeckung den ganzen Strippen-Salat covert und versteckt. Bei dieser Variante ist das Netzteil nur für sich allein zuständig und stellt einen eigenen, separaten Kreislauf dar.

Vorteile der Netzteilmontage am Boden:

• Stetige Zufuhr kühler Luft vom Boden außerhalb des Gehäuses
• Direkte Abfuhr aus dem Gehäuse
• Geringere Lüfterdrehzahlen notwendig
• Kühlerer Betrieb ermöglicht höhere Effizienz des Netzteils
• Geringere Wärmebelastung der Bauteile, höhere Lebensdauer
• Verlagerung des Gehäuseschwerpunktes nach unten
• Stromkabel hängt nicht in der Luft

Nachteile:

• Das Gehäuse muss eine Öffnung am Boden besitzen
• Es sollte dazu am Gehäuse ein Luftfilter vorhanden sein
• Mögliche Körperschallübertragung auf bestimmte Fußböden

Trotz kleinerer Nachteile ist diese Variante der nächsten Variante jederzeit vorzuziehen und man sollte sich das Gehäuse unbedingt nach diesen Aspekten aussuchen. Allerdings kann man auch hier diverse Dinge falsch machen, es sei denn, man setzt auf ein Passivnetzteil. Ein mit Lüftern versehenes Netzteil mit der Lüftungsöffnung nach oben zu verbauen ist also Unfug. Man sollte diesen Weg nur bei passiven Silent-Netzteilen gehen, damit die Wärme aufsteigen kann. Ansonsten ist diese Variante kontraproduktiv und wegen möglicherweise auch hereinfallenden Teilen wie Schrauben sogar sehr gefährlich.

Einbau des Netzteils oben unterm Gehäusedeckel

Ältere PC-Gehäuse setzen anhand der ATX-Spezifikation auf die Netzteilmontage oben unterm Gehäusedeckel. Dabei wird die Luft vom Gehäuseinneren angesaugt und nach außen abgeführt. Damit sollte ursprünglich die Wärmeabfuhr verbessert und ein Wärmestau vermieden werden. Jedoch bekommt das Netzteil so einen großen Teil der Abwärme ab. Die Folge ist ein ineffizienter Betrieb, denn bei Temperaturen von 40°C und höher sind die angegebene Leistung und der Wirkungsgrad kaum noch zu erreichen (die sich nur oft genug auf Temperaturen um die 25°C beziehen). Außerdem leidet die Haltbarkeit einzelner Bauteile.

Vorteile der Netzteilmontage oben:

• Unterstützende Kühlwirkung bei älteren Konzepten
• kleinere Kabellängen für den 12-Volt-Anschluss notwendig

Nachteile:

• Hohe Netzteiltemperaturen
• Ineffizienter und lauterer Betrieb
• Schnelle Alterung

Das perfekte Gehäuse gibt es sicher nicht. Allerdings kommen große und gut durchdachte Midi-Tower oder Big-Tower dem Ideal schon sehr nahe. Betrachtet man den Innenaufbau gut durchdachter Gehäuse , so findet man nichts, was den Luftstrom bremsen könnte. Platz, Kabelhinterführung und jede Menge Lüfter und Luftfilter zeugen dann von einer sehr gut konzipierten Lösung. Und genau dafür gibt es ja auch unabhängige Tests, denn man sollte nie alles glauben, was die Anbieter oft recht vollmundig versprechen!

Grundsätzlich gilt: alles, was den Luftstrom von unten nach oben beeinflussen kann, ist strikt zu vermeiden. Wer lange Grafikkarten einbauen möchte, muss ein möglichst tiefes Gehäuse verwenden, sonst teilt die Karte den Luftstrom. Dicke Kabel sind stets zu hinterführen und alles, was rumbammelt, stört ebenfalls den Luftzug erheblich. Aber dazu kommen wir ja noch.

Danke für die Spende



Du fandest, der Beitrag war interessant und möchtest uns unterstützen? Klasse!

Hier erfährst Du, wie: Hier spenden.

Hier kann Du per PayPal spenden.

About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

Folge Igor auf:
YouTube   Facebook    Instagram Twitter