Prozessor Testberichte Workstation

Intel Core i9-10900K im Vielseitigkeits-Test. Wo liegen die Stärken und Schwächen des letzten 14-nm-Boliden?

Bei den Spielebenchmarks musste ich zwar zeitbegründet ein paar Einschnitte machen, habe aber versucht, möglichst repräsentative Fälle herauszupicken und natürlich auch ein Spiel gefunden, wo die CPU nicht ganz so performt, wie prognostiziert. Allerdings sollten diese Situationen eher eine Ausnahme darstellen, denn bis alle Spiele wirklich im Multi-Core-Himmel angekommen sind, wird es wohl noch etwas dauern. Bis dahin werden wohl noch einige Seen von Intel geplündert werden ich auch AMD wird zusehen müssen, wie viele wirklich berühmte Maler noch übrig bleiben.

Da wir heute aber eine CPU testen wollen, wird es nur Benchmarks in 720p und 1080p geben, also für jeden etwas. Ich nutze dafür eine gewässerte NVIDIA Titan RTX, um mich vor etwaigen GPU-Flaschenhälsen möglichst zu schützen, aber ganz gelingt das selbst mit dieser Karte nicht. Trotzdem sieht man einen sehr eindeutigen Trend, den 10 Tests mehr auch nur hätten bestätigen können. Am Ende des Tages wird es also eine trotz allem verwertbare Aussage geben und die etwas angestaubte Enthusiasten-Plattform auf dem Sockel 2066 zeigt einmal mehr, dass sie zum Spielen schon immer ein wenig deplatziert war.

Tests in 1280 x 720 Pixeln

Interessanterweise fällt der Unterschied zwischen dem Intel Core i9-9900K(S) und dem 10900K gar nicht so riesig groß aus, aber er ist zumindest noch messbar. Setzt man langsamere Grafikkarten ein, verwischen sich diese Spuren allerdings. Der Ryzen 9 3900X zieht hier den Ryzen 9 3950X ab, was mir übrigens mehrmals auffiel, auch bei den Workstation-Benchmarks. Wenn von vielen Leuten im Team die Hälfte nichts zu tun hat, steht man sich nur im Weg. Im Game Mode wäre der Ryzen 9 3950X dann wieder schneller, aber um den geht es heute ja nicht.

Nehmen wir als Nächstes Assassin’s Creed Odyssey hier habe ich sowohl in 720p als auch in 1080p gebenchmarkt, um auch einmal die Unterschiede zu sehen. Aber beginnen wir zunächst mit der eigentlich ja unspielbaren Briefmarkenauflösung. Die Unterschiede der Intel-CPUs untereinander fallen etwas größer aus als noch bei Wolfenstein Youngblood. Gegenüber dem Core i9-9900K(S) kann der 10900K sowohl durch den hohen Takt als auch die zwei Kerne mehr deutlicher punkten. Der Core i7-9700K tut sich deutlich schwerer, deplatziert aber immer noch mit einer Geste von Nonchalance die ältere Enthusiasten-Plattform von Intel. Der Vorsprung des Core i9-10900K zu AMDs beiden Boliden ist auch hier recht deutlich sichtbar.

Tests in 1920 x 1080 Pixeln

Gleiches Spiel, aber mehr Pixel. Lässt man die Einstellungen so, wie so waren, dann schiebt sich das Feld einen Tick enger zusammen, wobei sich die Reihenfolge aber nicht ändert und die Unterschiede zum 720p-Test gar nicht so groß ausfallen wie erwartet. Auch eine Erkenntnis.

Far Cry 5 steht exemplarisch für alle älteren Spiele, die eine hohe IPC-Leistung samt hohem Takt am liebsten sehen. Hier gewinnen die Core-i9-Troika deutlich vor dem Rest, weil am Ende der Takt einfach nur alles ist und sogar die die Titan RTX bereits nach oben hin etwas einknickt. Und die beiden Ryzen? Man muss  neben so vielen Erfolgen auch einmal Niederlagen einstecken können, denn es rundet das Bild besser ab.

Bei Total War Three Kingdoms sieht man übrigens sehr schön, wie es ausgehen kann, wenn ein möglichst großes Team gefragt ist und die Arbeitsgeschwindigkeit der einzelnen Teammitglieder zwar wichtig, aber nicht allesentscheidend ist. Trotzdem fällt der Unterschied von 2 oder 6 Kernen mehr auf Seite der AMD-Boliden gar nicht so extrem groß aus wie erwartet. Nicht einmal 10% mehr, aber Niederlage ist Niederlage und Far Cry 5 schmerzt dann gleich etwas weniger beim Team Rot.

Abschließend habe ich mir noch Metro Exodus herausgepickt, denn es bildet erneut gut ab, wo aktuell die Stärken welcher CPU liegen und warum AMD mit Zen3 vor allem bei IPC und Takt noch nachlegen muss. Allerdings würden auch hier die prognostizierten 15 bis 20 locker für die Spitze reichen. Aber um den Kreis wieder zu schließen: wir leben im Hier und Heute. Und Zen3 ist noch nicht auf dem Markt. Was zählt, ist auf dem Platz und genau da ist der Core i9-10900K (noch bei vielen Spielen) das Maß der Dinge. das muss man neidlos anerkennen.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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