Kühlung Testberichte Wasserkühlung

NZXT Kraken Z73 All-in-One CPU-Kompaktwasserkühlung im Test – Leistungsstarke Meme-Maschine

Software

Die gesamte Steuerung und das Feintuning erfolgen über das Programm CAM von NZXT. Beim ersten Start wurde ein Firmwareupdate des Kühlers auf v5.7 durchgeführt, alle Tests liefen mit dieser Version. CAM war in der Vergangenheit nicht gerade für Ressourcensparsamkeit bekannt, auch der Online-Accountzwang bereitete Frust. Der Bedarf an 297 Mbyte Speicherplatz ist noch überschaubar, der Hunger bei aktiver Nutzung im Vordergrund oder als Hintergrundprozess aber recht groß:

Rund 180 Mbyte Arbeitsspeicher werden in diversen Prozessen belegt. Und dazu sei gesagt, dass ich bereits etliche Module in den Einstellungen abgewählt habe. Nur Monitoring und die zur Steuerung nötigen Tabs Beleuchtung sowie Kühlung sind aktiv. Einen Offline-Gastmodus hat man mittlerweile zwar zur Auswahl, dieser hat bei mir aber 1-2x Probleme gemacht und das Programm startete nicht.

Davon abgesehen gibt es noch kleinere Problemchen mit dem Programm in Deutsch, da einige Textboxen nicht groß genug sind für die meist längeren Begriffe. Übersetzungen wie “Flüssig” für “Liquid” bei dem Sensor für Wassertemperatur sind auch eher unglücklich. Der generelle Funktionsumfang ist aber gut, diverse Presets für den 320×320 Pixel großen LCD-Display werden noch um die Möglichkeit ein eigenes GIF hochzuladen erweitert. Statische Bilder müssen erst umkonvertiert werden, einfach eine statische PNG oder JPEG Datei anzuzeigen ist nicht möglich.

Pumpe sowie Lüfter lassen sich in 16 Stufen steuern und sogar ein Zero-RPM Modus ist für die Lüfter ist einstellbar. Diverse Daten lassen sich direkt im Programm auslesen, ähnlich einem Aida64 Sensorpanel.

Ein wenig unglücklich ist es natürlich, wenn in der Anzeige für die derzeit anspruchsvollsten Prozesse gleich zweimal CAM auftaucht. Ein wenig GPU-Hardwarebeschleunigung nimmt man auch gleich noch mit.

Test und Methodik

Gekühlt werden muss ein Ryzen 5 3600 bei Werkseinstellungen, dazu gesellen sich 16GB Crucial Ballistix Sport (2x8GB) DDR4 Arbeitsspeicher auf einem MSI B550 Tomahawk (BIOS 7C91vA3). Die Asus ROG Strix GTX 1060 6GB läuft für die CPU Stresstests nur für die Bildausgabe im Zero-Fan Modus mit und als Stromquelle dient ein BitFenix Whisper M 450W. Das Ganze befindet sich im Thermaltake Core P3 als Open Benchtable.

Alle Datensätze werden mit HWInfo64 v6.30-4240 – 2000ms Logging erfasst, die angegebene Temperatur ergibt sich aus dem Sensor CPU Die (Average). Die Last von Prime95 produziert im Schnitt 88 Watt CPU Package Power. Da ich nicht über eine Klimaanlage verfüge, sind die Werte in den Graphen das Delta zwischen Raumtemperatur und Temperatur der CPU.  So lassen sich alle Kühlungen fair vergleichen, auch wenn die Umgebungstemperatur unterschiedlich ist.  Verwendet wird jeweils die dem Kühler beiliegende oder vor aufgetragene Wärmeleitpaste

Benchmarks

Der erste Durchlauf erfolgt mit stufenweise steigender Lüftergeschwindigkeit, die Pumpe bleibt fest bei der maximalen Drehzahl:

100% Pumpe

30% PWM

60% PWM

100% PWM

Drehzahl Pumpe

2700 RPM

2700 RPM

2700 RPM

Drehzahl Lüfter

730 RPM

1365 RPM

1980 RPM

Geräuschcharakteristik

still

Rauschen

lautes Rauschen

Umgebungstemperatur

23,1 – 24,0°C

23,8 – 23,7°C

23,7 – 24,2°C

 

Und als nächstes nochmal umgekehrt, die Pumpenleistung wird stufenweise erhöht und die Lüfter bleiben auf 100% PWM:

100% Lüfter

30% PWM

60% PWM

100% PWM

Drehzahl Pumpe

1130 RPM

1890 RPM

2700 RPM

Geräuschcharakteristik

sehr leises Summen

leises Sirren

Brummen

Drehzahl Lüfter

1980 RPM

1985 RPM

1980 RPM

Umgebungstemperatur

23,2 – 22,2°C

23,0 – 23,2°C

23,7 – 24,2°C

 

Zum Abschluss noch die Gesamtübersicht mit drei weiteren Testdurchläufen sowie Vergleich zu der Konkurrenz:

Für den ersten Platz hat es nicht ganz gereicht, mit sechs Lüfter hat die EK-AIO Elite noch minimal die Nase vorne. Dafür kann sich der Kraken zum Testzeitpunkt den Pokal für die beste 360mm AiO mit drei Lüftern sichern.

Zusammenfassung und Fazit

Betrachtet man die Kraken Z73 nur für sich, können sowohl Kühlleistung als auch optische Spielereien und Software überzeugen, auch wenn es dort noch etwas hängt. 6 Jahre Garantie sind für eine Komplettwasserkühlung ebenso hervorragend! Die Verarbeitung lässt sich ebenfalls nur als tadellos beschreiben.

Das große “Aber” bringt dann aber der hohe Preis. War dieser zur Markteinführung vielleicht noch durch die Innovation mit dem Display begründbar, denn niemand sonst hatte einen, so schwierig lässt er sich jetzt rechtfertigen. Die Konkurrenz schläft nicht und Hersteller wie Asus oder Gigabyte haben bereits eigene, deutlich günstigere AiO-Kühlungen mit eingebautem Bildschirm im Sortiment. Am Ende wird bei solchen Produkten aber wohl die Optik wohl das ausschlaggebende Kaufkriterium sein. Wem diese zusagt bekommt eine sehr gute Komplettwasserkühlung für sein Geld, dem Rest dürften die günstigeren Angebote der Konkurrenz – mit oder ohne Bildschirm – ausreichen. 

Die Testmuster werden selbst gekauft oder von den Herstellern unverbindlich zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf die Tests und Ergebnisse findet nicht statt. Eine Aufwandsentschädigung erfolgt nur in Ausnahmefällen, wird aber dann explizit als solche ausgewiesen und hat ebenfalls keinen Einfluss auf die Testergebnisse.

NZXT Kraken Z73 (RL-KRZ73-01)

MindfactoryZentrallager: 5 Stück lagernd, Lieferung 1-3 Werktage Filiale Wilhelmshaven: 5 Stück lagerndStand: 08.03.21 06:49262,81 €*Stand: 08.03.21 06:54
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FritzHunter01

Veteran

111 Kommentare 70 Likes

Danke Tim,

gutes Review! Mir gefällt die Möglichkeit, dass man Display der Pumpe selbst gestalten kann. Die Leistung der 360er steht außer Frage!
Der Preis is aktuell völlig irrsinnig! 275,- € is wahnsinn!!!

MfG
Fritz

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f
funkdas

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507 Kommentare 166 Likes

Man kann es auch so sehen: Endlich mal ein Hersteller, der die Kohle selber einsacken will, und die übertriebenen Preise nicht dem Handel überlässt.... (Wer Ironie findet, darf sie behalten)

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Tim Kutzner

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142 Kommentare 40 Likes

Die Kommentare unter einem Review zu einer 190 Euro AiO: "Da kann man ja eine Custom Loop für bauen !!11"
NZXT: Hold my beer :D

Der Fairness halber muss man aber auch sagen, dass der derzeitige Preis wohl einfach enorm hoch ist ..
UVP sind zwar 279 Euro, der tatsächliche Straßenpreis war Ende letzten Jahres aber schon bei ~ 220 Euro

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grimm

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1,210 Kommentare 474 Likes

Eines Tages bastel ich mir auch ne WaKü rein. Muss nur mal einen Grund finden.

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Tim Kutzner

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142 Kommentare 40 Likes

Ich habe hier etwas für dich gefunden ---> Link

Buildlog dann bitte nächste Woche posten :P

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grimm

Urgestein

1,210 Kommentare 474 Likes

Nene. Ich muss höchstens die 2080S besser kühlen, die treibe ich mit meinen Einstellungen (zu) hoch. Spiele aber mit Headset, insofern wurscht. Der 1600X bleibt kühl und leise. Ich bin mir auch echt nicht sicher, ob 7 bzw. 5nm sooo toll sind. Wie kühlt man denn solche Strukturen effektiv? Die 5000er Serie und auch die flotten Intels der 9000er und 10000er Reihe glühen kräftig rum. Manchmal zu kräftig, wenn ich gar nicht so wenigen Berichten glauben darf.
Aber in meinem Rechner ist eher die GraKa Temp-Champ.

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DHAmoKK

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1,388 Kommentare 382 Likes

Das passt aber nicht in das Display ;)
Ich hatte ja den Cuplex Kryos Next Vision auf dem i7-3930K. Ist ein nettes Spielzeug, aber wirklich drauf geguckt habe ich nicht, schließlich steht die Kiste ja unter dem Tisch, nicht darauf.

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W
Wie jetzt?

Neuling

9 Kommentare 6 Likes

Nettes review, aber um eine 360er AiO zu fordern müsste so langsam mal eine andere Wärmequelle herhalten - wie wäre es mit einem 5800X? Der Preis ist einfach nur crank, dafür bekäme man fast 3 360er Arctic Liquid Freezer - wenn die denn lieferbar wären.

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Tim Kutzner

Veteran

142 Kommentare 40 Likes

Ich kaufe mir die Test-Hardware selbst, wird also bis auf Weiteres nicht passieren.

Zumal ich dann das Problem habe, dass ich Budget-Kühler nicht mehr testen kann.
Optimal ist es nicht, aber immerhin kann man mit dem R5 3600 testen, wie gut die Kühler mit einem assynmetrischen Anordnung der DIEs zurechtkommen.

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W
Wie jetzt?

Neuling

9 Kommentare 6 Likes

Sorry, war mir nicht klar.
Dann wäre die Arctic Freezer in jedem Fall einen Test wert, die Rev.3 kann in einer normalen und in einer versetzten (offset) Position montiert werden. Da könnte man auch den Effekt der Positionierung vergleichen.

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About the author

Tim Kutzner

Unterstützende Kraft bei den Themen Kühler, Peripherie und 3D-Druck.
Linux-Novize und Möchtegern-Datenhorder mit DIY NAS.