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Nvidia GeForce GTX 1660 6GB mit Boardpartnerkarten von MSI – Es bewegt sich etwas (nicht nur die Pixel)

Neuer Baby-Turing, neue Chance? AMD macht mit niedrigen Polaris-Preisen Druck und Nvidia zieht nach. Leistungstechnisch und - man wird sich die Augen reiben - auch beim Preis. Wie schnell jetzt die GeForce GTX 1060 in Vegessenheit geraten könnte, muss (und wird) dieser Test zeigen. Es ist also richtig spannend...

Leistungsaufnahme und Lasten

Die Leistungsaufnahme der MSI GTX 1660 Gaming X 6G liegt mit knapp 11 Watt im Idle genau dort, wo man sie erwarten konnte, die MSI GTX 1660 Ti Ventus XS 6G und die Gigabyte GTX 1660 Ti OC 6G genehmigen sich fast ein Watt weniger, da die Beleuchtung wegfällt. Beim Gaming-Loop liegt die Gaming X mit knapp 127 Watt und im Torture-Loop mit reichlich 128 Watt im Bereich der gesetzten Limitierung von 130 Watt. Die anderen beiden Karten liegen hier ebenfalls nur ca. 1 bis 2 Watt darunter, was fast schon in den Bereich der Messtoleranzen fällt.

Die Spannungen liegen im erwarteten Bereich, erreichen jedoch keine 1.05 Volt im kalten Zustand. Der Durchschnittswert über die gesamte Laufzeit tendiert bei den Karten gegen 1,037 Volt und bleibt beim Gaming auch sehr konstant. Das beweist einmal mehr, dass die Karten im Verhältnis zu den Shadern mit deutlich mehr Power versorgt werden, als die Ti-Versionen.

 

Hier auch noch einmal ein kurzer Auszug aus dem, was die Hersteller allen drei Karten in der Firmware an Limits eigentlich mit auf den Weg gegeben haben, den die liegen sogar stellenweise über denen, der einfacheren Ti-Modelle:

Die Lastverteilung auf die Rails fällt interessant aus, denn niemals werden die maximalen 5.5 Ampere des Mainboard-Slots überschritten. Das Balancing ist hier vorbildlich gelöst worden.

Netzteilbemessung und Spitzenlasten/-ströme

Wie ich in meinem Grundlagenartikel “Der Kampf von Grafikkarte gegen Netzteil – Leistungsaufnahme und Lastspitzen entmystifiziert” bereits ausführlich nachgewiesen habe, existieren durchaus auch kurzzeitig höhere Lasten im Millisekundenbereich, die bei ungünstig entworfenen oder nicht zweckmäßig bestückten Netzteilen bereits zu unerklärlichen Abschaltungen führen können. Da hilft dann allein die vom Grafikkartenhersteller oder den Reviewern gemessene TBP (Typical Board Power) für eine stabile Auslegung des Systems nicht wirklich weiter.

Spitzen mit Intervallen zwischen 1 bis 10 ms können bei sehr schnell reagierenden Schutzschaltungen (OPP, OCP) vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen zu Abschaltungen führen, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch in der Norm liegt. Für alle doch sehr ähnlich agierenden Karten würde ich deshalb beim Normal-OC mit 160 bis 170 Watt kalkulieren, um genügend Reserven für den Fall der Fälle zu besitzen. Einen kurzen Auszug mit höher Auflösung zeigen uns nun die 20-ms-Messungen (10 μS Intervalle), wie ich sie automatisiert zur Wertermittlung laufen lasse:

 

Detailaufnahme der durchschnittlichen Leistungsaufnahme und fließenden Ströme

Wie üblich stelle ich den Balken nun auch noch die Leistungsaufnahme und die fließenden Ströme als Detailgrafiken meiner Oszillographen-Messungen zur Seite. Ein Service, den sonst kaum jemand bietet und der zeigt, wie die Karten im Detail so “ticken”: