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Nachteile des Onboard-Sounds – Einfluss von Grafikkarte, Kopfhörerempfindlichkeit und Motherboardlayout | igorsLAB

Warum ich den Onboard-Sound auf vielen Motherboards für schlecht oder zumindest nicht optimal halte, will ich in dieser Analyse gern im Detail erklären. Die üblichen Tests (und das Marketing) fokussieren sich meist nur auf den DAC und die Codecs, eiern aber am eigentlichen Problem geschmeidig vorbei. Was haben gute Kopfhörer, eine potente Grafikkarte, ein mittelpreisiges Mainboard, ein Oszillograph, ein sehr gutes Multimeter und ein Satz geschulter Ohren miteinander zu tun? Finden wir's raus!

And the winner is…

…die externe Soundkarte, digital angeschlossen (USB, SPDIF) mit eingebautem DAC. Nur eine elektrisch (analoger Signalzweig) und räumlich getrennte Soundlösung ist wirklich und vollumfänglich befriedigend. Wir mussten sehen, dass sogar eingebaute Steckkarten als Soundlösung noch unter der Grafikkarte zu leiden haben. Das ist zwar nicht wirklich hörbar, aber man weiß ja nie, was sich Nvidia und AMD, sowie in Zukunft wohl auch Intel, noch so ausdenken.

Wir mussten mit anhören und ansehen, wie die eingebaute Soundlösung des Motherboards zusätzlich am Dynamikumfang guter Einspieler grandios scheiterte. Somit sind es also zwei sehr gute, völlig voneinander unabhängige Gründe, um über eine externe und brauchbare Soundlösung nachzudenken. Ein Vorteil der separaten Lösung ist auch Ihre Langlebigkeit. Vieles funktioniert ja auch per Plug & Play, so dass man diese externen Soundkarten über mehrere Rechner-Generationen hin auch benutzen kann.

Wer nicht auf künstlichen Surround und digitale Soundspielereien steht, wird sogar außerhalb des Gaming-Geraffels im Hi-Fi Bereich fündig und wirklich auch glücklich. Gute Soundlösungen bekommt man ab ca. 100 Euro und schon da merkt man, dass ein gleich teures Motherboard so etwas auch aus ökonomischen Gründen nie bieten kann. Und wer sich teure Kopfhörer kauft, jedoch am Liefern adäquater Inhalte scheitert, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

 

Zusammenfassung und Fazit

Was nehme ich für mich selbst aus diesen aufschlussreichen Tests mit? Eigentlich hatte ich nur experimentieren wollen, wie man Motherboard-Tests auch inhaltlich mit etwas Mehrwert versehen kann. Dazu gehört ja auch, deren Audio-Qualitäten zu objektiv zu beurteilen. Das geht allerdings nicht durch Handauflegen oder bloßes Anstarren. Hier muss man einfach einmal messen, um objektiv urteilen zu können und nicht nur irgendetwas verzückt in die Kamera halten.

Darüber hinaus will ich versuchen, auch einmal Feldstärken zu messen, um Grafikkarten noch detaillierter testen zu können. Allerdings muss ich mir dafür aber noch etwas technische und fachliche Hilfe besorgen. Deshalb belasse ich es erst (vorerst) auch bei den Motherboard-Tests mit echten Audio-Messungen. Das allein ist schon eine Heidenarbeit, die sich aber wohl lohnen dürfte.

Der Leser hat heute zweierlei gelernt, wenn er es nicht eh schon wusste. Einerseits kommt aus dem Kopfhörer auch nur das heraus, was man vorher reinsteckt. Ohne entsprechende Ausgangsleistung bzw. -Spannung an dem betreffenden Impedanzen ist der teuerste Kopfhörer schlichtweg amputiert. Man bestraft sich also quasi selbst. Und andererseits sollte man, wenn man schon auf eine potente Grafik setzen möchte, beim Thema “Einstrahlung” deeskalierend handeln und sich mit dem Audio einfach galant ins stille Eckchen zurückziehen. Denn im Gehäuse kann man den Kampf eigentlich nur verlieren.

Die Hersteller von Motherboards kann man nur ermuntern, endlich auch einmal eine echte Abschirmung einzusetzen, vor allem auch auf dem Weg vom Slot-Panel zu dem Teil der Platine, wo die Technik sitzt. Einfache Leiterbahnen sind billig, aber so klingt das dann auch. Egal, ob man später Kondensatoren mit Gold oder Platin und einen wirklich guten DAC verbaut. Was einmal verhunzt ist, kann auch die tollste Verpackung nicht mehr retten.

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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