Grafikkarten News

Eine potentielle RTX 2070 Ti zeigt sich – Ist es ein TU104-850, aber für Consumer?

Update vom 10.04.2019 – 7.45 Uhr

Ihr erinnert Euch sicherlich noch an meinen Test zur Quadro RTX4000? Diese ist derzeit die kleinste der Quadro-RTX-Karten und setzt auf den gleichen TU104, wie auch die GeForce RTX 2080, wurde jedoch per Hardware-Strap auf die technischen Daten des TU106 einer GeForce RTX 2070 zusammengestrichen.

Diese Karte nutzt demnach also keine vollausgebaute TU106-GPU, die ja ebenfalls aus drei GPCs mit jeweils sechs TPCs besteht und was eigentlich auf der Hand gelegen hätte, sondern einen deutlich abgespeckten, viel größeren TU104 mit den gleichen Eckdaten wie der TU106. Dies ist etwas, was durchaus einigermaßen verwundert. Der Rest der Specs ergibt sich dann jedoch automatisch, denn natürlich beinhalten die TPCs jeweils zwei SMs, so dass dies 36 SMs für den gesamten Prozessor ergibt, der als TU104-850 ausgewiesen wird.

 

Diese Blöcke bleiben zwischen den Turing-GPUs unverändert, so dass die Quadro RTX 4000 mit 2304 CUDA-Kernen, 288 Tensor-Kernen, 36 RT-Kernen und 144 Textureinheiten ausgestattet ist und damit auch 1:1 der GeForce RTX 2070 entspricht, obwohl sie auf dem größeren Chip basiert. Der TU104-850 behält den gleichen 256-Bit-Speicherbus bei und ist ebenfalls mit 8 GB und 14 Gb/s GDDR6-Modulen bestückt, die aufgrund des niedrigeren Speichertaktes von 1625 MHz hier bis zu 416 GB/s umschaufeln können. Die 4 MB L2-Cache und 64 ROPs werden ebenfalls übernommen.

Während die Workstation-Variante mit einem maximalen Power Limit von 125 Watt ausgeliefert wird, wäre es möglich, diesen bereits seit Monaten existierenden Chip mit einem höheren Power Limit und Power Target auszuliefern und auch den Basistakt gegenüber der RTX 2080 noch leicht anzuheben. Da die Hardware-ID nicht im Treiber bekannt ist, wird die Karte generell als Graphics Device erkannt, denn ich hatte diesen Effekt mit den nicht installierten Quadro-Treibern anfangs auch.

Das Einzige, was an der aktuell verbreiteten News über die mysteriöse Karte wirklich neu ist, wäre die Art des Speicherausbaus und dessen Anbindung. Und genau da wird es unglaubwürdig, denn ich bezweifle mal ganz stark, dass Nvidia da irgendwelche Spiele mit erneut krumm und langsam angebundenem Speicher spielen wird. Der Rest ist bekannt und es wäre für Nvidia ein Leichtes, einen bereits existirenden Chip einfach anders einzusetzen. Ob diese Positionierung dann überhaupt noch einen Sinn ergibt, sei mal dahingestellt. Navi hin oder her. (Igor)

 

 

Originale News

Nach der erfolgreichen GTX-10XX-Serie folgte im selben Herstellungsprozess die wenig adoptierte Grafikrevolution mit der RTX-20XX-Serie, die vor allem durch ihren hohen Preis und Raytracing auf sich aufmerksam machte. Eine potentielle Gefahr droht Nvidia erst im dritten Quartal durch AMDs Navi-Grafikkarten. Um auf eine mögliche Marktlücke, die von AMD geschlossen werden könnte, reagieren zu können, steht für Nvidia eine mögliche GTX 2070 Ti in den Startlöchern.

Eine potentielle GTX 2070 Ti basierend auf einer GTX 2080 mit geringer Rohleistung und weniger VRAM

In der Userbench-Database ist eine Nvidia Graphics Device aufgetaucht, welche sich leicht oberhalb einer GTX 2070 einordnet und rund 5 Prozent schneller sein soll. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die GPU auf einer abgespeckten RTX 2080 basiert, bei der die Anzahl an Recheneinheiten und Taktraten so gewählt werden, dass eine mögliche AMD Grafikkarte gekontert wird. Mit einer eigentümlichen VRAM-Ausstattung von 7,5 GB wirkt sie zudem recht bizarr. Insbesondere wenn ein Vergleich zu einer RTX 2070 gezogen wird, die über etwas mehr Speicher verfügt. An dieser Stelle werden direkt Erinnerungen an das GTX-970-Debakel geweckt.

Aufgrund des wesentlich geringeren Anteils am Gesamtspeicher sollte sich dessen Auswirkungen jedoch weitaus weniger auswirken, wie es sich heutzutage des Öfteren bei der GTX 970 im VRAM-Limit zeigt. Auf dem Papier würde sich die reine Rechenleistung zwischen einer 2070 und 2080 einreihen und AMD somit keine „Luft“ in den Zwischenräumen zu lassen. AMD könnte mit einer größeren Speicherausstattung antworten und auf der abklingenden Welle der Entrüstung (970-Debakel) reiten, um sich so Marktanteile zu sichern.

Nicht zu vergessen wäre sicherlich, dass es sich nur um eine Zwischenlösung handeln würde, bis Nvidia ebenfalls auf 7nm-GPUs umsteigt. Letzten Endes wird es sicherlich eine Frage des Preises sein. Nvidia hat sicherlich noch reichlich Möglichkeiten den Preis nach unten anzupassen. Zu hoffen bleibt, dass AMD bei Navi wesentliche Änderungen vorgenommen hat und wir nicht nur ein skalierbare Vega in 7nm erhalten, bis eine wirkliche Next-Gen-Grafikeinheit den Markt erreicht.

Quelle: GPU.Userbenchmark ,Wccftech, igor’s LAB