Kühlung Luftkühlung Testberichte

Noctua NH-P1 CPU-Kühler im Test – passiv gekühlt oder massiv verschätzt?

Also schnell ein System zusammengezimmert und fertig?

Nein, so einfach ist es nicht. Oder so einfach sollte man es sich nicht machen, wenn man wirklich auf einen möglichst passiven Betrieb setzen möchte. Und an dieser Stelle muss man Noctua wirklich ein großes Lob aussprechen, denn man wirklich alles getan, um einem potentiellen Käufer das Zusammenstellen eines Passiv-Systems so einfach wie möglich zu machen. Angefangen mit diesem How-To Video:

Davon abgesehen gibt es auch noch drei Datenbanken auf der Webseite, mit denen man die Kompatibilität schonmal vorab testen kann. Den Anfang macht das CPU Compatibility Centre:

Weiter geht es mit dem Motherboard Compatibility Centre:

Und zum Schluss der neben dem Prozessor wohl wichtigste Aspekt für ein Passiv-System, das Gehäuse. Da kann man im Case Compatibility Centre prüfen, ob der Kühler überhaupt reinpasst und ob sich der Aufbau für passive Wärmeabführung eignet:

Alle drei Listen werden ständig überarbeitet und aktualisiert. Zuerst war mein hier verwendeter Ryzen 5 3600 noch gar nicht “zugelassen”, mittlerweile hat sich das geändert. Anfangs gab es auch nur eine kurze Liste an empfohlenen Gehäusen, mittlerweile lässt sich nach Hersteller suchen und man findet so ziemlich jedes Gehäuse auf dem Markt. Ganz topaktuell ist man aber noch nicht, ich habe hier nämlich zum Testen ein Inter-Tech C-702 Diorama verwendet. Die etwas größere, aber schmalere Version davon, das C-701 Panorama kennt Noctua aber schon. Dabei handelt es sich übrigens um das Gehäuse, was ich in meinem Lüfterbestückungs-Test verwendet habe.

Bei dem Netzteils kann man drei Wege gehen. Entweder gleich komplett passiv, semi-passiv oder man überdimensioniert es, sodass niemals mehr als die minimale Drehzahl des Lüfters erreicht wird.  In meinem Fall habe ich mich für die letzte Option entschieden und hier das Fractal Design Ion Gold 750W verwendet. Das lag aber auch maßgeblich daran, dass ich das Netzteil eigentlich für ein anderes Projekt hier habe und ich so meine Testbench nicht komplett auseinander nehmen muss.

Rein passiv wird es dieses Mal also nicht, es kommen zudem zusätzlich noch 3x NF-A12x25 LS-PWM Lüfter für einen semi-passiven Betrieb zum Einsatz. Die Lüfterkurven habe ich wie folgt eingestellt:

CPU:
0-50°C = 0%  PWM
50-80°C = 0-50%  PWM
80-90°C = 50-100% PWM

Case:
0-75°C = 0% PWM
76°C = 50% PWM

So bleibt alles im regulären Desktop-Betrieb und bei leichter Last komplett passiv und erst wenn dann doch irgendwann höhere Temperaturen erreicht werden, schalten sich die Lüfter ein. Bei der geringen Drehzahl sind sie absolut unhörbar, steigern die Menge abführbarer Wärme aber ungemein.

Und so sieht dann das fertige System aus, für die Tests wird die seitliche Scheibe dann natürlich wieder eingehängt. Die Grafikkarte ist im unteren Slot, da zum einen die Backplate mit dem Kühler kollidiert (dreht man ihn um 180°, ist das aber kein Problem mehr) und sie sonst einen Großteil des Kühlers blockieren würde. Da man im normalen Betrieb eher selten Prime95 laufen lässt, habe ich für die folgenden Tests eher realitätsnahe Lastszenarien ausgewählt. Damit es nicht zu unübersichtlich wird, habe ich die Drehzahlen der drei Lüfter mal ein einen zeitlich gleichgesetzten, aber separaten Graphen gepackt.

Den Anfang macht der Asus Realbench mit allen Untertests:

Als reiner CPU-Stresstest folgt dann das Rendern in Maxon Cinebench R23 Multicore:

Und dann wollte ich mal schauen, wie sehr sich die warme Abluft eines reinen GPU-Stresstests auf die Temperatur des Prozessors auswirkt. Hierzu habe ich Unigene Valley in Dauerschleife laufen lassen:

In den 20 Minuten Laufzeit sind die Lüfter gar nicht angesprungen, das passive Kühlen hat tatsächlich ausgereicht.

 

Noctua NF-A12x25 LS-PWM, 120mm

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Fractal Design Ion Gold 750W ATX 2.52 (FD-P-IA2G-750)

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Tim Kutzner

Moderator

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Sind (semi-)passive Systeme was für euch? :D
Ich bin ja mal gespannt, ob wir davon jetzt in Zukunft mehr sehen oder die Nische doch zu klein ist.

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2Chevaux

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81 Kommentare 53 Likes

Waren es mal, als ich jung war und Aufträge für Audioarbeiter hatte, etwa für binaurale Aufnahmen (eher: technische Messungen) direkt auf HDD's, als das noch etwas exceptionell war und es keine leistungsfähige mobile Hardware gab.

Abseits davon habe ich früher auch gerne privat teilpassiv experimentiert, da bin ich aber mittlerweile 'rausgewachsen. Der nicht ganz unerhebliche Mehrverbrauch an Energie, Rohstoffressourcen und Raumvolumen insbesondere leistungsstarker Systeme lässt mir das zusätzlich unattraktiv und unvernünftig erscheinen.

Daher gilt für mich selbst für funktionierende Passiv-Lösungen abseits meines immer offenen, technischen Interesses:

Unattraktiv für den Einsatz, die Downsides sind mir zu groß. Das bedeutet aber nicht, daß mich (insbesondere passive Wasserkühlungen) nicht interessieren, das ist aber eben mehr das technische Interesse, als dass es "etwas für mich wäre".

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cunhell

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49 Kommentare 22 Likes

@Tim Kutzner
Im Fazit fehlt, glaube ich, ein Wort:
Selbst ein Mittelklasse-Prozessor der letzten Generation lässt sich im Extremfall nicht ohne Thermal Throttle, wobei eine synthetische Prime95-Last natürlich im normalen Betrieb eher weniger anfällt.

Ich denke da muss noch ein "betreiben" oder "nutzen" rein.

Cunhell

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halfevil333

Veteran

134 Kommentare 61 Likes

Wenn ich bedenke, dass noch eine kräftige GraKa dazu kommt, die zusätzlich einiges an Wärme produziert, kann ich mir kaum vorstellen, dass das dann noch passiv gekühlt werden kann. Und die Größe dieses Ungetüms (also des Testobjekts), aber auch der Preis, dürfte so manchen abschrecken.
Außer für einen reinen Office-PC ist es für mich nicht vorstellbar, (semi)passiv zu kühlen.
Aber da ich meine PC´s auch aktiv leise betreiben kann, ist es eigentlich keine Alternative für mich.

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grimm

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1,362 Kommentare 552 Likes

Im gut belüfteten Gehäuse und mit Wasser-gekühlter GraKa - warum nicht? Vor allem für HTPC Systeme z. b. mit nem 3400G o.ä. kann ich mir das gut vorstellen. Allerdings ist der Kühler dafür eigentlich zu groß...

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B
Besterino

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5,103 Kommentare 2,054 Likes

Habe meine (semi)passiv-Versuche aufgegeben und durch Wasser abgelöst. Letzteres funktioniert halt ohne große Kompromisse.

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M
Martin Gut

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3,430 Kommentare 1,162 Likes

Interessant, aber mich überzeugt die Konstruktion nicht. Die Heatpipes verteilen die die Wärme nur zur Mitte. Von dort muss die Wärme immer noch recht weit im Metall wandern um die ganzen Flächen zu wärmen. Die Luft geht besser durch grosse Schlitze, aber dafür hat man viel weniger Lamellenoberfläche.

Die Luftführung von unten nach oben ist für passiven Betrieb natürlich sinnvoll. Aber wenn man doch einen Lüfter oben oder zur Seitenwand montieren muss, steht das doch quer zur üblichen Luftführung und braucht ein geräumiges Gehäuse.

Wenn im Gehäuse dann doch ein Lüfter nötig ist, nehme ich lieber einen kleineren Kühler mit der selben Lamellenfläche. Ein passiver Kühler macht nur Sinn, wenn er auch passiv funktioniert.

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jo-82

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30 Kommentare 10 Likes

Kommt auf den Preis und den Platz im Gehäuse an. Ich finde wenn außerhalb von Zocken/Vollast (Video encoden, whatever) der Lüfter Stillsteht ist schon mal viel geholfen. Zocke auch gerne alte Games, da ist dann auch Ruhe. Die Turbotaktraten lassen sich ja z.B. on-the-fly über die Energiesparschemen mit nem kleinen Registryeingriff auch an & ausschalten, bei den GPU-Bound Games idR ohne merklichen Unterschied in den FPS.

Also wenn ich z.B. max. 50€ Budget einplane für nen Kühler nehm ich den größten & schwersten zu dem Preis der ins Gehäuse passt. Scythe hat da oft die besten Deals imho.

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h
hansdampf

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143 Kommentare 30 Likes

Dann kann man gleich einen D15 oder einen günstigeren Einturm-Kühler mit einen sehr langsamen Lüfter nehmen:

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ArcusX

Veteran

321 Kommentare 152 Likes

Erinnert mich an die Zeiten, als ich mit einem Scythe Ninja 2000 mit einem e8400 versucht habe einen passiven Betrieb zu realisieren. War mit so vielen Tücken verbunden, dass am Ende doch ein semin passiver Betrieb draus wurde. Problematisch waren (und sind?) die Grafikkarten. Dort wird nochmal so viel Wärme freigesetzt, dass das Gehäuse doch stark aufheizte. Als Folge konnte die CPU ohne Lüfter nicht mehr sauber gekühlt werden.

Letztendlich wurde es dann eine Wasserkühlung mit externem Radiator.

Wenn man aber eine kleine APU kühlen will, warum nicht? Lediglich die Größe spricht dann vielleicht noch dagegen.

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About the author

Tim Kutzner

Unterstützende Kraft bei den Themen Kühler, Peripherie und 3D-Druck.
Linux-Novize und Möchtegern-Datenhorder mit DIY NAS.

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