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Laute Umgebung kann die HDD schädigen und zu Systemabstürzen führen

Eine laute Arbeitsumgebung kann nicht nur den Anwender, sondern auch die Technik schädigen. Während sich der Mensch mit Kopfschmerzen herumschlagen muss, droht Festplatten, deren Technik auf Magnetscheiben basiert, ein Datenverlust. Schall und Ultraschall kann – zumindest temporär – zu Systemabstürzen führen.

Ein Team von Wissenschaftlern hat die Auswirkungen von Schall auf Festplatten analysiert und ist zu dem Entschluss gekommen, dass ein gezielter Angriff mit Geräuschen zu einem Datenverlust auf Speichermedien führen kann. Bereits 12 Sekunden einer speziellen Tonfrequenz haben gereicht, eine Überwachungskamera der Firma Ezviz dazu zu bringen, Videomaterial zu „vergessen“. Mit Schall, der 105 Sekunden auf die herkömmliche 3,5-Zoll HDD von Western Digital einwirkte – diese war im Kamerasystem verbaut – führte zum vollständigen Stopp der Aufzeichnung. Erst mit einem Neustart konnte der reguläre Betrieb wiederaufgenommen werden.

Während das proprietäre System samt Firmware und Bootloader auf einem Flash-Speicher sicher untergebracht sind, erfolgt die Videoaufzeichnung durch die Größe des Materials bedingt auf einem HDD. In ihrem Whitepaper hat das Team die Erkenntnisse visualisiert zusammengefasst. In ihrem Testaufbau schafften es die Wissenschaftler ein Dell XPS 15 9550 Notebook 45 Sekunden so zu beschallen, dass sowohl Linux als auch Windows einen reibungslosen Betrieb nicht mehr durchführen konnten und Fehler ausgaben. Nach zwei Minuten startete das Gerät dann neu, damit die eingebaute Festplatte wieder ordnungsgemäß funktionierte.

Ein Grund für die Abschaltung ist die Fehlinterpretation eines in die HDD eingebauten Sensors, der die rotierenden Platten im Inneren bei einem Sturz schützen soll. Wird der Sensor ausgelöst, parkt er den Lesekopf in eine sichere Position und wartet mit der Fortführung der Arbeit bis zu einem Neustart.

Natürlich die diese Methode überaus ineffizient, Systeme lahmzulegen. Dennoch zeigen die Untersuchungen, dass es nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch funktioniert. Festplattenhersteller könnten mit den gewonnenen Ergebnissen einen Schutzmechanismus einbauen, um ihre Produkte gegen diese Art des Angriffes abzusichern. Oder man greift einfach zu SSDs.

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