Grafikkarten Testberichte VGA

KFA2 GeForce RTX 3070 Ti SG 8GB im Test – Mehr als nur ein Butter-und-Brot-Modell?

Teardown: Platine und Komponenten

Die Platine ist relativ clever umgeräumt worden. KFA2 nutzt insgesamt 8 Phasen für die GPU (NVDD) und 2 Phasen für den Speicher (FBVDDQ). Für die 8 Phasen setzt man auf den uP9512R, also faktisch die übliche Allzweckwaffe auf den NVIDIA-Karten. Geregelt wird jede der einzelnen Phasen über einfache SiC653A DrMOS von Vishay, die maximal 50A stemmen können. Hier sind High- und Low-Side, sowie die Gate-Driver bereits in einem gemeinsamen Package vereint und ergeben de facto einen einfachen Power Stage. Vishay nennt das Integrated DrMOS. Allerdings muss man zur Überwachung von Strömen und Temperaturen bei diesen einfachen Modellen wieder auf die etwas ungenauere Inductor DCR zurückgreifen.

KFA2 hat alle 8 Phasen für NVDD räumlich zwischen GPU und Slot-Blende untereinander zusammengefasst. Wir werden gleich noch anhand des Kühlers sehen, warum das einen Sinn ergibt. Rechts neben der GPU und dem Speicher liegen die beiden Phasen für FBVDDQ. Hier setzt KFA2 auf echte Smart Power Stages (SPS), in diesem Falle die AOZ5311NQI von Alpha & Omega. Auch hier beträgt der Maximalstrom 50A, allerdings sind diese SPS etwas effizienter und liefern zudem auch Imon und Tmon als Rückgabewerte der MOSFET DCR.

Dazu kommen noch die 5 Volt und 1.8 Volt, sowie 0.95 Volt (PEXVDD), die jeweils mittels einfacher, einphasiger Back-Converter erzeugt werden. Diese Bestückung ist ebenfalls zweckmäßig. Verbaut wurde ein normales Single-BIOS und die wir sehen in den 12-Volt-Leitungen auch die üblichen Längsdrosseln und Shunts für NVIDIAs Leistungsüberwachung, die mit dem üblichen uS5650 von UPI umgesetzt wurde. Die lackierten und leider ungelabelten Spulen hinterließen akustisch einen ordentlichen Eindruck, das kann ich schon vorab spoilern, auch wenn KFA2 sonst eigentlich andere Produkte nutzt. Die Rückseite der Platine ist eher leer.

Die einzelnen Komponenten habe ich auch noch einmal in der nachfolgenden Galerie zusammengefasst, die auch den GDDR6X-Speicher von Micron zeigt:

 

Teardown: Kühler und Backplate

Unter den drei 8,5 cm großen Rotorblättern (9 cm Öffnung) liegt ein recht großer und die kurze Platine deutlich überragender Lammelenkühler, der auf einen großen, vernickelten Heatsink für die GPU und den Speicher setzt. Der Abtransport der Abwärme erfolgt über insgesamt 6 längsseits führende 6-mm-Heatpipes aus ebenfalls vernickeltem Kupferkomposit-Material. Die drei mittigen Heatpipes führen auch in Richtung Slotblende und enden direkt unter dem Heatsink für die Spannungswandler. Nun wissen wir auch warum sie so angeordnet wurden.

Die Stabilität gewinn der mittelschwere Kühler auch durch die nach hinten verschraubte Backplate, die jedoch keinerlei Kühlfunktion mittels irgendwelcher Pads erfüllt. Allerdings kühlt der Kühler auch ohne diese passive Hilfe recht souverän. Das kann ich hier schon einmal spoilern.

 

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DrWandel

Neuling

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Ich frage mich ob die achteckigen Aussparungen um die Lüfter herum zu Verwirbelungen beitragen und damit etwas mehr Geräusch erzeugen als wenn die Rahmen um die Lüfter gleichmäßig rund wären?

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Igor Wallossek

Format©

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Nein, das stört nicht bis kaum, wie es auch die Frequenzanalyse zeigt. Die Lüftermodule von KFA2 erzeugen das gleiche Geräusch auch mit demontierter Abdeckung. Solange die Öffnung nicht zu klein ist, so wie bei Palit, kann man das durchaus machen. Be Quiet! setzt beim Silent Wings 3 ja auch auf ein Hexagon :)

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DrWandel

Neuling

6 Kommentare 4 Likes

Danke; wieder was gelernt. Im übrigen, um das mal zu sagen, Igor's Lab ist für mich zusammen mit PCGH (da habe ich ein Heft-Abo; bin halt ältere Generation und freue mich, mal was 'in die Hand nehmen zu können' anstatt alles am Bildschirm zu gucken) die beste und zuverlässigste Quelle für Gaming-Hardware-Tests in Deutschland. Danke und Kudos!

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M
McFly_76

Veteran

321 Kommentare 84 Likes

Der Abstand zwischen der Backplate und der Platine wo sich die VRMs befinden ist sehr klein und dort würde ich nachträglich ein Wärmeleitpad anbringen ( es hätte mir keine Ruhe gelassen ) 😁
Vom Preis ist die RTX 3070 Ti attraktiver als die RTX 3070 Modelle.

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DrWandel

Neuling

6 Kommentare 4 Likes

Wobei es natürlich schon gewagt ist, bei den aktuellen Mondpreisen (wenn auch nicht mehr ganz so schlimm wie noch vor Monaten) von "attraktiv" zu reden; das gilt wirklich nur im Vergleich ;-)

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M
McFly_76

Veteran

321 Kommentare 84 Likes

Ja, mehr Leistung zum gleichen Preis oder noch günstiger ist ein guter Anfang.
Richtig Attraktiv werden die Grafikkarten erst dann wenn die aktuellen Preise um 1/3 gefallen sind, nicht wahr ? ;)

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grimm

Urgestein

1,362 Kommentare 552 Likes

Also die damals auslaufende 2080S gabs für nen Hunni weniger - müsste mit dieser Karte ungefähr gleichauf liegen. Also gemessen am UVP sind die Preise sicher zu hoch, Preis/Leistung wird aber besser. Ich kann die Empfehlung nachvollziehen. Für WQHD aktuell sicher eine sehr gute Wahl.

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e
eastcoast_pete

Veteran

195 Kommentare 39 Likes

Für fast € 900 ist die Karte natürlich schon eine spezielle Butterbrot Schnitte 🙂
Aber ernsthaft, was ist denn da los mit NVIDIA und GDDR6X überall, auch da, wo es eigentlich auch ohne (und sparsamer) geht? Ist GDDR6 so im Preis nach oben gegangen, daß die gleiche Bestückung mit GDDR6X billiger ist, oder hat NVIDIA hier Abnahme Verpflichtungen zu Micron die erfüllt werden müssen, egal ob es eigentlich Sinn macht? Denn, wenn reguläres GDDR6 pro GB eigentlich billiger ist, wäre mir mehr RAM (12 oder 16 GB, je nachdem was mit den erhältlichen Speicher Bausteinen ginge) mit etwas weniger Bandbreite zum gleichen Preis lieber. Aber vielleicht will sich NVIDIA nicht selbst Konkurrenz machen?

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Igor Wallossek

Format©

5,601 Kommentare 8,659 Likes

GDDR6X ist aktuell besser verfügbar, da NV exklusiv.

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Danke für die Spende



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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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