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Meine neue Lieblings-Gaming-Tastatur ist ein Gamepad: Razer Tartarus PRO im Test

Wie konnte denn das nur passieren? Da ertasten meine Finger schon seit über mehreren Jahren Tastaturen und die Tastatur, die am meisten aus der Masse hervorsticht, hat nur 20 Tasten. Dabei ist das Konzept hinter der Tartarus PRO von Razer keineswegs neu. Aber Razer macht einiges richtig, doch ich habe auch Grund zur Kritik.

Bedienung

Die Idee hinter dem Gamepad ist einfach: Ich als Spieler konzentriere mich auf eine (linke) Hand voll Tasten, die ich zum Ausführen von Aktionen bediene. Durch die konzentrierte Auswahl an Tasten sitzt jeder Griff, jede Kombo. Sogar für meine eher kleineren Hände sind die Tasten gut erreichbar, wenn auch die Finger für ein paar Kombinationen gut gespreizt werden wollen.

Per Synapse habe ich einige der Tasten speziell für das Spiel Overwatch angepasst und als Profil in der Anwendung gespeichert. Die Sensibilität der weniger wichtigen Knöpfe stelle ich auf 2mm ein, der Rest steht bei 1,5mm Aktivierungstiefe. Die Software ist für solche Feinabstimmungen zwingend vorausgesetzt, kann mittlerweile aber auch ohne Account als „Gast“ genutzt werden. Das war zur Anfangszeit von Razer Synapse nicht so!

Was mich in den ersten Stunden mit der Razer Tartarus wirklich fasziniert hat ist, wie leichtfüßig alle meine virtuellen Helden sich bewegen. Es reicht, die einzelne Taste nur geringfügig mehr zu belasten, damit die Aktion ausgeführt wird. Mein Gehirn realisiert, dass der Held oder die Heldin sich bereits bewegt und kann weitere Abläufe planen. Der Lag zwischen „ich habe die Taste gedrückt“ und „ich sehe eine Reaktion“, ist spürbar geringer. Das gibt mir in hitzigen oder überraschenden Situationen mehr Zeit, auf die Veränderung zu reagieren.

Die analogen Schalter sind Razer überaus gut gelungen und funktionieren äußerst präzise. Sogar die etwas wackelige Daumentaste erledigt ihren Job zuverlässig. Weniger gut gefällt mir im Allgemeinen das Scrollrad. Es ist zwar präzise genug, um in Inventars durch Items zu blättern, aber es ist zugleich schwammig in der Bewegung selbst. Wer das Scrollrad nicht nutzt, sollte auf die Orbweaver mit optischen Switches warten. Die wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später erscheinen.

Bis zu acht Profile können auf der Razer Tartarus gespeichert werden. Das Umschalten funktioniert per spezieller Taste. Auch hier finde ich, hat Razer nicht weitergedacht. Die Profile werden in Rotation gewechselt. Will ich Profil 1 haben, muss ich mich bis zu Profil 7 drücken. Finde ich nervig und wünsche mir zwei Tasten für „Profil vor“ und „Profil zurück“.

Ansonsten bin ich mit der Anordnung der Tasten zufrieden. Manche sind höher, andere, wie in der Gamepad-Mitte, tiefer gelegen. Razer gelingt eine gute Ergonomie. Spielern mit kleinen Händen empfehle ich das Probetesten in Saturn- und MediaMarkt-Märkte, die das Gamepad in einigen Filialen ausstellen.

 

Die Software

Ich habe ja bereits erwähnt, dass Razer die Synapse-Software über die vergangen Jahre mächtig aufgebohrt hat. Es ist definitiv eines der umfangreichsten Tools, die ein Hersteller anbietet. Haken wir die eher unwichtigen Dinge zuerst ab: Natürlich kann die Beleuchtung der Tasten bis ins kleinste Detail anpassen. Es stehen mehrere Effekte und Farben zur Auswahl. Ebenso sind auch individuelle Anpassungen möglich.

Das Herzstück der Software ist das Button-Mapping. Hier passe ich die 20 Tasten, das 8-achsige Steuerkreuz und das Scrollrad meinen Wünschen an. Die zweite Auslösung der Tasten habe ich bereits angesprochen, es stehen aber auch noch weitere Funktionen zur Auswahl, je nachdem welchen der vielen Bereiche ich auswähle. Sollen es klassische Controller-Tasten sein? Oder simuliere ich einen Joystick? Neben Mausfunktionen kann ich auch ganze Macros erstellen. Wird bei der nächsten LAN-Party aber eventuell für Diskussionen sorgen.

Theoretisch kann die Software das Profil abhängig vom Spiel umschalten. Das klappte in den meisten Fällen auch problemlos. Was mir jedoch beim Ändern der Tastenbelegungen aufgefallen ist, war das hohe Delay zwischen abspeichern der Daten in der Software und Weitergabe an die Maus. Hier sollte Razer nochmals ein paar Schrauben nachziehen.

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.