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Kein Bock auf Quadrate? Dieses Gehäuse ist eine Pyramide: Azza Pyramid

Als ich das Azza Pyramid auf der letzjährigen Computex sah, war ich auf der einen Seite durchaus skeptisch, ob der eingeschränkte Platz im Innenraum, der durch die Formgebung vorhanden bzw. nicht vorhanden ist, den kreativen Anwender zu sehr einschränkt. Auf der anderen Seite ist das Pyramid aber auch ein absolut auffälliges und innovatives Gehäuse, das sich deutlich von den Mitbewerbern absetzt. Anstatt lange zu grübeln fragte ich bei Azza kurzerhand nach einem Muster an und bekam kurz vor Weihnachten, also ein paar Monate nach der Vorstellung auf der Tech-Show, ein entsprechendes Muster zugeschickt. Damit begann ein Systembuild mit vielen „Achs“ und „Ohs“. Aber der Reihe nach.

Azza Pyramid - Gehäuse


Die Lieferung erfolgte gut gesichert auf einer kleinen Palette. Auch im Inneren des Kartons ist ausreichend Schaumstoff-Material vorhanden, damit das Pyramid den Transport unbeschadet übersteht. Azza nutzt eine Art Haube, um die Pyramide zusätzlich von Oben in Position zu halten.

Unboxing und Erstbetrachtung

Das Herausnehmen des Gehäuses gestaltet sich als eine moderate Aufgabe, durch die Formgebung ist es egal, von welcher Seite man anpackt. Ich empfehle definitiv, das Pyramid mit einer weiteren helfenden Hand – oder noch besser zwei helfenden Händen – auszupacken. Wer weder Freunde noch Familie um sich herum hat, kann auch behutsam in die obere Pyramide greifen und das Gehäuse aus dem Karton herausheben. Genügend Kraft in den Armen ist hierfür die Voraussetzung.

Azza Pyramid
Schon auf den ersten Blick bzw. beim ersten Anfassen merke ich, dass Azza an der Qualität ordentlich geschraubt hat. Das ist insofern überraschend, da bereits das Vorserienmodell eine gute Verarbeitung bot. Die Kombination aus grauem, leicht gebürstetem Aluminium und dickem, getöntem Glas funktioniert einfach sehr gut. Zusätzlich hat Azza Ausfräsungen in das gehärtete Glas eingelassen, es sind also nicht einfach nur Scheiben, wie man es von vielen rechteckigen Seitenwänden her kennt. Dank der Aussparungen kann die Luft im Innenraum gut zirkulieren, die Öffnungen lassen aber natürlich auch mehr Staub in Gehäuseinnere eindringen.

Azza Pyramid
Die Luftzirkulation ist im Allgemeinen so ein Thema beim Pyramid. Azza verbaut werkseitig nur einen Lüfter, der am oberen Ende der Pyramide angebracht ist und die warme Luft aus dem Gehäuse nach oben saugt. Das funktioniert wie vorgesehen und selbst mit reduzierter Drehzahl konnte ich die warme Abluft aus dem Azza Pyramid aufsteigen fühlen. Ansonsten bietet die Pyramide drei weitere Plätze für 120mm-Lüfter, die an der unteren Bodenplatte befestigt werden.

Die Stelle ist in erster Linie dazu gedacht, einen Wärmetauscher – wahlweise einer AiO oder beim DIY-Kühlreislauf – zu befestigen. Fällt die Wahl doch auf drei Lüfter ohne Wärmetausche, sollten diese saugend montiert werden. Die Luft wird dann von dem Gehäuseboden angesaugt und über die seitliche Glaswand in den „zweiten Stock“ transportiert, wo es die Grafikkarte und den CPU-Kühler versorgt. Die Idee, die Luft über eine Art Rampe zu leiten, ist innovativ – doch da auch hier das Glas die bereits erwähnten Ausfräsungen aufweist, wird ein Teil der Luft direkt wieder nach Außen geleitet. Wer sich für das Azza Pyramid entscheidet, sollte also zu einer AiO-Wasserkühlung greifen, um diesen Platz möglichst sinnvoll zu nutzen.

An der Front verbaut Azza ein I/O-Panel mit zwei USB 3.0-Anschlüssen, jeweils eine Buchse für Audio-Out und Mikrofon sowie einen USB Type-C-Port. Der blau leuchtende Knopf in der Mitte fungiert als Ein-/Aus-Schalter, die Farbe der LED kann nicht geändert werden.

Azza Pyramid IO

Für ein komfortables Kabelmanagement hat sich der Hersteller auf der Rückseite des Pyramd einen Kniff ausgedacht: Zum einen können Kabel über die entsprechende Aussparung im Gehäuseboden führen. Zum anderen ist hier eine Glas-Klappe vorhanden, die an einem Magnet befestigt ist und so einen schnellen Zugriff auf die I/O-Ports sowie Grafikkarten-Anschlüsse ermöglichen. Will ich einen USB-Stick am Motherboard anschließen, dann muss ich nicht die gesamte Glaskonstruktion entfernen, sondern kann bequem die Klappe öffnen. Mir gefällt diese Funktion, da ich während meines Tests des Öfteren mit USB-Geräten hantieren musste und die Öffnung als überaus praktisch empfunden habe – gut mitgedacht, Azza!

 

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.