Grafikkarten Testberichte VGA

MSI Radeon RX 5700 XT Evoke OC Edition im Test – Butter oder Margarine aufs Brot?

Die MSI RX 5700 Evoke OC Edition wurde von MSI bewusst unterhalb der Gaming- und Gaming-X-Modelle platziert, um hier am Markt deutlich günstiger agieren zu können. An und für sich ist ein solches Bestreben durchaus auch sehr löblich, wobei es natürlich immer darauf ankommt, wo der Hersteller den Rotstift angesetzt hat und sparen muss, um den Preispunkt auch wirklich kundenwirksam zu treffen. Genau das wollen wir heute mal testen und hinterfragen.

Leistungsaufnahme und Lasten

Betrachten wir zunächst die Leistungsaufnahme in verschiedenen Lastzuständen vom Idle bis hin zum absoluten Maximum als Durchschnittswert über einen längeren Messzeitraum:

Interessant ist auch der temperaturabhängige Spannungsverlauf:

Die Lastverteilung auf die Rails fällt perfekt aus, denn im Normalbetrieb und beim OC werden die maximal zulässigen 5.5 Ampere des Mainboard-Slots nie überschritten:

Netzteilbemessung und Spitzenlasten/-ströme

Wie ich in meinem Grundlagenartikel “Der Kampf von Grafikkarte gegen Netzteil – Leistungsaufnahme und Lastspitzen entmystifiziert” bereits ausführlich nachgewiesen habe, existieren durchaus auch kurzzeitig höhere Lasten im Millisekundenbereich, die bei ungünstig entworfenen oder nicht zweckmäßig bestückten Netzteilen bereits zu unerklärlichen Abschaltungen führen können. Da hilft dann allein die vom Grafikkartenhersteller oder den Reviewern gemessene TBP (Typical Board Power) für eine stabile Auslegung des Systems nicht wirklich weiter.

Spitzen mit Intervallen zwischen 1 bis 10 ms können bei sehr schnell reagierenden Schutzschaltungen (OPP, OCP) vor allem bei Multi-Rail-Netzteilen zu Abschaltungen führen, obwohl die durchschnittliche Leistungsaufnahme noch in der Norm liegt. Für diese Karte würde ich deshalb mit knapp 300 Watt für die Grafikkarte als solche kalkulieren, um genügend Reserven für den Fall der Fälle zu besitzen. Einen kurzen Auszug mit höher Auflösung zeigen uns nun die 20-ms-Intervalle, wie ich sie automatisiert zur Wertermittlung laufen lasse:

Detailaufnahme der durchschnittlichen Leistungsaufnahme und fließenden Ströme

Wie üblich stelle ich den Balken nun auch noch die Leistungsaufnahme und die fließenden Ströme als Detailgrafiken meiner Oszillographen-Messungen zur Seite. Ein Service, den sonst kaum jemand bietet und der zeigt, wie die Karten im Detail so “ticken”:

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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