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Nvidia GeForce RTX 2080 Ti und RTX 2080 vorgestellt – was sich hinter Turing wirklich verbirgt

Quo vadis Nvidia? Und auf welchen Zug springen AMD und (später vielleicht auch Intel) nun wirklich (mit) auf? Wenn es Nvidia gelingt, die Spieleentwickler und Microsoft weitreichend mit ins Boot zu holen, dann wird aus dem Ray-Tracing-Traum vielleicht sogar ein Hype-Train. Vielleicht. Falls ja, dann dürften sich die Mitbewerber ob des technologischen Vorsprungs schon einmal warm anziehen, denn solche Funktionen sind nicht von heute auf morgen zu implementieren.

Wenn nicht, wird es im ungünstigsten Fall zu einer teuren, exotische Machbarkeitsstudie verkümmern (was aus technologischer Sicht aber reichlich schade wäre). Dann aber wären auch alle enthusiastischen, von der PR so schön hochgejagten Early Adaptors die Zahlmeister für einen Traum, der allein an der Zähigkeit des Marktes und der Bequemlichkeit der Entwickler auch noch grandios scheitern könnte. Man muss sich das ganze Umfeld einfach und emotionslos mal wie eine riesige, verbeamtete Behörde vorstellen, wo man als “Neuer” entweder alle mitreißen kann, oder brutal an der gelangweilten Pensions-Mentalität der Kollegen scheitert.

Wenn Nvidia allerdings (das ist anzunehmen) genügend Geld in die Hand nimmt, um auch die Entwickler von der eigenen Idee zu überzeugen und alle Beteiligten gehörig mental und monetär zu pampern, dann dürfte es schon gelingen. Und wenn nicht gleich heute, dann sicher morgen. Steter Dollar und höflicher Druck höhlen den Stein. Wobei man sich dann wieder die Frage stellen muss, warum man als Endanwender nicht gewartet hat, bis alles wirklich ausgereift und noch performanter ist.

Doch es bleibt ja noch, das gebe ich ungern zu, der eigene Spieltrieb und der Wunsch, auch mal was Neues auszutesten. Das Bestreben, stets und ständig der Erste sein und dazu gehören zu wollen sowie ja nichts zu verpassen, bezahlt man oft genug nonchalant über. Meist sogar ohne schlechtes Gewissen, auch wenn man es sich nicht gern eingesteht.

Ob einem dieser Pionier-Status die aktuell aufgerufene Einstiegssumme wert ist, das muss jeder fair und emotionslos mit sich selbst ausmachen. Nur, was heißt schon emotionslos… Haben wollen, haben müssen und eine Ehefrau, die am Ende wohl viel klarer denkt, als man selbst. Mit einem rotzigen “Just by it” kommt man da auch nicht wirklich weiter. Trotzdem kaufen? Irgendwie schon, aber man sollte es sich wirklich leisten können oder müssen und erst mal die Benchmarks abwarten. Nachts sind alle Katzen grau, die Theorie leider auch.

 

Mein besonderer Dank gilt auch meinem amerikanischen “Blues Brother” Chris Angelini, der zusätzlich die räumliche Nähe zu den Entwicklern nutzen konnte, um mit diversen Fragen ans Dev-Team aus selbigem noch ein paar Informationen mehr herauszuquetschen und dessen technische Analysen für uns alle unverzichtbar sind. Es ist genau diese Zusammenarbeit, die man benötigt, um solch umfassende und lange Artikel überhaupt in der Kürze der Zeit umsetzen zu können.

Igor Wallossek ist Chefredakteur bei gotIT! Tech Media GmbH und Mitgesellschafter. Er betreibt das unabhängige Labor von gotIT! und testet schwerpunkmäßig fast alle Produkte, mit dem Schwerpunkt GPU, CPU und Audio. Außerdem arbeitet er als unabhängiger Tester im OEM-/ODM-Sektor und befasst sich auch mit Qualitätsmanagement.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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