3D-Printer Netzwerk Storage System Testberichte

Eigene ITX-NAS aus dem 3D-Drucker – Teil 3: Homeserver Edition mit TrueNAS Core

Einrichtung 

Ruft man die am Ende der Installation angezeigte IP-Adresse oder standardmäßig http://truenas.local auf, sollte folgende Login-Seite angezeigt werden: 

Mit dem Benutzernamen „root“ und dem bei der Installation vergebenen Kennwort kann sich dann hier eingeloggt werden. Das Dashboard mit einer Übersicht von unserem System wird anschließend angezeigt. 

Exemplarisch zeige ich jetzt hier einfach mal ein paar mögliche erste Schritte, begonnen mit dem Setup unseres Speichers. Unter Storage > Disks sollte hoffentlich die korrekte Anzahl an angeschlossen Festplatten angezeigt werden, hier unsere vier 8TB HDDs von Toshiba und die Boot-SSD. 

In Storage > Pools wird dann ein neuer Pool von Festplatten erstellt. 

An dieser Stelle ist dann der Button „Suggested Layout“ sehr hilfreich, wenn man nicht genau weiter weiß. Ich habe mich aber nicht wie vorgeschlagen für ein Raid-z2 entschieden, sondern für einen einfachen Raid-z Verbund der Festplatten. 

Und wem das Ganze jetzt überhaupt nichts sagt, kann ich mal wieder auf die sehr nützliche Seite Raidz-Calculator verweisen. Dort sind die verschiedenen Möglichkeiten übersichtlich dargestellt und man kann sich auch schnell ausrechnen, welche Konfigurationen wie viel nutzbaren Speicherplatz übrig lassen. 

Nach einigen Augenblicken sollte unser brandneuer Speicher-Pool dann als Online angezeigt werden und nutzbar sein. 

Wie es jetzt weiter geht ist jedem selbst überlassen. Eine Möglichkeit wäre es jetzt, eine Samba-Freigabe für den Zugriff von Windows Computern zu erstellen. Dazu legen wir erstmal einen User unter Accounts > Users an, dem wir gleich die entsprechenden Berechtigungen für den Zugriff erteilen. 

Dann wieder zurück zu Storage > Pools und über die drei Punkte am rechten Rand „Add Dataset“ anklicken. Damit wird quasi ein Unterordner in unserem Pool erstellt. 

Und den geben wir dann über Sharing > Windows Shares (SMB) frei. 

Anschließend müssen wir unseren Nutzer für diese Freigabe noch berechtigen, das geht via „Edit Filesystem ACL“. 

Mit „Add ACL Item“ kann ein neuer Eintrag hinzugefügt werden, dort wird dann der Nutzer eingetragen. 

Ich denke jetzt sollte es spätestens klar sein, dass TrueNAS viel eher als Server-Betriebssystem und für mehrere Nutzer ausgelegt ist, als OpenMediaVault. Was genau man erreichen möchte, sollte bei der Entscheidung zwischen den beiden Möglichkeiten also am besten schon klar sein. 

Nachdem ich mir die Freigabe als Netzlaufwerk eingebunden habe, direkt mal einen kleinen Geschwindigkeitstest gemacht: 

Mit den vier Toshiba NAS-Festplatten liegen wir also trotz ZFS-Overhead ganz komfortabel an der Grenze meines Gigabit-Verbindung zwischen Computer und NAS. Damit man auch lange Freude an seinen Daten hat, schaden regelmäßige SMART-Tests der HDDs definitiv nicht. In der Kategorie Tasks können diese als wiederholende Aufgabe eingerichtet werden. 

Eine weitere praktische Funktion von TrueNAS ist das einfache Erstellen von Virtuellen Maschinen. Nachfolgend mal beispielhaft gezeigt für eine Ubuntu VM.  

Nachdem die generellen Informationen festgelegt wurden, kann im nächsten Schritt die gewünschte Anzahl an Kernen und die Kapazität des Arbeitsspeichers angegeben werden. 

Danach noch eine virtuelle Festplatte erstellen. 

Und auch das Netzwerk kann konfiguriert werden. Je nach Komplexität kann an dieser Stelle auch noch das Thema „Jails“ relevant sein, was die Kommunikation zwischen verschiedenen VMs entweder erlaubt oder verbieten kann. 

Ein ISO-Abbild kann dann direkt im Web UI hochgeladen werden, einen entsprechenden Ordner für die Ablage wurde bereits automatisch angelegt und muss nur noch ausgewählt werden. 

Abschließend können alle Einstellungen in der Übersicht nochmal überprüft werden. 

Sollte im nächsten Schritt der Fehler „[EINVAL] vm_create: This system does not support virtualization.“ angezeigt werden, wurde im BIOS die Virtualisierung nicht korrekt aktiviert.  

 

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NBSH

Neuling

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Hab ich das überlesen oder stand es nirgendwo? Was waren jetzt die Hardwarekosten insgesamt? Stromverbrauch idle/Volllast? Dann könnte ich mir überlegen meine 10+ Jahre alte NAS mal zu upgraden :)

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Tim Kutzner

Moderator

455 Kommentare 322 Likes

Die Kosten für das Gehäuse findest du im ersten Teil:

Und die Kosten für die hier verbaute Hardware kenne ich nicht, die Teile wurden hier und da mal gebraucht gekauft und kamen jetzt zusammen :D
Extra angeschafft habe ich die nicht für die NAS. Stromverbrauch habe ich tatsächlich vergessen zu messen :/
Lässt sich im Zweifelsfall aber auch ganz passable schätzen, was die Platten etc. verbrauchen steht ja beim Hersteller.

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nobbes

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Super, dass TrueNAS Core hier vorgestellt wird.

Ich benutze TrueNAS Core seit etwa zwei Jahren und kann nur sagen das ist top!
Nutze es aber nur als NAS, mit sechs 6TB SAS Platten im RaidZ2.
Es bietet Funktionalitäten, wie ich es auch beruflich von großen Storages gewohnt bin, Snapshots, Replication, Compression (lz4) etc.
Ja die Hardware stellt Ansprüche, z.B. sollte unbedingt ECC Speicher benutzt werden, wegen dem ZFS oder bestimmte HBAs, wenn man SAS HDDs verwendet, wie ich, aber das ist dann immer noch günstiger (ohne HDDs) und vor allem performanter als jede vergleichbare Fertigkauflösung und man ist flexibler.
Plugins gibts es auch haufenweise, da bleibt so gut wie kein Wunsch offen.

Ob man jetzt VMs darauf betreiben sollte?
Habe es noch nie ausprobiert, weil ich für sowas nen kleinen ESXi Host habe.

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C
ChaosKopp

Veteran

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Nettes Projekt. Aber anstatt einem NAS wäre ein SAN auch ganz hübsch.

Aber was heute mit 3D Druck machbar ist, wäre vor 20 Jahren noch fiese Handarbeit gewesen.

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nobbes

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Was willst du denn zu Hause mit nem SAN?
Ich hätte keine Maschinen, die ein Block Protokoll wie FC oder iSCSI bräuchten.
Für nichts anderes braucht man ein SAN.

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C
ChaosKopp

Veteran

264 Kommentare 248 Likes

Virtualisierung auf iSCSI Targets. Produktivumgebungen nachbauen.

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nobbes

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iSCSI kann TrueNAS auch ;)

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C
ChaosKopp

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MeinBenutzername

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Danke für die Weiterführung!

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B
Besterino

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iSCSI ist super, wenn man ein schnelles Netz hat. Ich hab z.B. meine ganzen Games aller Rechner auf dem zentralen Storage im Keller auf iSCSI Targets, weil sich einfach einige Programme (u.a. diverse Spiele) nicht auf SMB-Freigaben installieren lassen. So kann man Speicherplatz deutlich effizienter nutzen, als wenn man in jeden PC Unmengen SSD-Storage einbauen muss (und dank Deduplication auf dem Storage-Server, nochmal mehr).

Funktioniert sogar auf der Kiste ganz gut, die nur per 1Gbit angebunden ist.

Zum Thema Raid5/RaidZ im Artikel: eine Chance von nur ~83% bei einem HDD-Ausfall das RAID wiederherstellen zu können, wäre mir wahrscheinlich schon zu knapp. Mein Ziel ist in der Regel so um die 95% Erfolgswahrscheinlichkeit. Ganz nett zum Spielen (und vor allem mal den Unterschied von URE E15 zu E14 anschauen: bei den immer noch sehr gängigen E14-Platten ist der Verlust des Pools überwiegend wahrscheinlich und die Erfolgschance nur noch bei 15%!):

Je größer der Pool und vor allem die einzelnen Platten, umso wichtiger wird also die URE: Selbst bei guten Platten (Fehlerrate von 1:10E15 wie bei den N300 - aber Achtung: nur die 4/8TB, die größeren haben nur E14!) steigt die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass Du bei einem Plattenausfall einen nicht korrigierbaren Lesefehler auf den verbleibenden Platten hast und damit der Rebuild des gesamten Raids scheitert. Je nach System —> all data lost (und mal wieder eine Gelegenheit zu erinnern an „kein Backup, kein Mitleid“).

Darum: Augen auf, beim Plattenkauf, gerade bei den großen Dingern und großen Pools. Ein scharfer Blick in die Specs lohnt, und manche Hersteller tricksen da auch und geben zum Beispiel statt 1:10^15 (gut) auch mal 10:10^15 an (schlecht, weil de facto 1:10^14)… Wenn es um Zuverlässigkeit und Datensicherheit geht, werden halt auf einmal ganz andere Parameter interessant.

Bei ZFS hat man immerhin meist noch die Chance, dass nur einzelne Datei(en) betroffen sind und man den Rest ggf. auch noch nachträglich retten kann - wie das bei anderen Filesystemen aussieht, weiß ich grad gar nicht und besonders duster wird’s gerne bei Hardware-RAID.

Wen es interessiert, mehr zum Thema z.B.: https://www.zdnet.com/article/has-raid5-stopped-working/

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nobbes

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Aus dem Grund habe ich bie mir Enterprise Class Disks im NAS stecken ;)

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B
Besterino

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Hinschauen schadet nie. Mal WD als Beispiel... bei den beliebten WD RED Pro steht z.B. <10in10^14 - schöner Mist, heißt also "weniger als 10 aber mehr als 1"? und faktisch wohl eher 1in10^13 (kommt mir nicht mehr ins Haus). Bei den Gold (="Enterprise Class") schreiben sie's gleich mal gar nicht dazu - werden ihre Gründe haben - und erst bei den Ultrastar DC (data center) Laufwerken endlich mal 1in10^15.

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g
goch

Veteran

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Naja, ganz so toll finde ich es persönlich jetzt nicht - aber im SoHo Bereich durchaus noch angebracht. Wichtig hierbei ist, dass man sich etwas mit der Netzwerkmaterie auskennt. Die Hardware sollte gewisse Mindeststandards erfüllen (Port-Buffer-Size, etc) und eine gewisse Optimierung des Netzwerkstacks hinsichtlich iSCSI ist auch sinnvoll.
Gerade mit Consumer-Netzwerk Hardware, a la 5 Port Switch aus dem Kaufhaus gibt es hier schnell mal unschöne Probleme.

Den ganzen Rest kann man so nur unterschreiben!

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nobbes

Mitglied

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Richtig, das sollte man schon machen.
Ich habe Seagate drin und die sind mit 1:10^15 angegeben.

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C
ChaosKopp

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@goch unmanaged switches sind die Pest.

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B
Besterino

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unmanaged gibt's für 10gbit ja fast gar nicht... ;)

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ChaosKopp

Veteran

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Für vieles reicht Gigabit aber immer noch.

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B
Besterino

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6,220 Kommentare 2,909 Likes

Jo, für ziemlich alles.

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a
ar0815

Neuling

2 Kommentare 0 Likes

Also die Idee/Gedanken das Gehäuse per 3D Drucker selbst zu erstellen, finde ich sehr spannend. Mich würde mal interessieren, was der 3D Druck der Teile kostet, wenn das Auftrag an einen Dienstleister rausgeht? Unabhängig davon: Sind die Modelle der Teile frei verfügbar? Bzgl. des Anwendungsziel für den Heim / Small-Office Bereich als primär ein NAS mit Option auf mehr (Docker, VM etc.) finde ich die verwendete Hardware auch gerade hinsichtlich des Stromverbrauchs fragwürdig - das wurde jedoch auch schon im Artikel angemerkt. Ich habe vor mehreren Jahren ein J4105 ITX Board mit einem Hardware-Raid (gebraucht bei Ebay) und einem Debian als OS umgesetzt. Grundsätzlich sind für einen Dauerbetrieb die Festplatten und der Hardware-Raid-Controller (~12 Watt) suboptimal. So ein NAS mit 4 TB SSDs ist halt dann wiederum immer noch etwas teuer...

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About the author

Tim Kutzner

Unterstützende Kraft bei den Themen Kühler, Peripherie und 3D-Druck.
Linux-Novize und Möchtegern-Datenhorder mit DIY NAS.

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