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Für fast alles, was einen Stecker hat und noch viel mehr: Ab Januar 2021 schlägt dann auch noch der Kupferpreis durch und zu

Ich habe mich in den letzten Wochen mit einigen Herstellern unterhalten können, die in der Summe alle Jammern (ok, das muss wohl immer so sein) und versuchen, so viel wie möglich Kupfer bzw. Halbzeug aus Kupfer für die laufende und kommende Produktion zu horten. Endlos geht das natürlich nicht, allein schon aus logistischen und finanziellen Gründen. Zumal gerade die Hamstermentalität dann das genaue Gegenteil bewirkt und die Preise noch weiter anfeuert. Etwas, was man auch in der aktuellen Lage eher nicht gebrauchen kann

Da spielt es eigentlich noch nicht einmal eine Rolle, um welche Branche es geht, denn Kupfer ist in mehr Geräten oder Gegenständen enthalten, als man denken mag. Aber exemplarisch habe ich einmal ein Statement eine Netzteilherstellers herausgepickt, der aber nicht namentlich genannt werden möchte.

As you might have noticed about the cost of copper has been risen up to US$7300+/T now from U$5000/T in the early of this year. It impacts on output cables and components directly already by now, the raw material vendors of cables have been increased our cost 5% ,and also some components (6-8%)
The cost would be increased by end of year for cables again and also some other components as expected. Plus half of our materials are paid with RMB which has great impact against USD this year.

We have no choice but accept the increased costs which would affect directly on our quotation to you too.
The pricing would be adjusted on those shipments going to ship in Jan-2021 , (as which we need to purchase all materials in advance with higher costs than it was )

Dieses Zitat weist somit einerseits darauf hin, dass die Preise bereits gestiegen sind und demnächst mit Sicherheit noch weiter steigen werden. Der interessantere Teil ist aber andererseits das altbekannte Währungsproblem, weil generell alles in USD kalkuliert wird. Gerade chinesische Firmen sind dann gekniffen, da Vieles innerhalb Chinas natürlich in RMB gekauft und bezahlt werden muss, der USD jedoch dabei stets als Richtmaß für den eigentlichen Warenwert gilt. Für die Hersteller heißt ein Kursverfall des RMB gegenüber dem Dollar, dass es zu einem signifikanten Preisaufschlag im eigenen Warenkreislauf kommt.

Je nach Kupferanteil und Kupfersorte kann das für einige Produkte richtig teuer werden. Das müssen dann noch nicht einmal so komplexe Dinge wie Netzteile sein, wo die ganzen Kabel, Spulen und Transformatoren sowie die Leiterplatten allesamt am Kupferpreis kleben. Selbst so triviale Dinge wie ein Kupferblock für Wasserkühler werden davon betroffen sein. Natürlich heißt eine Anhebung der Kupferpreise um 15 Prozent noch nicht, dass das gesamt Produkt um diesen Wert teurer wird, denn der Abgabepreis ab Werk setzt sich ja noch aus weiteren Komponenten zusammen, aber Steigerungen zwischen 5 und 10%, je nach Kupferanteil, sind durchaus möglich, denn es gibt ja auch noch andere Kosten.

Eine kurze und damit nur bedingt repräsentative Umfrage unter einigen mir bekannten Herstellern könnte aber den Schluss zulassen, dass man einerseits befürchtet, dass der Kupferpreis vielleicht auch wieder die schon einmal gehabten Spitzenwerte von 11.000 USD und mehr erreicht, man sich aber andererseits noch für die nächsten Monate eindecken konnte, soweit es eben möglich war. Während die Komponentenpreise für Kabel, Transformatoren und einfachere Spulen bereits jetzt schon anfangen durchzuschlagen und diese Preiserhöhung zum Jahresbeginn wohl auch stellenweise schon den Endverbraucher erreichen wird, kann es bei anderen Produkten durchaus auch länger dauern. Wobei nicht auszuschließen ist, dass sich so mancher Hersteller dann an den Preisen der Mitbewerber orientiert und freudestrahlend mitzieht, obwohl er selbst noch nicht davon betroffen ist.

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About the author

Igor Wallossek

Chefredakteur und Namensgeber von igor'sLAB als inhaltlichem Nachfolger von Tom's Hardware Deutschland, deren Lizenz im Juni 2019 zurückgegeben wurde, um den qualitativen Ansprüchen der Webinhalte und Herausforderungen der neuen Medien wie z.B. YouTube mit einem eigenen Kanal besser gerecht werden zu können.

Computer-Nerd seit 1983, Audio-Freak seit 1979 und seit über 50 Jahren so ziemlich offen für alles, was einen Stecker oder einen Akku hat.

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