Motherboard System Testberichte

MSI MAG B550 Tomahawk Review – Gelungener Spagat zwischen Ersparnis und Performance

Kühlsystem

Das Ganze lässt sich relativ einfach zerlegen, denn eine Backplate gibt es nicht. Das Platinenmaterial ist jedoch dick genug, um nicht übermäßige Verwindungen zuzulassen und die beiden getrennten, massiven Kühlblöcke sind nach dem Lösen der jeweils 2 Schrauben auch schnell entfernt. Wer so ein Board erwirbt, der sollte genau diese 4 Schrauben mal überprüfen und gegebenenfalls noch etwas nachziehen. Bei mir waren noch bis zu 3 Windungen mehr drin! Das aber ist ungemein wichtig für einen guten thermischen Kontakt

Die beiden Kühlkörper sind nicht durch eine Heatpipe miteinander verbunden, was aber auch gar nicht nötig ist, wie wir später noch sehen werden. Die massive Ausführung mit horizontal eingelassenen Kühlrippen reicht nämlich auch so völlig aus.   

Spannungswandler

Betrachten wir nun zunächst den Bereich der Spannungswandler. MSI setzt bei der CPU auf insgesamt zehn Spannungswandlerkreise, wobei jeweils zwei auf eine der insgesamt 5 erzeugten Phasen entfallen. Man positioniert sich hier sehr klar gegen den Phasen-Wahn, der marketingtechnisch natürlich immer ein gutes Verkaufsargument ist. Rein technisch gesehen, gehen die 10 Spannungswandlerkreise völlig in Ordnung und auch die Effizienz leidet kaum darunter, im Gegenteil. Für die Versorgung des SoC stehen 2 weitere Phasen zur Verfügung.

Man kann mit etwas Aufwand eine partiell etwas höhere Restwelligkeit der erzeugten Spannungen im Volllastbereich messen, die aber immer noch weitab von irgendwelchen Grenzwerten liegt. Was viele Controller mit 8 und mehr Phasen nämlich können (und meist auch tun), ist eine Deaktivierung oder Entlastung von mehreren Phasen im Teil- und Niedriglastbereich. Dann werden aus z.B. 8 Phasen auch ganz schnell mal ganze 4 aktive Phasen und man ist damit mit etwas Pech sogar im Nachteil gegenüber einer Schaltung mit 5 permanenten Phasen und 10 aktiven Spannungswandlerkreisen.

Dass MSI auf zwei parallel arbeitende Spannungswandler an den einzelnen Phasen setzt, hat handfeste Gründe, denn man kann die sogenannten Doubler-Chips einsparen und die PWM-Nodes einfacher halten, wenn der PWM-Controller auch die Rolle der Gate-Treiber gleich mit übernimmt. Deswegen sehen wir am Ausgang der Regelkreis zwar jeweils eine Spule pro Kreis aber eben nur 5 Kondensatoren, was aber völlig ausreicht. Als PWM-Controller nutzt man einen RAA229004 von Renesas.

Die Spannungswandler werden durch 60-A-Power Stages von Intersil in Form der ISL99360 realisiert. Für die Überwachung nutzt MSI die günstigere Inductor DCR. Was aufgefallen ist, war die sehr hohe Schaltfrequenz, die bereits in den Default-Werten ohne Overclocking knapp über 600 KHz lag. Damit sollten auch die MOSFETs in einem sehr guten Effizienzfenster arbeiten können. Leider fehlen solche Angaben fast immer und die reine Auflistung von MOSFETs in Übersichten sagt allein noch gar nichts aus. Im Gegenteil, man dient sich hier, sicher unbewusst, dem Marketing an.

     
 Netzwerk und Audio

Der 2,5-Gigabit Ethernet-Anschluss wird mit einem RTL 8125B realisiert, während man für den Audio-Prozessor auf einen ALC1200 von Realtek setzt. Dieser Chip ist allerdings ein Kompromiss, auf den ich jetzt doch noch einmal näher eingehen muss.

  

Der ALC1200 HD Audio-Codec von Realtek ist ein SoC und ein energiesparender 110 dB SNR-Mehrkanal-Audio-Codec mit verlustfreiem DRM. Er bietet maximal zehn DAC-Kanäle, die gleichzeitig die 7.1-Kanal-Wiedergabe unterstützen, sowie zwei unabhängige Stereoausgangskanäle (Mehrfach-Streaming) über den Stereoausgang am Front-Panel (HD-Audio) mit bis zu 110 dB Rauschspannungsabstand (SNR). Zwei Stereo-ADCs sind ebenfalls integriert und realisieren mehrere analoge Audioeingänge einschließlich eines 102 dB-SNR-Stereo-Line-In und eines Mikrofoneingangs samt Mikrofonarrays mit den Softwarefunktionen Acoustic Echo Cancellation (AEC), Beam Forming (BF), Noise Suppression (NS) und Far Field Voice Pick up (FFP).

Alle analogen Ein- und Ausgänge sind ein- und ausgabefähig und alle können entsprechend den Benutzerdefinitionen auch per DSP bearbeitet werden. Es sind insgesamt sogar drei Kopfhörerverstärker an den analogen Ausgangsanschlüssen (Port-D/Port-E/Port-F) integriert. Diese Kopfhörertreiber könnten bis zu 30 mW an 32 Ohm liefern, wodurch ein externer Kopfhörerverstärker aus Sicht Realteks überflüssig wird. Dass das so nicht ganz stimmt, werden wir gleich noch sehen müssen. Die Absicherung aller Ein- und Ausgänge ist auf dem Board hingegen vorbildlich. Wir sehen Doppel-Schottky-Dioden und passende N-Channel-MOSFETS gegen den Einfluss von Überspannungen wie z.B. statische Entladungen. Die im Audio-Bereich verwendeten Kondensatoren gehen in Ordnung.

Die Unterstützung des 16/20/24-bit SPDIF-Ausgangs mit bis zu 192 kHz Abtastrate ermöglicht den einfachen Anschluss an HDMI-fähige Geräte oder an diverse Unterhaltungselektronik wie Digitaldecoder und Receiver. Der ALC1200 unterstützt das Host-Audio der Intel- und AMD-Chipsätze und auch von jedem anderen HDA-kompatiblen Audio-Controller, der der HDA-Spezifikation 1.0a entspricht. Software-Dienstprogramme wie Mehrband-Equalizer, unabhängige Software-Equalizer, Dynamik-Kompressor und -Expander, sowie optionale Softwarefunktionen von Drittanbietern wie Nahimic 3D, Dolby PCEE, SRS TruSurround HD, SRS Premium Sound, Fortemedia SAM, Creative Host Audio, Synopsys Sonic Focus, DTS Surround Sensation, UltraPC und DTS Connect werden unterstützt, wenn die Lizensierung erfolgte.

Der ALC1200  ist besser als sein Ruf, besitzt allerdings auch einige deutliche Nachteile. Der Codec selbst geht absolut in Ordnung und man wird bei einem Blind-Test zunächst maximal ein leicht höheres Grundrauschen feststellen können, das aber auch stark von der Außenbeschaltung und dem gewählten Gain abhängt. Es ist durchaus auch ein moderner Chip, wobei er natürlich genau eine Preis- und Leistungsklasse unterhalb des ALC1220 angesiedelt ist. Letzterer kommt zumindest am Front-Audio auch mit höherohmigen Kopfhörern klar, was beim ALC1200 so definitiv nicht wirklich funktioniert.

Auf Protokolle wie I2S und I2C kann man als Endanwender notfalls auch verzichten, dass DSD komplett fehlt, ist in manchen Situationen schon eher ärgerlich. Dann nützen einem z.B. auch die Nubert nuPro X-3200 nichts, die das nämlich könnten, aber nicht geliefert bekommen. Wer den digitalen Ausgang oder USB nutzt, wird im Allgemeinen allerdings keinen Unterschied merken, DSD und andere Spitzfindigkeiten mal außen vorgelassen. Dann bleibt es eher die Frage, welche Drittanbieter-Software bis hin zu DTS noch unterstützt wird. Das ist dann allerdings eine reine Lizenz-Frage durch den Boardhersteller und kein Hardware-Feature  des ALC1200.

Wer mehr zum Chip und den Unterschieden zum ALC1220 wissen möchte, der darf auch gern meinen Grundlagenartikel dazu lesen, oder das passende Video anschauen:

MSI MAG B550 Tomahawk (7C91-001R)

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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