Grafikkarten Testberichte VGA

NVIDIA GeForce RTX 3070 Ti FE im Test – Der große Bruder des kleinen Hungers mit hartem Hash-Limiter an der Steckdose

Platinenanalyse und Spannungsversorgung

Die Founders Edition besitzt mit der PG143A eine komplett neu gestaltete Platine. Während die Boardpartner meist die Platinen der eigenen RTX 3070 Custom Modelle weiternutzen, hat NVIDIA für die FE alles neu gemacht. Diese Platine ist ein Mittelding des Shaped Designs der RTX 3080 und der eher biederen Variante für die RTX 3070. Eine sicher interessante Randnotiz dazu ist auch, dass die AIC speziell zu dieser Platine keine Design-Vorlagen bekamen und nicht wissen, welches Eigendesign NVIDIA da genau plante.

Und sonst? Die Art der Spannungsversorgung für die GPU ist wieder eingleisig und man verzichtet auf die Zweiteilung der Hauptspannungsversorgung. MSVDD entfällt also und es verbleibt nur noch NVVDD (Blau). Hierbei handelt es sich um die herkömmliche Core-Voltage, also das, was wir gern als GPU- Spannung bezeichnen. Es sind insgesamt nur 5 einzelne Phase, die entweder von einem uP9511P oder dem Pin-kompatiblen NCP81610 (je nach Verfügbarkeit) erzeugt werden. Jede der 5 Phasen kann dabei zwei Spannungswandler gleichzeitig, also parallel ansteuern, so dass wir für NVDD auf insgesamt 10 Spannungswandler an nur 5 Phasen kommen.

 

Diese 10 Regelkreise  werden jeweils mit den etwas günstigeren 50-A Powerstages AOZ5311NQI von Alpha & Omega bestückt, die keine echte MOSFET DCR ermöglichen, jedoch eine Temperatur-Schutzschaltung und einen Auslese-Ausgang bieten. Der Spannungsspielraum bei NVVDD liegt zwischen 0.7 und maximal 1.2 Volt, wobei der Maximalwert ohne spezielle Firm- und Software vom Endanwender eh nie erreicht werden kann. Für den leistungshungrigen GDDR6X-Speicher (FBVDDQ) nutzt NVIDIA insgesamt 2 Phasen, die von einem günstigen Step-Down-Converter in Form des RT8845A generiert werden. Die Powerstages sind die gleichen wie bei NVDD.

Zur Eingangsglättung nutzt man jeweils eine Spule mit 1 µH hinter denen ein Shunt liegt sowohl für den 12-Pin-Anschluss, als auch für den PEG Motherboard-Slot (auf der Rückseite). Über den Spannungsabfall des Shunts misst man die fließenden Ströme. Dafür kommt ein uS5650Q von UPI zum Einsatz (Rückseite). Auf Vorderseite neben der GPU sieht man noch die 8, jeweils 1 GB großen GDDR6X-Module von Micron mit 19 Gbps. Mehr Aufreger gibt es nicht.

Kühler und Demontage

Das Auseinandernehmen des Kühler ist diesmal einfach. Neun knuffige Torx 8 Schräubchen lösen und weg ist die zweiteilige Backplate, vier weitere und die Slot-Blende fällt auch. Der Rest ist dann schnell erledigt, nur die Befestigung mit dem Spannkreis ist nicht mehr quadratisch, sondern rechteckig. Torx 6 und fertig. Der Body ist überwiegend aus Leichtmetall mit einer recht cleveren Oberfläche gefertigt und fasst sich wertig an. Der eigentliche Kühler ist mehrteilig und besteht aus einem effizienten Vollkupfer-Heatsink an dessen Rückseite fünf Heatpipes verlötet wurden, von denen sich dann vier längs bis zum Kartenende hinziehen und eine zur Slotblende führt.

Über dem Heatsink und dem offenen Aufbau sitzen insgesamt zwei PWM-geregelte 8,5-cm-Lüfter mit einer sehr interessanten Rotorblatt-Geometrie, die fast schon an das Design von Radial-Lüftern erinnert. Nun ja, fast. Aber auch die maximale Drehzahl der beiden getrennt geregelten Lüfter von bis zu 3800 bzw. 3400 U/min lässt erst einmal Böses vermuten, es kann aber auch leise bleiben. Je nachdem, was wirklich abgerufen wird. Wollen wir mal hoffen, dass es hier deutlich leiser bleibt, als die Karte könnte, wenn sie denn müsste.

Die Backplate besteht ebenfalls aus Leichtmetall, das man außen mattschwarz beschichtet hat. Der Hersteller verbindet thermisch einen begrenzten Bereich unter den Spulen der NVVDD-Phasen mit der Backplate, hat aber einige Bereiche (leider) ausgelassen.

Über das Prinzip mit den verschiedenen Ansaug- und Ausblasrichtungen wurde ja schon ausgiebig spekuliert, so dass ich mich nicht mehr wiederhole, sondern nur noch einmal die Folie bemühe. Den Test im geschlossenen Gehäuse sehen wir dann ja eh noch.

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RawMangoJuli

Veteran

209 Kommentare 129 Likes

Hmmm ... die Rückseite des PCB sieht so aus als ob sie für clamshell Speicher ausgelegt ist.

Stimmt das? Dann könnts ja doch noch ne 16GB Variante geben ^^

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Lucky Luke

Veteran

351 Kommentare 125 Likes

Danke für den mal wieder sehr aufschlussreichen Test.
Schade, dass die Lücke zwischen der 3070 & der 3080 nicht wirklich geschlossen werden konnte. FPS per Watt ist ja mal wirklich keine Glanzleistung.
Ich bin gespannt, wie sich die ganze Thematik rund um die GPUs weiter entwickeln wird.
Vor Ende 2021 sehe ich keine Preisentwicklung nach unten :/

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P
Phelan

Mitglied

10 Kommentare 10 Likes

nur wenn die 8Gbyte Version im Regal liegenbeleibt. Also nein es wird kein 16Gbyte Version geben.
IMO Nichtmal als Refresh Aufguss kurz vor der Vorstellung der 40xx Serie.

PS: wie imemr schöner Test, die Karte ist für mich reine Resourcenverschwendung ... zu wenig scheller, zu laut und mit 290W Werks OC jenseits von gut und böse. Leider ist vielen Leuten der Stromverbrauch immer noch total egal.

Würde ich nur kaufen wenn sie das selbe kostet wie eine 3070 und dann auch sofort auf 220W Lowvolten.

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s
shaboo

Neuling

7 Kommentare 3 Likes

Sehr schöner Test mit treffendem Fazit, das auch die erwartet klaren Worte nicht scheut! (y)

Wo die 3080Ti - aufgrund ihres, gemessen an der Mehrleistung, gegenüber der 3080 exorbitanten Aufpreises - noch eine einzige Frechheit war, ist die 3070 immerhin "nur" überflüssig. Minimal mehr Leistung für relativ wenig mehr Geld halt. Man macht damit gegenüber einer 3070 vielleicht keinen Riesenfehler, aber richtig weiter bringt sie einen definitiv nicht.

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Derfnam

Urgestein

5,986 Kommentare 1,336 Likes

Nur eine weitere Karte, die die Welt nicht braucht. Eine würdige Nachfolgerin der 7.

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S
Schattenläufer

Neuling

3 Kommentare 0 Likes

Naja, der Platz zwischen der 3070 und der 3080 will ja noch mit einer 3070 Super gefüllt werden, die dann auch mehr Speicher und vielleicht sogar den weiter abgespeckten GA102 bekommt. ;)
Und aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit der 3070 wird bis dahin auch die TI ihre Käufer finden, die froh sind, überhaupt eine Karte kaufen zu können und bei besserer Verfügbarkeit die 3070 mit dem deutlich besseren Preis-Leistungsverhältnis bevorzugt hätten.

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M
McFly_76

Veteran

304 Kommentare 77 Likes

Founders Edition @290 W TGP und Custom Modelle mit 3x 8-Pin mit noch höherer TGP sollen die Lösung bzw. Alternative sein !? :ROFLMAO:
Da finde ich die RX 6700 XT einfach nur besser.
Gleichzeitig freue ich mich schon auf die Vorstellung von "AMD Fidelity FX Super Resolution" am 22 Juni ;)

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Smartengine

Veteran

100 Kommentare 86 Likes

Ich schätze die Karte wird so um 1400-1500 gehandelt werden. Limiter hin oder her.
Da viele Gamer jetzt auf Karten warten, die Scalper sowieso, wird sich an den Preisen nicht viel ändern.
Leider :(

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konkretor

Veteran

125 Kommentare 92 Likes

Danke Igor für die Schlussworte.

Das mit dem Speicher ist ein sehr interessanter Punkt von dir. Das ist mir ebenso aufgefallen. Mal sehen ob es irgendwann raus kommt wieso hier der teure Speicher verbaut wird ohne wirklichen Mehrwert.

Das Produkt ist nicht gut. Gekauft wird er trotzdem zwecks Alternativen

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M
Mausmaki

Mitglied

12 Kommentare 2 Likes

Vielen Dank Igor für diesen ausführlichen Test! Es bleiben mal wieder keine Fragen offen :D

Außer an Nvidia ... ist ja im Schlusswort erwähnt. Und was der DDR6x Speicher soll.

Da schaue ich doch meine "normale" 3070 an, die ich mir noch zu bezahlbaren zeiten im Winter geschossen habe ...
(danke an diesem Punkt an dich Igor für deinen Artikel / dein Video kurz nach Neujahr, in dem du stark steigende Hardwarepreise vorrausgesagt hast ;-) es ist alles so und schlimmer eingetroffen! Hat viel Geld gespart!)

... und denke mir: JO, alles richtig gemacht, der Mehrwert dein eine 3070 Ti gegenüber einer 3070 bringt, der findet sich wohl auch nur beim Stromanbieter ;-)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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