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Die Sapphire GearBox kann mehr: PCIe zum Nachrüsten

Doch die GearBox kann deutlich mehr, als „nur“ eine bis zu 500W-starke Grafikeinheit bereitzustellen. Über die Thunderbolt 3 Schnittstelle wird ein kompatibles Notebook – USB Type-C alleine reicht nicht aus – um PCIe ergänzt. Damit wird ein Notebook immer mehr zu einer echten Alternative zum klassischen Desktop-PC. Wie gut die GearBox abseits der klassischen Grafikbeschleunigung funktioniert, habe ich mir mal für euch angesehen.

In meinen Editorial zur GearBox von Sapphiere habe ich die Möglichkeiten einer externen Grafikkarte bereits aufgeführt. Doch die GearBox kann deutlich mehr, als „nur“ eine bis zu 500W-starke Grafikeinheit bereitzustellen. Über die Thunderbolt 3 Schnittstelle wird ein kompatibles Notebook – USB Type-C alleine reicht nicht aus – um PCIe ergänzt. Damit wird ein Notebook immer mehr zu einer echten Alternative zum klassischen Desktop-PC. Wie gut die GearBox abseits der klassischen Grafikbeschleunigung funktioniert, habe ich mir mal für euch angesehen.

Die Einrichtung der externen PCIe-Geräte läuft grundsätzlich gleich ab: Vier Torx-Schrauben müssen an der GearBox gelöst werden, um ins Innere zu gelangen. Hier sind befindet sich der begehrte PCIe-Slot sowie zwei 8-Pin-Anschlüsse für die Stromversorgung der Erweiterungskarten. Für die Kühlung sind zwei 120mm Lüfter im GearBox-Deckel zuständig. Wer also eine passiv-gekühlte Grafikkarte in die GearBox steckt, wird dieser die nötige Frischluft bereitstellen können. Aber lasst uns weniger von Grafikbeschleunigern reden.

Ganz egal, ob die GeraBox mit oder ohne eine eingebaute Erweiterungskarte an das Notebook angeschlossen wird, muss die grundlegende Initialisierung durchgeführt werden. Bei einer bestehenden Internetverbindung übernimmt Windows diesen Prozess komplett. Für alle Offline-Anwender liegt dem GearBox-Lieferumfang eine DVD mit den nötigen Treibern bei. Bei der manuellen Installation führt mich mein Weg in den Geräte-Manager von Windows. Die Einrichtung dauert knapp fünf Minuten und erfordert einen Neustart des Systems. Manche PCIe-Karten benötigen einen weiteren Neustart, nachdem die Installation der spezifischen Treiber durchgeführt ist. Thunderbolt 3 ist also keine klassische Plug&Play-Lösung, wie man es von USB-Geräten her kennt.

 

GPU nachrüsten

Welche Vorteile es bringt, die GearBox als externe Grafikeinheit zu nutzen, habe ich bereits in folgendem Beitrag erklärt:

SAPPHIRE GearBox im Hands-On | Editorial

Nun will ich aber auch einige Benchmarks nachreichen, die den Geschwindigkeitsunterschied ziemlich gut verdeutlichen.

Hier die Werte der Grafikleistung bei meinem Schenker SLIM 14 Testsystem

 

Und hier mit einer Sapphire RX580 als externe GPU:

 

 

Mehr Speicher bitte

Die erste Erweiterungskarte, die ich in der GearBox ausprobiere, ist die ASUS Hyper M.2 X16 Card. Also eine RAID-Karte für bis zu vier SSDs im M.2-Format. Mit einer solchen lässt sich nicht nur die Gesamtkapazität des Notebooks erweitern: Dank des schnellen Speichers könne auch Rechenaufgaben durchgeführt werden, bei denen eine große Menge an Daten anfällt und auch verarbeitet werden muss. Lokales BigData so zu sagen.

Durch die Anbindung über Thunderbolt 3 ist der Speicher geringfügig langsamer als über den nativen M.2-Slot auf dem Motherboard. Von diesem stehen modernen Notebooks aber auch nur ein bis zwei Stück zur Verfügung. Vier weitere bietet die bereits erwähnte ASUS Hyper M.2 X16 Card. Damit vergrößert sich das Speichervolumen um derzeit bis zu 8 TB. Und anders als bei der Grafikkarte lässt sich der Datenspeicher im laufenden Betrieb von Windows ein- und wieder ausstecken. Damit können abwechselnd mehrere Nutzer auf die SSDs zugreifen.

Die Datenübertragung ist dabei geringfügig geringer, als bei einer nativen und direkten Anbindung an die CPU per NVMe. Dank der beiden 120mm-Lüfter im Gehäusedeckel bleibt die ASUS Hyper M.2 X16 Card aber mit knapp 57 Grad Celsius im Dauerbetrieb angenehm kühl, wodurch die hohe Datenübertragungsrate ganz ohne Throtteling über einen langen Zeitraum von über 11 Minuten gehalten werden kann.

 

Aufnahme läuft

Kreativschaffende wiederum können mit der GearBox ihren Laptop in ein Aufnahmestudio verwandeln. So habe ich testweise eine Capturing-Card von Avermedia genutzt, um das Bild eines PCs durchzuschleifen und aufzuzeichnen. Die Treiberinstallation benötigt keinen Neustart, einfach die Herstellerwebseite für die aktuelle Treiberversion aufsuchen, diesen herunterladen und installieren.

Die Bandbreite von Thunderbolt 3 reicht problemlos aus, um 4K-Videoinhalte bei 60 FPS aufzunehmen. Aufgrund des fehlenden HDR-Monitors, konnte ich die entsprechende Funktionalität jedoch nicht testen. Und auch bei der GC573 macht die Kühlung der GearBox eine gute Figur, so dass die die Capturing-Karte nicht ins Schwitzen kommt – durchschnittliche 42 Grad messe ich nach Abzug von Delta (22°C).

Die GeraBox ist damit eine günstige und kompakte Alternative zu einem herkömmlichen Streaming-PC. Auch Musiker können ihr Aufnahme-Studio auf ein Notebook und den externen PCIe-Anschluss reduzieren. Die meisten Soundkarten werden per X1- oder X4-PCIe-Interface angebunden, die Übertragungsgeschwindigkeit von Thunderbolt 3 ist damit mehr als ausreichend.

Bei der Erkennung der angeschlossenen Geräte konnte ich zu keinem Zeitpunkt meiner Testläufe Probleme feststellen. Die AVerMedia GC573 Live Gamer 4K Capturing-Card wurde sowohl von der hauseigenen Software als auch von Lösungen der Drittanbieter, darunter XSplit und OBS, anstandslos erkannt. Und auch die blinkende LED-Beleuchtung, ohne die es heutzutage einfach nicht mehr geht, war anpass- und ausschaltbar.

 

Platinenanalyse

Sapphire nutzt eine 180mm x 100mm-große Platine mit herkömmlichem 24-Pin-Stomanschluss sowie zusätzlicher P8-Stromversorgung. An dem PCB sind die beiden Lüfter sowie die zwei USB 3.0-Ports angebunden. Die verlöteten Chips werden nicht gekühlt.

 

Die nachfolgende Tabelle enthält noch einmal die wichtigsten Komponenten:

Mikrocontroller ELAN IM88F758NS020J
8-bit Mikrocontroller
xELAN IM88F758NS020J
PCI-E Gigabit Ethernet NIC Realtek RTL8168/8111 Realtek RTL8168/8111
Universal Series Bus 3.0 Controller ASMedia ASM1074
USB3.0 HUB Funktionalität
Integrierter 5V bis 3,3V Linearregler
Package Type: QFN 88L
ASMedia ASM1074
Thunderbolt 3 Controller Intel JHL6540
Verlustleistung (TDP) 2,2 W
Einführungsdatum Q2’16
Intel JHL6540
Chokie R47 R47
Drosseln & Spulen MAGIC 1R0 MAGIC 1R0
2R2 2R2

 

Abschließende Worte

Thunderbolt 3 ist ein enormer Schritt nach vorne, den moderne Notebooks machen. Das Schenker SLIM 14, das ich für den Testlauf verwendet habe, ist so ziemlich der perfekte Kandidat für einen Zusammenschluss mit der Gearbox: Während CPU, Arbeitsspeicher und die eingebaute M.2-SSD (eine Samsung 970 Pro) bei der täglichen Arbeit keine Wünsche offenlassen, krankt es bei der Grafikleistung. Verständlich, denn bei einer Gesamtbauhöhe von unter 19mm ist nicht mehr allzu viel Platz, um die Abwärme einer dedizierten Grafikkarte abzuführen. Klar, man findet durchaus Notebooks mit einer integrierten GTX 1060 GPU. Doch die Leistung liegt hinter einer RX 580 – also das Bundle, das Sapphire derzeit im Portfolio führt – und ist auch weniger flexibel.

Kombiniert man aber nun beide Geräte, ein maximal ausgebautes Schenker SLIM 14, mit einer gut bestückten Sapphire Gearbox, erhält man eine kompakte Arbeitsmaschine, die sich vor manch einem modernen PC nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil – ähnlich wie bei einem klassischen PC lassen sich die PCIe-Karten nach Belieben, bzw. nach dem vorliegenden Einsatzgebiet, austauschen.

Sapphire GearBox (34263-01-52G/34263-02-52G)

galaxusca. 2-4 Tage289,00 €*Stand: 08.12.19 21:32
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Und bevor jetzt jemand „Blasphemie“ schreit: Klar, eine Limitierung ergibt sich aus der Anzahl vorhandener Thunderbolt 3-Anschlüsse. Ein einziger PCIe-Steckplatz mit 300 Watt Maximalleistung wird für manche Nutzer einfach nicht ausreichend sein. Ich muss mich also entscheiden, ob ich nun eine externe Grafik-oder eine Soundkarte nutzen möchte. Doch schon allein die Möglichkeit, PC-Hardware an einem Notebook betreiben zu können, ist eine willkommene Brücke zwischen den beiden Welten.

 

*Update 26.02.19″
Der Tag “Testbericht” wurde nach dem Hinweis durch derseb nachgetragen.

 

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Jakob Ginzburg

Redaktion | Geschäftsführung | Vermarktung

Meistens eher im Hintergrund unterwegs, kümmere ich mich um den Geschäftsbetrieb und schreibe hin und wieder News sowie Reviews.