Messgeräte und Werkzeuge Praxis Testberichte

Update: Keysight U1233A im Test – Wer misst, misst nicht immer Mist! Semiprofessionelles Messgerät statt Baumarkt-Müll

 

Verpackung des Keysight U1233A

Auf Wunsch eines Communitymitglieds wurde noch eine grobe Übersicht über die technischen Daten hinzugefügt. Obendrein hat mir eine Rückmeldung von Daniel Bogdanoff von Keysight die Möglichkeit gegeben, das Gerät zu öffnen. Diese Möglichkeit wurde natürlich genutzt um etwas vom Innenleben Preis zu geben.

Prinzipiell habe ich ja die Möglichkeit, mir hin und wieder das ein oder andere Messgerät von meinem Arbeitgeber auszuleihen. Sowas ist sehr praktisch, wenn man selbst hin und wieder etwas bastelt und dementsprechend bin ich da auch dankbar. Leider stand ich dennoch schon mehr als einmal zu Hause und stellte fest, dass ich grad das passende Messgerät nicht da habe. Die Multimeter die im Baumarkt verkauft werden, kamen für mich nicht in Frage, da ich diesen nicht weiter traue, als ich einen Elefant werfen kann.

Aber natürlich passt der Wunsch nach einem Multimeter von einem renommierten Hersteller und eine ordentliche Portion Geiz hervorragend zusammen. Leider sind die üblichen Verdächtigen (Fluke, Gossen, Keysight, Hioki) aus meiner Sicht erstaunlich preisstabil. Dementsprechend lange habe ich nach einem passenden Angebot gesucht. Ich habe mich schließlich auf die kleineren Baureihen konzentriert, da diese für kleine Hobbybastelleien mehr als ausreichend sind. Irgendwann bin ich über das Angebot eines neuwertigen Keyisght 1233A gestolpert, dass der Verkäufer als Dreingabe zu einem Kauf bekommen hat.

Eine kleine Randnotiz, für die die es nicht wissen: Die Firma Keysight Technologies entstand aus der Abspaltung bei dem Unternehmen Agilent Technologies welches wiederum aus einer Abspaltung bei HP entstand.

Lieferumfang

Als ich es bekommen habe wurde natürlich erstmal eine Bestandsaufnahme gemacht:

Der Lieferumfang enthielt:

  • Einen Quickstartguide
  • Das Kalibrierzertifikat vom Hersteller (COC)
  • Diverser weiterer Papierkram inklusive Sicherheitshinweisen usw.
  • Das Keysight U1233A
  • 4x AAA-Batterien (nötig für den Betrieb vom Multimeter)
  • Einen U1167A Messleitungssatz
Lieferumfang

Ich habe hier mal die gröbsten technischen Daten aus dem Datenblatt vom Keysight U1233A eingefügt

Optik, Gehäuse und Messleitungen

Das Multimeter selbst ist relativ kompakt. Mein Messschieber sagt, dass es folgende Maße hat: (BxHxT) ca. 86mm x ca. 169mm x ca. 52mm. Der orangefarbene Schutz kann abgenommen werden. Das Gerät selbst wirkt durchaus robust und mit der Schutzhülle gehe ich davon aus, dass das Gerät auch einige Stürze gut übersteht.

Abnehmbare Schutzhülle des Keysight U1233A

Der Drehschalter wurde so positioniert, dass das Multimeter bei Bedarf einhändig bedient werden kann. Dies dürfte dem ein oder anderen Elektriker auf einer Baustelle helfen. Der Siebdruck ist sauber und gut lesbar. Der Drehschalter rastet gut ein. Es ist mir bisher immer klar gewesen, wo dieser steht. Die oberen 6 Tasten sehen stark danach aus, als wenn hier eine konventionelle Tastenmatte verwendet wurde. Während da sicher der ein oder andere über den Druckpunkt schimpfen würde, muss ich hier mal ehrlich sein: Das ist Werkzeug. Das hat zu funktionieren. Und erfahrungsgemäß halten diese Tastenmatten extrem lang.

Vorderseite

Unten finden sich drei 4mm Sicherheitsbuchsen

  • COM
  • V Ω  µA
  • A

 

Bei der Beschriftung steht jeweils der Maximalwert dabei. Jemand der mit solchen Gerätschaften beruflich Arbeitet, weiß hier sofort, was er wo und wie anschließen muss. Hinten findet man zu allererst die Halterungen für die Messleitungen in der orangenen Schutzhülle. Oben in der Mitte findet sich eine Linse. Hinter dieser versteckt sich eine Leuchte. Darunter befindet sich der Infrarotport. Dazu später mehr. Noch weiter unten ist der für Handmultimeter übliche Ständer. Dieser rastet meiner Meinung nach recht schön ein.

Rückseite

Keysight liefert hier einen Satz Messleitungen mit. Diese machen keinen schlechten Eindruck. Es sind auch Schutzkappen für alle Enden dabei. Meine Lieblingsmessleitungen werden diese allerdings nicht. Das liegt aber eher am Anforderungsprofil, da ich die meisten Messungen auf eher feinen Leiterplatten mache. Die Messleitungen haben eine Gesamtlänge von ca. 1,4m und haben laut Beschriftung folgende CAT Einstufung: CAT IV 600V und CAT III 1000V. Das Kabel selbst ist ca. 3,7mm dick. Die Messspitzen selbst sind inklusive Griff 148mm lang. Die Leitung selbst ist relativ flexibel.

Inbetriebnahme

Entgegen dem, was die meisten Leser erwarten, habe ich nicht die beigelegten Batterien in das Multimeter gepackt. Ich habe da einfach zu viele schlechte Erfahrungen mit auslaufenden Batterien gemacht, als das ich da Messgeräte riskiere. Ich habe stattdessen auf Akkus zurückgegriffen, bei denen mir bisher kein solcher Fall bekannt ist. Unterhalb der Akkus ist auch die Sicherung zu sehen. Diese ist etwas teurer als die meisten Leute meinen, hat dafür aber die benötigte Spannungsfestigkeit. Das ist einer der Gründe warum ich bei Multimeter im Preisbereich von <20€ doch arge Bedenken habe.

Hat man nun die Akkus eingelegt, schraubt man das Fach wieder zu. Dann schaltet das Multimeter ein und könnte erschrecken wenn man das nicht vorher weiß: Das Ding ist kein Leisetreter und meldet sich erstmal mit einem schön lauten „BEEP“. Das Display ist gut ablesbar und kann obendrein auch noch orange beleuchtet werden.

 

 

Funktionsumfang

Man merkt relativ schnell, dass das Multimeter eher ein Einsteigermodell ist, wenn man sich die technischen Daten ansieht. Es gibt vom Hersteller ein sehr detailliertes Datenblatt, in dem die genauen Toleranzen und Messbereiche erklärt sind.  Sofern möglich, habe ich die jeweiligen Funktionen getestet. Leider habe ich natürlich nicht für jeden Funktionsbereich die passende Ausrüstung. Bei all den Messungen darf man natürlich nicht vergessen, dass die Messhardware selbst bereits Einfluss auf die Messung hat. Im oberen Bereich der Diagramme habe ich noch den jeweiligen Messbereich angegeben. Hier mal ein kurzer Blick auf die die Bedienung:

 

Danke für die Spende



Du fandest, der Beitrag war interessant und möchtest uns unterstützen? Klasse!

Hier erfährst Du, wie: Hier spenden.

Hier kann Du per PayPal spenden.

About the author

Thomas Haase

Aktives Community-Mitglied und Hobby-Autor, der sein Wissen gern an die Leser und die Community von igorsLAB weitergibt.

Wir verwenden Cookies, um Ihnen das beste Nutzererlebnis bieten zu können. Wenn Sie fortfahren, diese Seite zu verwenden, nehmen wir an, dass Sie damit einverstanden sind. Datenschutzerklärung