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Keine Anzeichen gefunden: Chinesischen Spionage-Chips in Servern-Motherboards von Super Micro

Anfang des Jahres hat Bloomberg einen Bericht veröffentlichte, in dem die Publikation behauptete, dass die chinesischen Behörden Spionagechips in die von Amazon, Apple und anderen genutzten Server eingeschleust hätten. Die im Bericht zitierten Unternehmen leugneten dies jedoch einstimmig und gaben an, dass sie niemals Spionage-Chips in ihren Produkten gefunden hatten. Eine unabhängige Überprüfung bestätigt das nun.

Der ursprüngliche Bloomberg-Bericht behauptete, dass Server-Motherboards von Super Micro über einen gewissen Zeitraum durch nicht dokumentierte „Erweiterungen“ bzw Chips der chinesischen Regierung manipuliert wurden. Dieser kleine Chip sollte es der chinesischen Behörde ermöglichen, die Daten, die von so einem Server verarbeiten werden, auszuspionieren.

Es gibt zwei Möglichkeiten, solche Änderungen an der Hardware vorzunehmen. Entweder die Hardware wird zwischen Fertigung und Kunde abgefangen. Oder die Hardware wird noch während der Fertigung verändert. Ein solches Datenleck würde eine Vielzahl von Nutzern mit Internetanbindung betreffen.

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Der angebliche Chip, den Bloomberg gefunden haben will

Denn viele führende Konzerne wie Amazon und Apple setzen in ihren Servern Hardware von Super Micro ein. In dem Bericht wurde behauptet, dass etwa 30 Unternehmen die manipulierten Boards erhalten hätten. Insbesondere Amazon und Apple reagierten energisch auf den Bericht und forderten Bloomberg auf, die Geschichte zurückzuziehen.

Natürlich leugnete Super Micro, dass die Boards jemals kompromittiert wurden und investierte einige Ressourcen, um entsprechende Beweis vorlegen zu können. Das Unternehmen beauftragte die Experten von Nardello mit der Analyse der Server-Hardware. Für die Analyse erhielt Nardello eine repräsentative Auswahl an Motherboards aktueller und älterer Modelle von Apple- und Amazon-Servern. Jedoch gibt Super Micro hat nicht gesagt, welche Zahl eine “repräsentative Stichprobe” darstellt.

Laut dem Bericht von Nardello wurden keine Hinweise auf bösartige Hardware auf den getesteten Boards gefunden. Das Unternehmen überprüfte auch die Designdateien, die zur Herstellung der Platinen verwendet wurden, und fand keine unerwarteten Änderungen. Super Micro hat sogar ein Video veröffentlicht, in dem der Hardware-Inspektionsprozess erklärt wird. Ob man Klage gegen Bloomberg einlegen möchte, hat das Super Micro in dem eigenen Statement nicht verraten. Entsprechende Stimmen haben sich aber in letzter Zeit zunehmend gehäuft.

Bloombergs erster Bericht zitierte zahlreiche Experten aus der Regierung und Technologiebranche, die die Aussagen von Bloomberg bestätigten. Allerdings hat sich niemand öffentlich mit Beweisen gemeldet – niemand scheint eines dieser kompromittierten Motherboards zu besitzen oder gar analysieren zu haben.

Quelle

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