Grafikkarten Testberichte VGA

MSI Radeon RX 5700 XT Evoke OC Edition im Test – Butter oder Margarine aufs Brot?

Die MSI RX 5700 Evoke OC Edition wurde von MSI bewusst unterhalb der Gaming- und Gaming-X-Modelle platziert, um hier am Markt deutlich günstiger agieren zu können. An und für sich ist ein solches Bestreben durchaus auch sehr löblich, wobei es natürlich immer darauf ankommt, wo der Hersteller den Rotstift angesetzt hat und sparen muss, um den Preispunkt auch wirklich kundenwirksam zu treffen. Genau das wollen wir heute mal testen und hinterfragen.

Zusammenfassung

Wie kann man nun dieser Karte fair und objektiv gerecht werden, ohne einerseits durch Euphorie zu viele Erwartungen zu wecken und andererseits den Limitierungen durch den Kostendruck die durchaus auch vorhandenen Vorzüge nicht vorzuenthalten? Positiv ist die Größe der Karte, verbunden mit ihrem Gewicht von deutlich unter einem Kilo. Damit passt die 23,5 cm lange Karte fast in jedes Gehäuse, zumal man den Bereich um die PCIe-Anschlüsse herum clever in der Backplate ausgespart hat (Einbauhöhe!).

Das mit der teilweisen Luftabfuhr über die Slotblende klappt auch noch und rein optisch kann man sich auch mit dem Gold-Ton der Kunststoffabdeckung notfalls noch arrangieren. Aber bereits beider Kühlfläche ist es wie mit dem Hubraum.  Je kleiner so etwas ausfällt, umso höher müssen die Drehzahlen sein. Dies wiederum hört man dann durchaus recht deutlich, auch wenn die Lüfter als solche noch akzeptabel sind. Die Komponentenbestückung ist zweckmäßig und trotzdem sichtbar dem Preis geschuldet.

Sicher, man muss kein 10-Phasen-Design nutzen, aber etwas effizientere Spannungswandler hätten es durchaus sein dürfen. Die paar Cent sind immer drin, bzw. sie sollten es. Das LED-Feuerwerk vermisse ich hingegen nicht, insofern ist die Evoke also eine ehrliche Karte, die nicht mit billigen Effekten teure Nachteile kaschieren möchte. Und wenn wir mal ehrlich sind, es geht immer noch etwas besser, egal was man am Ende zahlt.

 

Fazit

Mit einer UVP von etwas unter 460 Euro ist die Karte allerdings im Vergleich zu anderen Karten recht optimistisch am Markt platziert worden, ich persönlich finde das ca. 20 Euro zu hoch. Aber meine private Meinung zählt hier nicht, sondern nur, was (später) auf der Straße als auch Preis etabliert sein wird. Und da kann ich nur aus Sicht der Käufer hoffen, dass da noch etwas nach unten hin geht. Den auch wenn die Karte klein, knuffig und reichlich goldig daherkommt, ist sie aus meiner Sicht relativ laut (gut, dafür gibt es das Silent-BIOS zum Runterladen) und leider auch etwas zu teuer.

Falls das Korrektiv der Käuferentscheidungen über den Preis greift, ist diese Karte sicher für alle interessant, die eine kleine Kraftmaschine im PC haben möchten und bei denen die Geräuschentwicklung eher sekundär ist, weil es im PC etwas am Platz fehlt. Hier kann dann die gute Kühlperformance der kurzen Karte nämlich wirklich überzeugen. Oder man zockt sowieso mit Kopfhörern, dann kann es einem ja eigentlich egal sein. Im Detail hat MSI sicher vieles richtig gemacht, aber es ist und bleibt MSIs Einsteigerlösung für die RX 5700 XT. Das darf man auch nicht vergessen.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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