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Palit GTX 1650 KalmX 4GB Review – Wann und wie gut funktioniert passive Kühlung wirklich? | Labor-Test

Beginnen wir im Idle und im Niedriglast-Bereich. Die knapp 9 Watt gehen hier völlig in Ordnung. Sobald richtig Last anliegt, werden es knapp 70 Watt im Stresstest und knapp 71 Watt beim Gaming. Diesen Wert habe ich sowohl in Witcher 32, als auch in Metro Exodus messen können. Leichtere Übungen, wie z.B. WoT oder CAD-Anwendungen mit 3D-Vorschau, schlagen noch mit moderateren 50 bis 53 Watt zu Buche. Bei den 70 Watt entfallen übrigens um die 4 Watt auf die 3.3 Volt schiene, so dass die magische Zahl von 66 Watt auf dem 12-Volt-Rail steht wie eine Eins. Warum das so wichtig ist, verrate ich Euch gleich noch.

 

Die Vorgaben für die Power Limits lassen sich übrigens schön auslesen und decken sich mit den Messungen perfekt, bzw. liegen sogar 5 Watt höher.

GPU-Spannungsverläufe (VDDC)

Wenn wir nun die Spannungen vergleichen, dann sieht man sehr schön, wie die Spannung mit steigender Temperatur vor allem beim Betrieb ohne jegliche Lüfter einbricht (und natürlich auch den Takt mit gehörig nach unten zieht), was sich auf dem maximal erreichten Boost-Step auswirkt. Doch dazu gleich noch mehr im Detail, denn jetzt geht es ja erst einmal um die Leistungsaufnahme.

Betrachten wir nun die hochauflösenden Messungen von Leistungsaufnahme und Stromstärke/Spannung. Man erkennt hier bereits sehr schon die Art der Regelung von Nvidias Boost und die Anteile der betreffenden Schienen. Der Einfachheit halber habe ich bei den Grafiken nur die Charts mit der Leistungsaufnahme herausgepickt, denn zu den Strömen komme ich gleich noch:

Normeinhaltung am Motherboard-Slot

Jetzt wird es interessant und ich greife das Thema mit den Strömen gern noch einmal auf. Normen sind dazu da, dass man sie auch einhält oder die Obergrenzen sogar unterbietet. Für die 12-V-Schiene des Motherboards schreibt die PCI SIG vor, dass im Mittelwert nie mehr als 5.5 Ampere fließen dürfen und die Spannung sich dabei an den ATX-Spezifikationen orientieren darf. Würde man also die Norm bei exakt 12 Volt im Mittel einhalten wollen, dann dürfen es nur 66 Watt sein, die diese Schiene wirklich an die Grafikkarte liefert. Und genau da legt die Palit-Karte eine tolle Punktlandung hin! Natürlich handelt es sich da um einen Mittelwert, der natürlich lastabhängig ordentlich schwankt:

Die in vielen Foren gern kolportieren 75 Watt sind übrigens eine urban legend und das Ganze klappt ja auch nur, wenn das Netzteil die ATX-Obergrenzen voll ausnutzt, also ordentlich übervoltet. Das ist hier aber nicht der Fall. Es werden jedoch noch um die 4 Watt von der 3.3-Volt-Schiene beigesteuert, die auf vielen größeren Karten gar keine Rolle mehr spielt. Bei Palit hat man aus der Not aber eine Tugend gemacht, zumal man kleinere Teilspannungen als 3.3-Volt sogar mit weniger Verlusten und Aufwand generieren kann, als würde man es komplett über 12 Volt erledigen.

Netzteilbemessung und gefährliche Lastspitzen

Wie ich in meinem Grundlagenartikel “Der Kampf von Grafikkarte gegen Netzteil – Leistungsaufnahme und Lastspitzen entmystifiziert” bereits ausführlich nachgewiesen habe, existieren durchaus auch kurzzeitig höhere Lasten im Millisekundenbereich, die bei ungünstig entworfenen oder nicht zweckmäßig bestückten Netzteilen bereits zu unerklärlichen Abschaltungen führen können. Da hilft dann allein die vom Grafikkartenhersteller oder den Reviewern gemessene TBP (Typical Board Power) für eine stabile Auslegung des Systems nicht wirklich weiter.

Spitzen mit Intervallen zwischen 1 bis 10 ms können bei sehr schnell reagierenden Schutzschaltungen (OPP, OCP) vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen zu Abschaltungen führen, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch in der Norm liegt. Für diese Karte würde ich deshalb beim Normalbetrieb mit bis zu 100 Watt als Grafikkarten-Last anteilig an der sekundärseitigen Gesamtleistungsaufnahme des Systems kalkulieren, um genügend Reserven für den Fall der Fälle zu besitzen. Einen kurzen Auszug mit höher Auflösung zeigen uns nun die 20-ms-Messungen (10 μS Intervalle), wie ich sie automatisiert zur Wertermittlung laufen lasse:

Beim nächsten Diagramm habe ich neben den Strömen auch noch die Spannung erfasst und man sieht sehr schön die Schwankungen die an der Sekundärseite des Netzteils nicht komplett weggepuffert werden können.

Die Schaltintervalle sind beim Stresstest deutlich größer:

Und auch hier schwankt die Spannung wie eine riesige Pappel im Wind:

Palit GeForce GTX 1650 KalmX, 4GB GDDR5, HDMI, 2x DP (NE5165001BG1-1170H)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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