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NVIDIA registriert „Hopper“ GPU-Marke – eine MCM-GPU der nächsten Generation?

Die Kollegen von Videocardz haben ein paar neue Informationen zu NVIDIAs möglicherweise kommenden GPU-Architektur namens „Hopper“ veröffentlicht. Wer jetzt schon den Tab schließen mögliche und sich denkt „noch so ein Gerücht“, dem sei gesagt: Moment, an der Story hier ist mehr dran, als es auf den ersten Blick scheint. Denn NVIDIA hat mehrere Markennamen bei der zuständigen Behörde eintragen lassen, darunter „Aerial“. Die Marken tauchten beim US-Patent- und Markenamt auf und könnten auf eine neuartige MCM-GPU hinweisen.

NVIDIA könnte die MCM-Technologie etablieren und den Grafikprozessoren-Markt gewissermaßen revolutionieren. Ein Grafikprozessor, der so leistungsstark ist, dass kein bisheriger Prozessor – ja, auch Profi-GPUs sind hier gemeint – „Hopper“ das Wasser reichen könnte. Es dürfte dann auch der nächste Schritt in der GPU-Entwicklung sein. Hier erstmal die von NVIDIA eingetragenen offiziellen Marken, die auf eine Existenz des Grafikprozessors hinweisen:

Die Namen der NVIDIA-GPU-Architekturen basieren immer auf Computerpionieren und auch diesmal scheint es nicht anders zu sein. NVIDIAs Hopper-Architektur basiert auf Grace Hopper, einer der Pioniere der Informatik und einer der ersten Programmierer von Harvard Mark 1 sowie Erfinderin der ersten Linker. Sie machte auch die Idee maschinenunabhängiger Programmiersprachen populär, was zur Entwicklung von COBOL führte – einer frühen High-Level-Programmiersprache, die heute noch im Einsatz ist. Sie meldete sich außerdem bei der Marine an und half den amerikanischen Generälen während des Zweiten Weltkriegs.

Ein MCM-basiertes Design ist wohl der nächste Schritt in der GPU-Entwicklung, da heutige Technologien durch die Optik bei EUV-Scanner begrenzt sind. Architektonische Verbesserungen und das MCM-Design sind die nächste logische Grenze. Und da AMD den CPU-Markt durch eine neue Technologie aufgewirbelt hat, ist es nur sinnvoll, dass Grafikprozessoren das nächste Ziel der technologischen Weiterentwicklung sind.


Die Threadripper- und Ryzen-Produkte haben den HEDT-Markt völlig umgekrempelt. Das Unternehmen konnte einen 16-Kerner zum Preis eines 6-Kernes anbieten und somit Intel – ohne wertend klingen zu wollen – ziemlich bloßstellen. Theoretisch sollte das Fertigungsverfahren bei GPUs – die parallele Recheneinheiten sind – besser funktionieren als bei CPUs, bei denen es sich um serielle Rechner handelt. Ebenso ist eine deutliche Ertragssteigerung zu erwarten, durch die Umstellung auf ein MCM-basiertes Design anstelle eines monolithischen Chips. Eine einzige große Die hat eine viel zu geringe Ausbeute, ist teuer in der Herstellung und hat in der Regel eine hohe „Abfallrate“. Mehrere Chips mit insgesamt gleicher Diegröße würden die Ertragssteigerung direkt von der Stange ermöglichen.

Die Kollegen von wccftech haben eine Berechnung mit dem Silicon Edge Tool durchzuführt und konnte so eine ungefähre Ertragssteigerung simulieren und kommen auf einen Reingewinn von ca. 7,6%. Die Ertragssteigerungen sind bei größeren Chips noch größer. Die Obergrenze der lithografischen Techniken (mit angemessenen Ausbeuten) liegt bei etwa 815 mm². Aus einem einzelnen 300mm Wafer können etwa 64 große 28,55mm x 28,55mm oder 285 kleinere Dies (14,27mm x 14,27mm) entstehen. Das ergibt insgesamt 71 MCM-basierte Chips und somit eine Ertragssteigerung von ca. 11%.

Kurz gesagt, NVIDIA ist durchaus in der Lage, einen MCM-basierten Grafikprozessor zu entwickeln und würde sogar einige ernsthafte Ertragsvorteile daraus ziehen, wenn das Unternehmen sich dafür entscheidet, an Hopper-GPUs zu arbeiten. Wenn man bedenkt, dass der 7nm-Node nun ein ausgereiftes Stadium bei der EUV-Technologie erreicht, sollte ein solches Design problemlos umzusetzen sein. Wobei immer noch eine Limitierung durch die Größe der Optik besteht. Der Wechsel zu einem MCM-basierten Design würde es NVIDIA ermöglichen, schier gigantisch große GPUs mit einer Netto-Die-Größe von mehr als 815mm² zu bauen!

Zur Quelle: videocardz mit Bildmaterial von wccftech