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DDR5 ICs der nächsten Generation im Test: SK hynix 16 Gbit A-Die – 2x 16 GB mit Overclocking und Gaming

JEDEC DDR5-5600 1.1 V

Gebinnt und spezifiziert sind die Module natürlich nur für DDR5-5600 mit JEDEC Timings und 1,1 V VDD und VDDQ und damit sind die Module Plug and Play auf allen Z690 DDR5 Mainboards.

Die vollständigen Timings habe ich hier mal für euch als Referenz abgelichtet. tCL 46, tRCD 45, tRP 45, tRAS 89, tWR 84, tRFC2 447, tRFCpb 364 bei DDR5-5600 sind hier die maßgeblichen Timings aus dem SPD. Während die Primärtimings analog zur Taktrate gesteigert wurden, sind die anderen Timings interessanterweise bereits etwas straffer als bei den meisten DDR5-4800 JEDEC Kits, sodass hier auch bereits ein kleiner Performance-Vorteil versteckt sein dürfte.

Stabile Übertaktung auf 7466c34 1.4 V

Wer selbst an der Taktschraube drehen möchte, benötigt auch eine BIOS Version mit entsprechenden Optimierungen für die neuen Hynix A-Die ICs, und selbst dann ist das noch keine Erfolgsgarantie. Obwohl unser Standard-Board für DDR5-Tests, das Asus Maximus Z690 Apex, auch bereits ein Update auf Version 1701 erhalten hat, kann ich damit auf meine Mainboard keine wirklich nennenswerten Taktraten stabilisieren. Entweder das Training hängt sich nach Postcode 55 auf, oder das System stürzt sofort nach Beginn des RAM-Stresstests ab.

Ebenfalls ein A-Die BIOS-Update hat das MSI MEG Z690 Unify-X auf Version A72u3. Hier gestaltet sich das Stabilisieren höherer Taktraten deutlich einfacher, sodass dieses dann letztendlich auch als Test-Unterbau für diesen Test zum Einsatz kommt. Immerhin DDR5-7466 mit Primärtimings 34-44-37-34, 2T Command Rate, vollständig optimierten Subtimings, und 1,4 V VDD/VDDQ ist das höchste der Gefühle und auch die zweite Einstellung, die wir durch die Benchmarks auf den nächsten Seiten jagen.

Höhere Taktraten oder höhere Spannungen führen leider bei meinem Kit nur zu Instabilität, auch mit dem PMIC-Unlock des MSI BIOS. Die Timings sind im Vergleich zu M-Die keine Revolution und stellenweise sogar etwas konservativer, aber die Taktrate lässt sich eben noch einmal deutlich anheben und das bei relativ niedriger Spannung. Für die Kühlung sorgt übrigens ein 120 mm Lüfter, der den Job des nicht vorhandenen Heatspreaders übernimmt.

Single Channel 8000c38 1.4V

Wenn man Screenshots anderer A-Die-Vorkoster Glauben schenken darf, sind die mir möglichen, stabilen Taktraten sogar noch relativ bescheiden. DDR5-7800 bei tCL 32 und 1,6 V VDD und VDDQ sind hier wohl die Regel, aber mein Kit kann das einfach nicht, jedenfalls nicht wenn beide Module installiert sind. Einzeln schaffen die Module sehr wohl höhere Taktraten und können dabei auch noch Benchmarks im OS absolvieren. Als Ursache dafür vermute ich starke Unterschiede zwischen meinen beiden Modulen, womit die frühen Training-Algorithmen für die neuen ICs einfach überfordert sein könnten.

Auch das EVGA Z690 Dark Kingpin Mainboard mit dem neuesten BIOS 1.15 verhält sich mit den exotischen RAM-Sticks genau so, 7466c34 im Dual-Channel aber deutlich mehr im Single-Channel. Exemplarisch habe ich hier ein kleines Beispiel, wie schnell ein einzelnes Hynix A-Die Modul betrieben werden kann, ohne auf 100%-ige Stabilität zu achten. Die Performance kann sicher aber auch hier sehen lassen und dürfte noch immer schneller sein als die meisten DDR4 Kits im Dual-Channel mit XMP-Timings.  

Die vollständige Auflistung der verwendeten Test-Hardware gibt es folgend noch in tabellarischer Form:

Testsysteme

Hardware:
  • CPUs:
    • Intel Core i9-12900K (5,1 GHz P-Core, E-Cores disabled, 4,9 GHz Cache, AVX-512 disabled)
    • Intel Core i9-12900KS (5,1 GHz P-Core, E-Cores disabled, 4,9 GHz Cache)
  • Mainboards:
    • Asus Maximus Z690 Apex (90MB18I0-M0UAY1, 2022-01, BIOS 1701)
    • MSI MEG Z690 Unify-X (BIOS A72U3)
    • EVGA Z690 Dark Kingpin (BIOS 1.15)
    • DDR4: MSI Pro Z690-A DDR4 (BIOS 171U1)
  • RAM-Kits:
    • DDR5:
      • Corsair Vengeance RGB DDR5-6000 CL36 2x 16 GB Kit 
      • G.Skill Trident Z5 DDR5-6400 CL32 2x 16 GB Kit
      • Teamgroup DELTA RGB DDR5-6400 CL40 2x 16 GB Kit 
      • Patriot Signature DDR5-4800 CL40 2x 16 GB Kit
      • Corsair Dominator Platinum DDR5-6200 CL36 2x 16 GB Kit
      • Teamgroup T-Force VULCAN DDR5-5200 CL40 2x 16 GB Kit
      • ADATA XPG LANCER TGB DDR5-6000 CL40 2x 16 GB Kit
      • Corsair Dominator Platinum DDR5-5600 CL36 2x 16 GB Kit
      • Kingston Fury Beast DDR5-5200 CL40 2x 16 GB Kit
    •  DDR4:
      • G.Skill Trident Z Royal DDR4-4000 CL16 2x 16 GB Kit
  • Netzteil: beQuiet! Dark Power Pro 12 1500 W
  • SSD: Crucial MX500 2 TB (SATA 3, OS)
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce RTX 3090 Founders Edition (Game Ready Driver 516.40)
  • Betriebssystem: Windows 11 Pro 64-bit (up-to-date)
Kühlung:
  • CPU: Corsair iCUE H115i RGB PRO XT 360 mm AIO, Corsair XC7 RGB Pro, Supercool Computers Direct-Die Wasserblock
  • CPU-TIM: Arctic MX-4 Alphacool Subzero, Coollaboratory Liquid Ultra
  • Radiatoren: Alphacool NexXxoS ST30 480 mm + HardwareLabs Black Ice GTX 240 mm + Watercool MO-RA3 360 Pro
  • Lüfter: 4x Phobya NB-eLoop 120 mm 1600 rpm + 2x Noiseblocker NB eLoop B12-4 120 mm + 9x XPG Vento Pro 120 mm
  • Pumpe: 2x Alphacool D5 VPP655
Gehäuse:
  • Open Benchtable
Peripherie:
  • Monitor: EVGA XR1 Lite, Benq XL2720
  • Tastatur: KBC Poker 2 (Cherry MX Brown)
  • Maus: Zowie FK1
Messgeräte:
  • Thermometer: Elmorlabs KTH (kalibriert)
  • Leistungsmessgerät: Elmorlabs PMD 
  • USB-to-I2C Adapter: Elmorlabs EVC2
  • Durchfluss-Messgerät / Thermometer: Aqua Computer high flow NEXT
  • HWInfo64 7.27_4855

Zur besseren Übersichtlichkeit werden in den Diagrammen folgende Abkürzungen verwendet:

  • 12900K: Intel Core i9-12900K CPU
  • 51/0/49: Multiplikatoren für P-Cores x51, E-Cores 0 (deaktiviert), Cache x49 bei BCLK 100 MHz
  • TZ5: Trident Z5 Module von G.Skill
  • XPGL: XPG LANCER RGB DDR5 Module von ADATA
  • DPR: Dominator Platinum RGB DDR5 Module von Corsair
  • FB: Fury Beast DDR5 Module von Kingston  
  • DR: Dual-Rank, falls nicht angegeben Single-Rank
  • 3600c14: Konfiguration mit 3600 Mbps und tCL Timing 14, siehe Screenshots für alle Timings
  • 1T, 2T: Befehlsrate 1T oder 2T
  • *: vollständig manuell eingestellte Subtimings, siehe Screenshots
  • G1, G2: Gear 1, Gear2 – Übersetzung zwischen IMC-Takt und RAM-Takt, Gear 1 = 1:1, Gear 2 = 1:2
  • H16M: SK Hynix 16 Gbit M-Die Speicherchips
  • S16B: Samsung 16 Gbit B-Die Speicherchips
  • ❄: aktive Kühlung mit einem 120 mm 2000 rpm Lüfter

Timings der DDR4 Vergleichs-Config:

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Zer0Strat

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Richtig interessanter Artikel! Wann kommen die A-Dies als vernünftige Kits auf den Markt? Falls es im Artikel steht, hab noch nicht alles gelesen... ^^

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Igor Wallossek

Format©

7,217 Kommentare 11,855 Likes

Frag mal die Herren Einkäufer bei den üblichen Verdächtigen ;)

Man wird abwarten müssen, wer hier vorprescht. Die meisten haben ja mindestens mittelfristige Verträge und es werden wohl zuerst die mitspielen, die jetzt schon SK hynix verbauen.

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HerrRossi

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6,479 Kommentare 2,014 Likes

Danke für den Test. Schon sehr interessant, dass DDR4 bei den min FPS immer noch sehr gut mithalten kann, selbst bei mehr als doppelt so hohen MT/s sind es bei SotTR in FHD nur 8fps bzw. ca. 5% weniger. Wer auf die avg FPS guckt, der sieht natürlich einen massiven FPS Zuwachs, die interessieren mich persönlich aber nicht so sehr. Letzten Endes sind aber auch das "nur" 10 Prozent.

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G
Guest

How fast it van go on 4 dimms motherboard with this 2 sticks?

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F
Furda

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Genau. Bei den Latenzen ist DDR5 mit starkem OC nun bei den guten DDR4 Kits angekommen (3600CL14, 4000CL16), aber bei etwa doppelter Bandbreite. Beim reinen Durchsatz ist DDR5 so eine Wucht, in balanced real World Szenarien, wie Gaming, ist der Vorteil nachwievor nur mess- aber nicht spürbar.

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grimm

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Jep. Ich bin auch beruhigt überrascht, dass (m)ein flottes DDR4-Kit so gut mit dabei ist.

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TomsFriend

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SUPER - endlich ist DDR5 gleichauf mit DDR4? Sorry, ich verstehe nicht, was ist hieran bitte toll?

Der Unterschied zwischen DDR4 3600CL14 und DDR5 ~7500CL34 liegt bei einstelligen (!) FPS Unterschieden.
Jetzt nur mal aus Gamer-Perspektive gesprochen, bringt der erst in naher Zukunft erhältliche DDR5 noch keinen Fortschritt, da gleiche CL Vorgangsdauer. Preis-Leistung (Stand 05.09.22, EUR 265 für G.Skill, 32GB, DDR4-3600, CL14-15-15-35) liegt DDR4 noch in Führung.

Ich glaub ich leg mich dann mal wieder 1-2 Jahre hin, bis sich wirklich etwas getan hat. Vielleicht wird das erst interessanter, wenn der Raptor Lake Nachfolger schon da ist?

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Zer0Strat

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Kommt drauf an, wie man testet. Man muss schon fordernde Szenen verwenden und auf CPU-Limitierung achten, um Unterschiede raustesten zu können. Die Unterschiede können meiner Erfahrung nach deutlich größer ausfallen.

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skullbringer

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will have to check it out and compare how A-Die closk on a 4 dimmer compared to M-Die... keep you posted

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TomsFriend

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Zugegeben, meine Erwartungshaltung wurde einfach enttäuscht. Jenseits von DDR5-6400CL32 dachte ich, würde DDR4 so deutlich zurückfallen, dass dessen Nutzung immer weniger Sinn machen würde. Da sind wir auf absehbare Zeit noch lange nicht.

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grimm

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2,076 Kommentare 1,228 Likes

Das ist doch aber wirklich kein Grund für Otto Normalgamer, umzusteigen. Hatte auch Respekt vor den ersten Tests, weil ich die olle AM4 Plattform erst einem Upgrade unterzogen habe, aber außer im Produktiveinsatz (und da auch nur um ein paar Sekündchen), liegt DDR4 gut im Rennen.

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Zer0Strat

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145 Kommentare 107 Likes

Die Frage ist ja, was kann DDR5-7400 gegenüber DDR4-4000 drauflegen? Es wird immer Spiele und Szenen geben, wo CPU-Leistung extrem wichtig ist. Das sind die sog. Worst-Case-Szenarien. Leider werden diese Szenen nicht immer für Tests verwendet. Ganz im Gegenteil werden oftmals Built-in Benchmarks verwendet, die idR eine komplett andere Leistungsverteilung aufweisen. Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, ich denke, dass extrem schneller DDR5 sich durchaus 10-15%* absetzen kann gegenüber DDR4-4000. Ist das spürbar? Eher nicht. Man sollte sich aber noch andere Faktoren anschauen: Lows, Framepacing, Leistung in Anwendungen, etc.

Für manche zählt allerdings nicht unbedingt P/L, sondern die reine Maximal-Leistung. Sollte man auch im Hinterkopf behalten beim diskutieren von Pros und Cons.

* Entgegen der Meinung, die manche vertreten, kann das sogar in praxisnahen Situationen relevant sein. Man denke einfach an die nächste Grafikkarten Gen + Upscaler. Wer weiß, vielleicht wird DLSS 3.0 ja so gut, dass man auch den Performance Modus verwenden kann, um fast native IQ zu bekommen.

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grimm

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Absolut. Für mich stellt sich halt vor allem die Frage nach einem zeitnahen Upgrade - und das geben die Zahlen eben nicht her. Auf DLSS 3.0 oder auch neue GraKas (Post Lovelace-Ära ;)) werden wir noch locker zwei Jahre warten müssen. Da sind wir dann schon in "normalen" Hardware Upgrade-Zyklen. Bis dahin fährt man mit aktueller Highend-Hardware ganz gut. Und nur darum geht es mir.

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F
Furda

Veteran

176 Kommentare 89 Likes

Um es mal ganz einfach auszudrücken: schneller RAM ist zu schnell, CPU und/oder GPU sind zu langsam, um die schiere mögliche Datenmenge durchgehend zu verarbeiten. Selbes gilt für PCIE 4 und 5 bei SSDs. Bis auf wenige reale Fälle oder Benchmarks kann der Mainstream nicht profitieren.

Wieso dauert z.B. das Laden eines Games so lange, wenn ich doch 7GB/s schnelle SSDs habe, DDR4 60GB/s, DDR5 100GB/s an Daten liefern? Weil weder CPU noch GPU nachkommt.

Klar, sind noch Punkte wie Latenz, Cache, Bus, Betriebsystem, Programmierung, etc etc im Spiel, aber auch DDR5 12000 CL16 wird keine FPS verdoppeln. Da ist ein komplettes System dahinter, eine Kette von Komponenten, mit schwächstem Glied wie immer. Direct Storage kann diese Kette ein Stück weit verbessern, mit Betonung auf "ein Stück", wenn es denn mal breit etabliert ist, in 5-10 Jahren frühstens. Aber auch das wird kein Wundermittel.

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grimm

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2,076 Kommentare 1,228 Likes

Der Unterschied zwischen theoretisch erreichbarem Daten-Durchsatz und der Realität ist in der Tat gewaltig. Aber es leidet ja niemand wirklich darunter. Der Umzug von HDD auf SSD (PCIe 4 + M.2 Steckplatz) hat die Ladezeiten quasi um drei Viertel reduziert. Selbst in UHD warte ich auf ein neues Rennen (Forza Horizon) oder das Laden der Spielwelt (Metro Exodus/Horizin Zero Dawn) keine 30 Sekunden mehr. Wer mehr Bandbreite braucht, setzt doch auf Profi-Plattformen mit mehr Lanes usw.

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Xaver Amberger (skullbringer)

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