Grafikkarten Testberichte VGA

MSI GeForce RTX 3090 Ti SUPRIM X im Test – Heißes Eisen, Titan-Sammlerstück oder nur ein Testlauf für die GeForce RTX 4090?

Netzteil: MSI MAG A1000G 80+ Gold

Der Messaufbau fürs Gaming ist fest installiert und kann nicht einfach so abgeändert werden. Allerdings habe ich ja den redundanten Aufbau noch einmal am Messplatz für die Leistungsaufnahme. Da MSI parallel zur Karte auch noch ein eigenes 1000-Watt-Netzteil am Markt platziert, habe ich dieses Netzteil auf Bitte von MSI (und eigener Neugier) ebenfalls mitgetestet, zumindest was die Lasten und die Qualität der Versorgung betrifft. Ich habe natürlich keine Chroma, aber dafür Lastspitzen und Hardware pur.

Das Netzteil basiert auf der noch recht neuen CSZ-Plattform des Auftragsfertigers Channel Well Technologies, wo auch viele andere Firmen (z.B. Corsair) fertigen lassen. Der Ersteindruck ist kein schlechter und auch die Performance reichte locker für die 500 Watt der MSI RTX 3090 Ti SUPRIM X und einen Intel Core i9-12900K aus, den ich testweise noch einmal ordentlich übertaktet hatte. Ausfälle, Instabilitäten oder Abschaltungen konnte ich nicht feststellen und auch die einzelnen Spannungsschienen lagen sehr gut innerhalb der Normbereiche.

Auch die Qualität der gelieferten Gleichspannung (Ripple) ist für den Endverbraucher wirklich akzeptabel, liegt aber leicht über dem, was ich im Originalaufbau mit den Netzteilen von Be Quiet! und Seasonic verzeichnen kann. Aber ein Beinbruch ist das nicht. Dafür gibt es einen Knopf, um das Teil im Zero-Fan-Mode laufen zu lassen. Immerhin. Nur für volle Lasten ist das nichts.

Was mich auf den ersten Blick etwas verwirrt, ist das Zubehör und die mitgelieferten Kabel.  Wenn man zwei der Stecker für die CPU nutzt, bleiben drei  Buchsen für die fünf beigelegten PCIe-Kabel übrig.  Davon sind zwei mit Y-Steckern ausgeführt, die in jeweils zwei 6-2-Pins enden, die anderen drei sind Einfach-Kabel. Im Prinzip nicht schlecht, aber man hätte hier schon noch etwas sparen können. Die vier Buchsen für Molex/SATA sind ok und ausreichend.

Das MAG A1000G ist, da es auf einer ordentlichen Plattform basiert, sicher keine schlechte Offerte, also habe ich es mal mit im Artikel aufgenommen. Zumindest kann man dem Netzteil bescheinigen, dass es mit der hauseigenen MSI GeForce RTX 3090 Ti SUPRIM X 24 GB und einem Core i9-12900K sowie dem Ryzen 9 5900X (auch beide mit OC) noch sicher und stabil klarkommt. Laut war es übrigens auch nicht, was mich wirklich gestört hätte. Damit hätten wir das auch erledigt und ich spende diesen werbefreien Spannungsversorger nach diesem Einsatz für ein Charity-Projekt.

 

Testsystem und Auswertungssoftware

Das Benchmarksystem ist neu und steht jetzt nicht mehr im Labor, sondern wieder im Redaktionsraum. Ich setze nunmehr auch auf PCIe 4.0, das passende X570 Motherboard in Form eines MSI MEG X570 Godlike und einen selektierten Ryzen 9 5950 X, der wassergekühlt stark übertaktet wurde. Dazu kommt schneller RAM sowie mehrere schnelle NVMe SSDs. Für das direkte Loggen während aller Spiele und Anwendungen nutze ich NVIDIAs PCAD, was den Komfort ungemein erhöht.

Die Messung der Leistungsaufnahme und anderer Dinge erfolgt hier im Speziallabor auf einem redundanten und bis ins Detail identischem Testsystem dann zweigleisig mittels hochauflösender Oszillographen-Technik…

…und dem selbst erschaffenen, MCU-basierten Messaufbau für Motherboards Grafikkarten (Bilder unten), wo am Ende im klimatisierten Raum auch die thermografischen Infrarot-Aufnahmen mit einer hochauflösenden Industrie-Kamera erstellt werden. Die Audio-Messungen erfolgen außerhalb in meiner Chamber.

Die einzelnen Komponenten des Testsystems habe ich auch noch einmal tabellarisch zusammengefasst:

 

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RX480

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894 Kommentare 477 Likes

Wieviel geht noch OCen beim Powerlimit?

Wenns 6% sind, wäre man beim 10ms-Spike immer noch <600W. (oder ist 600W die Grenze ohne Spikes für den Stecker?, so daß man noch
auf 160% mit Spike gehen kann)

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s
shaboo

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31 Kommentare 38 Likes

"Dass man generell mehr und bessere Kondensatoren in den Versorgungszweigen zur GPU und dem RAM und ein besseres Layout nutzt, ist auch eine gute und zielführende Maßnahme, die man schon viel eher hätte umsetzen können."

Nun ist allerdings MSI auch keine schlechte Marke und die Suprims sind zudem die Top-Varianten der jeweiligen Modelle. Bleibt abzuwarten, ob das tatsächlich für alle 3090Ti gilt, oder ob und wie sehr auch das von Marke und Modell abhängt.

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Igor Wallossek

Format©

6,674 Kommentare 10,873 Likes

Steht doch im Artikel. 480 Watt sind 480 Watt. Mehr als 100% gehen nicht.

Aber die abgekappten Spikes bei 600 Watt sind gradios. Liegt nicht am Stecker, dafür an den härteren Vorgaben.

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ipat66

Veteran

364 Kommentare 314 Likes

Was für ein Brocken !!!
Beim transportieren oder einem Umzug muss man dann wohl die GPU ausbauen und separat mitnehmen.
Sonst kommt man mit zwei halben Motherboards an...;)

Danke Igor für dieses ausführliche Review.

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wuchzael

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645 Kommentare 320 Likes

Was ein Irrsinn 😅

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s
samhayne

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Ich glaube, wir entwickeln uns grad zurück.
Hardware wird größer, lauter, heißer, stromfressender.

Konrad Zuse wusste immer, dass diese kleinen Desktopkisten sich nie durchsetzen würden.

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grimm

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1,933 Kommentare 1,071 Likes

Danke für den sehr ausführlichen Test! Nehmen wir es mal als Machbarkeitsstudie und den frühen Beleg dafür, dass man die kolportierten Wattzahlen bei Lovelace auch wegzukühlen im Stande ist. Ich bin gespannt, ob das für alle Layouts gilt.

Ansonsten bin ich erstaunt, wie wenig Mehrleistung so viel mehr Leistung bringt.

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K
Kistenklaus

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13 Kommentare 8 Likes

Wieder einmal sehr interessant zu lesen. Bereits der Testaufbau lässt mich am Artikel kleben.

Der erzielte Leistungszuwachs ist überschaubar und für Gaming in 1080p non-existent.
Mein Eindruck, dass auch die absolute Spitze der Grafikkarten mit UHD an ihre Grenzen kommen, lässt mich über QHD nachdenken und auf die nächste Generation fiebern. Ich frage mich, was der "reale" Verwendungszweck ist. Klar, ein Flugsimulator im drei oder vier Monitor Setup hätte was und hier wäre eine 3080ti praktisch. Darüber hinaus?

Gehäuse werden ab 2023 mit einer Transportsicherung geliefert; das System ist aus Waschmaschinen bekannt. Alternativ könnten wir die Gehäuse auch zum Transport ausschäumen oder mit Transportchips füllen. Der Gewichtstreiber von damals (HDD) ist heute die leichte SSD oder Cloud. Um den Bizeps zu trainieren kommen heute Grafikkarten zum Einsatz, die Kühlkörper von mehreren kg benötigen.

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RX480

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894 Kommentare 477 Likes

btw.
Wie man net kühlen sollte, zeigt CB mit nem sinnlosen Showcase.(x)

(x) an der Stelle muss ich einfach nochmal IL loben für die schönen Reviews zu den Gehäusen

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S
Staarfury

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87 Kommentare 80 Likes

Strom ist wie Geld. Je mehr du zusätzlich reinsteckst, desto weniger bringts. :p

Aber ja, die Tatsache dass Nvidia einen Versuchsballon gewinnbringend verkaufen kann sagt so einiges über den Markt aus. :rolleyes:

... und stimmt mich noch weniger optimistisch für die zukünftigen UVPs :sick:

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M
Martin Gut

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5,326 Kommentare 2,053 Likes

Es gab auch mal eine Zeit, in der man neben der Grafikkarte noch Erweiterungskarten in das Mainboard stecken konnte. Bei einer 3.5-Slot-Karte bleibt da nicht mehr viel Platz auf den meisten Mainboards.

Vielleicht ändert sich bald die Richtung in der man die Bauteile montiert. Die Grafikkarte kommt direkt mit MoRa und irgendwo steckt man dann noch das kleine Mainboard ein. :unsure:

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RX480

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894 Kommentare 477 Likes

Eigentlich machts Asus mit der Strixx richtig.

Ansonsten bin ich mal gespannt auf Reviews von der FE.

edit:
Mit Waterblock/Fullcover scheint die Frostbite-Graka auch sehr handlich/kurz zu sein:

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O
Ozzy

Veteran

134 Kommentare 73 Likes

@Igor Wallossek
Igor, woran haben die Mitbewerber zu knappern? An der RTX 3090 oder der RTX 3080 Ti?
Denn du hast zweimal die RTX 3090 Ti geschrieben.

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K
Kistenklaus

Mitglied

13 Kommentare 8 Likes

Ein Hoch auf Riser-Kabel!

Igor schafft es im Übrigen bis nach Canada - Linus Tech Tips - beruft sich auf Igors Artikel zur kommenden Version von nvidia (~3:42):

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Ghoster52

Veteran

397 Kommentare 227 Likes

Eine sehr schöne "Machbarkeit-Studie", mehr ist es dann auch nicht... (y)

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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