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Innovation Cooling IC Graphite Thermal Pad im Test – Bequemlichkeit siegt, aber was ist mit der Performance?

Im direkten Vergleich nutze ich mit der Thermal Grizzly Kryonaut eine der besten aktuellen Wärmeleitpasten und stelle mit der Arctic MX-2, sowie der Titan Nano Grease zwei sehr preiswerte und flutschige Pasten gegenüber. Dazu kommen noch zwei dünne Wärmeleitpads von Gelid und Phobya, die jeweils Silikon enthalten. Es wird nun interessant sein zu sehen, wie sich das Pad gegen die Pasten und die herkömmlichen Wärmeleitpads schlägt.

Messung mit rauem Kühlerboden

Zunächst betrachten wir die Messung mit rauer Oberfläche des Kühlerbodens und sehen, dass das Pad zumindest zufriedenstellend funktioniert. Es liegt ungefähr gleichauf mit der Arctic MX-2, ist aber ungefähr dreieinhalb Kelvin schlechter als die beste Wärmeleitpaste im Test. Das kann man bei billigeren Setups sicher verschmerzen, zumal die Pads auf AMD-CPUs auf Grund der raueren Heatspreader ganz gut aufliegen. In Anbetracht der einfachen Handhabung und der sicher auch langen Haltbarkeit, kann man da schon mal beim Preis ein kleines Auge zudrücken.

Theoretische Angaben zum Wärmeleitkoeffizienten sind aber doch einmal mehr nicht das, was in der Praxis auch wirklich ankommt. Das dünne, sogar 8 x 4 cm große Gelid GP Extreme Thermal Pad habe ich mir für ganze 5 Euro incl. Versand aus einem asiatischen Online-Shop bestellt, man bekommt es aber auch bei Ebay für ca. 9 Euro. Ein Kelvin Unterschied ist wirklich nichts, was einen umbrächte, nur bei der Langzeitstabilität bleiben wegen des enthaltenen Silikons und eines möglichen Dry-Outs doch Fragen offen.

Messung mit glattem Kühlerboden

Nein Kinder, das wird so nichts. Bei glatten Flächen, wie auch auf der vorigen Seite schon vermutet, versagt das Pad zwar nicht völlig, aber es performt am Ende sogar etwas schlechter als das dünne Gelid-Pad! Dieses weiche Pad schließt die Luft nämlich komplett aus, während das IC Graphite Thermal Pad mit Sicherheit die Luft zwischen den Huckeln der Oberfläche nur etwas plattdrückt. Da nützen auch besseres Handling und vermeintlich höhere Haltbarkeit nichts mehr.

Fast fünf Kelvin Unterschied zur besten Wärmeleitpaste schließen die Grafit-Pads genauso vom sinnvollen Einsatz aus, wie die beiden anderen Pads und auch die billigen Wärmeleitpasten. Würde man eine weniger starke Kühllösung einsetzen, könnten diese Unterschiede bereits über vollen Turbo und Throttling einer CPU entscheiden.

Fazit und Zusammenfassung

Am Ende des Tages muss man fair und objektiv zusammenzählen, welche Erkenntnisse die fast 13 Stunden Test nun gebracht haben. Und da macht sich dann schon ein klein wenig Ernüchterung breit. Auch IC kann die Physik nicht neu erfinden und so bleiben diese Pads eine schöne Machbarkeitsstudie für die Anwender mit den zwei linken Händen. Wer auch nur ein Milligramm passender Skills besitzt, wird diese Pads wirklich nicht brauchen. Ich fasse mal kurz zusammen:

Pro:
Leichte und sichere Anwendung
Sauberes Verarbeiten
Keine Einbrennzeit
Mehrfach wiederverwendbar
Kein Dry-Out, geringe Alterung (vermutet)
Kontra:
Nur durchschnittliche Performance bei rauen Kühlerböden
Eher unterdurchschnittliche Performance bei glatten Kühlerböden
Hoher Preis

Auch wenn ich am Schluss auf der Haben-Seite mehr Einzel-Argumente fürs Pro stehen habe – die Performance ist maximal durchschnittlich und somit sind die Pads auch nicht für High-End-Systeme geeignet. Es ist ein nettes Spielzeug, bei dem wenigstens die Hände sauber bleiben und an dem man sich auch länger erfreuen kann. Aber kaufen würde ich mir diese Produkte privat nicht. Der eine kleine Klecks, den man für unter einen Euro ebenfalls sauber hinbekommt, wird wohl keinen vor unlösbare Aufgaben stellen.

 

Innovation Cooling Graphite Wärmeleitpad 30x30mm, 1 Stück

 

Innovation Cooling Graphite Wärmeleitpad 40x40mm, 1 Stück

 

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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