Reviews Reichen 500 Watt? AMD Radeon RX 6800 und NVIDIA GeForce RTX 3070 gegen ein be quit! Pure Power 11 500 W | Praxis

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Man hat ja schon Vieles gesehen, auch auf YouTube. Da überlebt z.B. ein 500-Watt-Netzteil auf wundersame Weise schon einmal eine GeForce RTX 3080, während genau diese Karte hier im Labor vor dem Launch sogar einen 1300-Watt-Platinum-Boliden zur Aufgabe zwang. Gut, NVIDIA hat den Boost und damit auch die Lastwechsel mittlerweile ordentlich entschärft, aber das soll […]

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derin

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Normalerweise zocke ich am 144Hz Full HD Moniter, aber der PC hängt auch an nem 55" LG C1 OLED, dort wird hin und wieder gezockt.

Bei 4k geht der 3070 dann doch die Leistung aus, mit der 3080 ist man gut und gerne 30-40% schneller.

Hätte ich die Wahl gehabt zwischen 3070 zum MSRP und 3080 zum MSRP, dann wäre es direkt ne 3080 geworden, habe aber im NBB Drop die 3070 bekommen und mich erstmal darüber gefreut (Upgrade von einer 2070)

Die 3070 wird per UV betrieben, die 3080 würde das auch, da mir die letzten 5% Performance in der Regel keine 30% Verbrauch wert sind. Denke aber trotz allem hast du Recht, etwas mehr Watt im NT können nicht schaden.

Denke es wird dieses hier:
 

Martin Gut

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Für eine 3080 empfiehlt Nvidia 50 Watt. Bei den extremen Lastspitzen, die die Grafikkarten erzeugen ist das auch nicht mehr übertrieben. 750 Watt geht oft auch noch, aber darunter wird es schwierig.
 

S.nase

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In erster Linie hängt eine stabile Stromversorgung von einer innvollen und gleichmäßigen Verteilung der Strombelastungen auf alle SpannungsRails des NTs ab. Im Normalfall arbeitet ein NT (oder auch die einzelnen Rails) bei 50%-80% VollLast am effektivsten und stabilsten.

Ich habe ein 700W NT(beQuiet Pure Power 11, ohne cm) mit zwei +12V Rails. Einzeln belastet liefert die erste Rail (12V1) StromPeaks bis 38A, und die zweite Rail(12V2) StromPeaks bis 30A. Parallel verbunden liefern die beiden 12V Rails(12V1+12V2) zusammen maximale StromPeaks von 56A, solange die 700W(plus etwa 10% Reserve) maximale Gesammtbelastung des NTs nicht überschritten wird. So kommt auch die StromDifferenz zwischen der Einzelbelastung nur einer Rail und der Combined Power mehrere Rails gleichzeitig zu Stande.
sketch-1650809498940.jpg

Jeder der beiden PCIe Stränge an meinem NT ist aus vier AWG16(1.3mm²) KabelnPaaren gefertigt, und hat am Ende zwei EPS12(8P) Stecker dran. Die vier Kabelpaare(4x1.3mm²) könnten bis maximal 52A(624W) relativ verlustfrei übertragen.

Die EinzellKontakte eines EPS12 Stecker sind mit 7A Dauer/ 9A Peak Belastung spezifiziert, und somit kann ein einzelner EPS12 Stecker mit seinen vier Kontaktpaaren maximal 28A/36A(336W...) übertragen. Wenn man zwei EPS12 Stecker parallel verwendet, liegt die Belastungsgrenze des Steckerpaars sogar bei 56/72A(652W...). Bei einem NT mit Kabelmanagement (zusätzliche Steckerleiste am NT, um nicht genutzte Kabelstränge vom NT zu trennen) "halbieren" sich die maximalen StromBelastbarkeiten des Kabelsstangs, weil sich der Kontaktwiderstand bei zwei in Reihe verwendeten Kontakten verdoppelt (Spannungsverluste durch die Kontakte verdoppeln sich= SpannungsRipple am Ende des Kabelsstangs wird größer). Daher verwende ich wenn möglich, immer NTs ohne Kabelmanagement, und binde die ungenutzten Kabelstränge lieber an einer unauffälligen Stelle im Gehäuse zusammen. Wenn man nicht auf das Kabelmanagement verzichten möchte, sollte man aber ein NT wählen, wo wenigstens der 24pol und die 4pol/8pol Mainboard-, sowie die PCIe Kabelstränge fest im NT angelötet sind, und nur die SATA Kabelstränge mit Buchsen aus dem NT herausgeführt sind. Der geringe SpannungsRipple an fest verlöteten Kabelsträngen, macht es den Spannungsregler hinter den hochbelasteten Kabelsträngen deutlich leichter, effizient und genau zu arbeiten.
sketch-1650809808803.jpg

An meiner ersten Rail(12V1) hängen neben dem ersten PCIe Strang(1+2) auch noch der 24pin Mainboardstecker, sowie die SATA Stromstecker dran. Am der zweiten Rail(12V2) hängt neben dem zweiten PCIe Strang(3+4) nur noch der 8P(4+4P) Mainboardstecker dran.
sketch-1650811377535.jpg sketch-1650811740902.jpg

Nun stellt sich die wohlbekannte Frage; soll ich meine Grafikkarte nur aus einem PCIe Kabelstang versorgen, oder doch beide PCIe Kabelstränge parallel an meine Grafikkarte stöppseln? Vom Kontakt- und Kabelwiderstand her, würde auch nur ein PCIe Kabelstang(52A/624W) mehr als bequem ausreichen, um meine Grafikkarte(240W/...20A) mit meinem NT zu verbinden.

Da würde sich ja die PCIe3+4 Kabelstrang an der zweite Rail(12V2) mit ihren etwa 25A CombinedPower anbieten. Aber an der 12V2 Rail hängt ja auch noch der P4+4 Mainboardstecker für die CPU Spannungsregler Versorgung dran(bei mir etwa 84W/7A). Das könnte also bei Stromspitzen schon knapp werden. Auf der anderen Seite holt sich meine Grafikkarte ja auch noch knapp 50W/4A ihrer 240W/20A Spitzenbelastung aus dem PCIe Slot auf dem Mainboard, der vom 24pol Mainboardstecker also aus der 12V1 Rail versorgt wird. Von der Belastungsgrenze an der 12V2 Rail her, wäre der Anschluss zur Grafikkarte nur über den PCIe3+4 Kabelstrang also noch unproblematisch.

Neben der reinen StrombelastungsSpitzen spielt aber viel mehr das Lastwechsverhalten der Verbraucher, und die Reaktion der RailSpannung darauf eine große Rolle. Das sieht man ja gut in dem Video von Igor, anhand seines LastwechselDiagramms, auch wenn da nur das Pumpen der Leistung(Watt=Spannung*Ampere) und nicht die viel interessanteren Spannungsschwankungen abgebildet sind. Denn die Stromschwankungen sind den CPU oder GPU Spannungsreglern relativ "egal", solange die Versorgungsspannung möglichst stabil bleibt.

Um das Pumpen der NTspannung zu reduzieren, kann es durchaus Sinn machen, zwei große lastwechselintensive Verbrauchern(CPU, GPU) nicht an die gleiche Rail zu hängen, weil sich die Lastwechselschwankungen von z.B CPU und GPU gegenseitig aufschaukeln oder verstärken können. Wenn zwei lastwechselintensive Verbraucher an zwei unterschiedlichen Rails hängen, und diese beiden Rails auch nicht parallel miteinander verbunden sind, werden auch die einzelnen Lastwechselspitzen beider Verbraucher weniger oft zeitlich gleichzeitig aufeinander treffen(sich gegenseitig verstärken).

Da bei meinem NT die CPU mit dem P4+4 Stecker an der 12V2 Rail hängt, habe ich daher die Grafikkarte nur über die PCIe1+2 Stecker mit der 12V1 Rail verbunden. So bleiben die Lastwechselspitzen beider Rails voreinander getrennt, und die Spannungsschwankungen auf jeder der beiden Rails bleiben geringer.

Leider habe ich keine Hardware, um den Effekt auch auf zu zeichnen. Vieleicht kann Igor meine "Vermutung" mit einem hochauflösenden Diagramm bestätigen, oder halt auch wiederlegen.
 

Martin Gut

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Hallo S.nase

Ich rechne ja gerne, aber irgend wann wird mir das Mathematikstudium mit den Multirailnetzteilen von BQ doch zu anstrengend. ;)

Im grossen ganzen passen deine Überlegungen schon. Also rechnen wir das mal grob durch, was bereits fest vergeben ist.
Rail 12V1
36 A x 12 V = 432 Watt
- Mainboard mit Lüftern ca. 20 bis 40 Watt
- Laufwerke ca. 10 bis 40 Watt
- PCIe-Slot für Grafikkarte 5.5 A x 12 V = 66 Watt
Reserve Rail 12V1 ca. 300 Watt

Rail 12V2
30 A x 12 V = 360 Watt
- CPU ca. 85 Watt
Reserve Rail 12V2 ca. 275 Watt

Theoretisch dürfte jede der Rails die restlichen 190 Watt der Grafikkarte übernehmen können.

Alles an der Rail 12V2 kann mit den Spitzenströmen der aktuellen Grafikkarten und CPUs aber knapp werden und zur Abschaltung führen. Mit Glück geht es, aber ich würde das nicht machen.

Die Grafikkarte ganz an Rail 12V1 anzuhängen dürfte gut klappen. Neben 240 Watt für die Grafikkarte und 100 Watt für Diverses bleibt noch genug Reserve.

Die beiden Grafikkartenkabel auf die beiden Rails verteilen würde ich aber eine sehr gute Lösung finden. Die beiden Rails haben durch die bereits zugeteilten Lasten noch ähnliche Reserven übrig. Wenn man nun die Last der Grafikkarte verteilt, laufen beide Rails in einem sinnvollen Bereich mit grosszügiger Reserve. Ich würde 2 Kabel legen. Das eine ist an PCIe 1 oder PCIe 2 einzustecken, das andere an PCIe 3 oder PCIe 4. Falls es Y-Kabel sind, bleibt dann auf der Grafikkartenseite jeweils ein Stecker ungenutzt.
 

Denniss

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Die Leistungsangaben bei guten Netzteilen sind Dauerlast, nur bei Chinaböllern sind da selbst zusammengewürfelte Spitzenlastwerte drin.
Leider ist die Dokumentation der optimalen Anschlüsse ans Netzteil bei Bequiet entweder far nciht im Handbuch oder nur sehr rudimentär oder missverständlich - optimal ist es wenn der strom für ne Grafikkate auf beide 12V-schienen verteilt wird.
 

S.nase

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Die Meinung ,"beide 12V Rails an der Grafikkarte anschließen, damit sich die Strombelastungen gleichmäßig auf beide 12V Rails aufteilen" klingt natürlich logisch, und war bisher auch meine unumstößliche Vorgehensweise (PCIe1 und 3 Stecker mit der Grafikkarte verbinden). Aus langer Weile hab ich aber Mal abwechselnd nur eine der beiden 12V Rails mit meiner rtx3070 verbunden. Mit meinen bescheidenen "Messmitteln"(ELV EnergyMasterExpert) konnte ich dabei eine signifikant etwas geringere Leistungsaufnahme am NetzteilStromkabel bei gleichem Grafikbenchmark Testlauf feststellen, wenn ich nur die erste 12V Rail(12V1) per PCIe1+2 an der Grafikkarte angeschlossen habe. Außerdem waren scheinbar auch die Verlustwärme des gesammten Rechners dabei etwas geringer(subjektive).

Wirklich erklären konnte ich mir das Anfangs auch nicht, denn eigentlich hätte ich auch eher erwartet, das durch die ungleichmäßige Belastung der beiden getrennten 12V Rails, die NT Effizienz eher sinkt.

Meine These dazu:
Wenn die CPU und die GPU an zwei unterschiedlichen 12V Rails betrieben werden, ohne das die beiden Rails parallel miteinander verbunden sind, entstehen weniger Spannungsschwankungen an den beiden getrennten 12V Rails, als wenn man beider 12V Rails parallel verbunden zu einer 12V Versorgungsspannung zusammen fast, weil die Lastwechselschwankungen von CPU und GPU nicht mehr miteinander synkronisiert(überlagert, akkumuliert) werden.

Von DC/DC Schalt-SpannungsRegler aus dem Industriebereich kenne ich das Phänomen auch. Sobald die Versorgungsspannung eines DC/DC Reglers nicht mehr richtig stabil bleibt, schwankt auch die AusgangsSpannung am DC/DC Regler stärker, und der DC/DC Regler erwärmt sich deutlich mehr(erzeugt mehr Verlustwärme). Die CPU- und GPU-Spannungsregler sind vermutlich deutlich aufwendiger und genauer als meine simplen DC/DC Wandler, mit den ich es sonst so zu tun habe. Aber das Prinzip bleibt ja das gleiche. Nur kann ich mir auch vorstellen, das schon sehr kleine SpannungsSchwankungen auch sehr großen Einfluss auf die Rechengeschwindigkeit(Rechengenauigkeit) einer GPU oder CPU haben kann.

Wirklich belegen könnte ich meine These nur mit einem hochauflösenden Speicheroszilloskop, und einer SpannungsAufzeichnung beider getrennten 12V Rails, um sie mit einer SpannungsAufzeichnung der beiden parallel geschalteten Rails zu vergleichen. Leider habe ich keinen Zugang zu so aufwendiger Messtechnik.
 

S.nase

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Die Leistungsangaben in der Anleitung meines beQuiet Pure Power11 700W lese ich so:

sketch-1650809498940.jpg

Die 12V1 Rail liefert 36A, und die 12V2 Rail liefert 30A, wenn beider 12V Rails zusammen nicht mehr als 56A leisten müssen, und wenn die Gesammtbelastung aller Rails im NTs die 700W nicht übersteigt.
 

Martin Gut

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Nur kann ich mir auch vorstellen, das schon sehr kleine SpannungsSchwankungen auch sehr großen Einfluss auf die Rechengeschwindigkeit(Rechengenauigkeit) einer GPU oder CPU haben kann.
Woher die Unterschiede der Leistungsmessung bei unterschiedlich angeschlossenen Kabeln kommen, kann ich dir nicht sagen. Je nach dem, was angeschlossen ist, laufen die beiden Rails in einem anderen Lastbereich. Unter 20 % fällt die Effizienz meist stark ab. Darüber kommt dann der sehr effiziente Bereich. Oft wird die Effizienz bei noch höherer Last dann wieder etwas schlechter. Bei manchen Netzteilen steigt die Effizienz aber bis 100 % immer noch ein bisschen an. Das hängt von der Bauart des Netzteils ab. In welcher Situation die Rails dieses Netzteils nun in einem besseren Bereich laufen, kann ich nicht abschätzen. Ich finde keine Grafiken, die die Effizienzkurve genau dieses Netzteiltyps aufzeigen.

Der Takt und damit die Rechengeschwindigkeit der Prozessoren wird aber nicht von der Spannungsseite her bestimmt. CPU wie GPU haben einen Taktgeber, der dann mit einem Multiplikator den Takt ergibt. Den Multiplikator regelt der Prozessor nach Bedarf an Rechenleistung und nach Temperatur und Powerlimit.

Was meinst du mit Rechengenauigkeit? Wenn die Spannungsschwankungen des Netzteils zu gross sind, dass die Spannungsregler auf Mainboard oder Grafikkarte diese nicht mehr ausgleichen können, kann es passieren, dass RAM, CPU oder Grafikkarte instabil werden. Das kann dann Auswirkungen von Rechenfehlern bis zum Absturz des PCs haben.

Du könntest einmal mit HWinfo64 auslesen, ob sich der Stromverbrauch der Grafikkarte bei Unterschiedlichen Kabeln verändert hat. Ich denke aber nicht, dass sich da etwas verändert, denn die Regelung der Grafikkarte gleicht das normalerwiese ja aus.
 

Gurdi

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Wirklich belegen könnte ich meine These nur mit einem hochauflösenden Speicheroszilloskop, und einer SpannungsAufzeichnung beider getrennten 12V Rails, um sie mit einer SpannungsAufzeichnung der beiden parallel geschalteten Rails zu vergleichen. Leider habe ich keinen Zugang zu so aufwendiger Messtechnik.
So langweilig das in der Theorie auch klingt, ein Praxistest wäre tatsächlich gar nicht so unspannend wie sich das auf den Verbrauch auswirkt wo man was anklemmt an einem Multirail NT.
 

Deridex

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Hochauflösende Oszilloskope sind leider nicht wirklich günstig zu haben. Glaube nicht, dass der Igor bereit ist so viel auszugeben.

Ich habe auch meine Zweifel, ob Keysight oder Rohde&Schwarz die mal eben her leihen.
 

Gurdi

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Hochauflösende Oszilloskope sind leider nicht wirklich günstig zu haben. Glaube nicht, dass der Igor bereit ist so viel auszugeben.

Ich habe auch meine Zweifel, ob Keysight oder Rohde&Schwarz die mal eben her leihen.
Igor hat doch eins, noch dazu vom feinsten. Man lese den Reiter Testsystem in jedem Artikel.
 

S.nase

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Irgendeine Art von Fehlerkorrektur oder Checksummen gibt es ja bei jedem Datentransfer oder Rechenzyklus. Interessant wäre es, ob mit stabileren Spannungsversorgung sowas mit weniger KorrekturZyklen abläuft. Das meinte ich mit Rechengeschwindigkeit/Genauigkeit.

Theoretisch müsste sich das ja auch in den Benchmark-Ergebnissen wieder spiegeln.

Mit einem alten 30Mhz AnalogOszilloskop kann man die Spannungsstabilität der 12V Rail ja auch schon auswerten, oder auch welchen Einfluss ein Kabelmanagement auf die Verbindung zwischen Grafikkarte und NT haben. Nur lassen sich bei einem analogen Oszilloskop die Ergebnisse höchstens mit einem Foto dokumentieren.
 

Deridex

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Igor hat doch eins, noch dazu vom feinsten. Man lese den Reiter Testsystem in jedem Artikel.
Ich weiß von welchen Oszis du redest. Jedoch fehlt aus meiner Sicht die hohe Auflösung. Versteh mich nicht falsch: Die Oszis sind aus meiner Sicht durchaus vernünftig. Soweit ich mich erinnern kann haben die aber nur einen 8Bit ADC.
 

Martin Gut

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Irgendeine Art von Fehlerkorrektur oder Checksummen gibt es ja bei jedem Datentransfer oder Rechenzyklus. Interessant wäre es, ob mit stabileren Spannungsversorgung sowas mit weniger KorrekturZyklen abläuft.
Diesen Einfluss kann das Netzteil durchaus haben, wenn irgend ein Bauteil an der Stabilitätsgrenze läuft, weil die Stromversorgung nicht genug stabil ist. Ich denke mit den Messgeräten, mit denen Igor den Strom der Grafikkarten im Millisekundenbereich misst, würde sich das auch messen lassen. Wie viele Fehler dann entstehen kann man an verschiedenen Stellen auch messen oder sieht es dann mit Abstürzen.

Ich weiss aber nicht, welche Szenarien man da sinnvoll testen könnte und welche sinnvollen Empfehlungen für das Anschliessen von Netzteilen dann dabei heraus kommen könnten. Es gibt ja je 100 verschiedene Grafikkarten, CPUs, Mainboards und Netzteile und dazu die Unterschiedlichsten Belastungssituationen.

Ein Problem mit dem Netzteil, das man lösen muss, hat man, wenn das Netzteil oder eine Schiene des Netzteils durch die angeschlossenen Komponenten bei den verwendeten Anwendungen und Games die Spannung nicht genug stabil halten kann. Dann schaltet sich entweder das Netzteil ab oder irgend eine daran angeschlossene Komponenten wird instabil. Somit hängt es von allen angeschlossenen Komponenten ab, wie stabil die Spannung ist. Als zweites hängt es dann wieder von den Komponenten ab, ob eine dadurch instabil wird. Da müsste man mit tausende Fälle Testen um irgend etwas darüber aussagen zu können.

Nutzen für den einzelnen betroffenen Anwender hat es dann doch wenig. Wenn man vermutet, dass ein PC wegen des Netzteils instabil läuft, ist ja eigentlich klar, was man tun muss. Bei einem Multirail-Netzteil kann man versuchen die Last besser auf alle Schienen zu verteilen. Falls das nicht ausreicht um den PC stabil zu machen muss ein neues, besseres Netzteil her. Besser heisst hier nicht unbedingt, dass das Netzteil eine höhere Gesamtleistung haben muss, sondern dass es so gebaut ist, dass es die Schiene mit dem instabilen Bauteil genauer halten kann. Wenn es dann mit dem neuen Netzteil funktioniert, ist das Problem gelöst.

Man kann also nur im Einzelfall an dieses Problem heran gehen. Irgend ein Test mit irgend welchen Bauteilen sagt nichts zu einem konkreten Problem aus, das jemand hat.
 

S.nase

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Auf Grafikkarten oder Motherboards für stromhungrige GPUs oder CPUs sind in der Regel ja auch aufwendigere Spannungsregler vorhanden, damit auch aus weniger stabilen 12V NTspannungen saubere GPU- oder CPU- Spannungen entstehen können. Gerade bei günstigeren Grafikkarten mit dicken GPUs sieht man manchmal, das die im originalen LeiterplattenDesign vorgesehenen Tantal Kondensatoren, gegen leistungsfähigere Keramik Kondensatoren(unterm GPUsockel) manchmal sogar händisch ausgetauscht worden(zB. bei Zodiac 3090) Daran sieht man, das Spannungsstabilität durchaus kein seltenes Problem ist.

Da bei mir kein Oszi vorhanden ist um die Spannungsstabilität direkt aus zu werten, habe ich mir gedacht, das man vielleicht das auch indirekt nachprüfen kann, indem man die Fehlerlogs von GPU oder den Datenbusen irgendwo auslesen kann. So ein Vergleich wäre ja nicht besonders aufwendig, da man ja nur drei Testläufe mit unterschiedliche EPS12 Anschlussaufteilung dokumentieren müsste. Aber dafür habe ich von Software zu wenig Ahnung.

Klar kann man auch einfach ein deutlich überdimensioniertes NT verwenden, wo dann schon, durch die hoffendlich größer dimensionierten Ausgangskondensatoren, stabilere RailSpannung raus kommen. Ich versuche aber immer erstmal, aus der vorhanden Hardware das beste herraus zu holen. Ne optimale RailSpannungsAufteilung ist dafür der erste Anlaufstelle.
 

Deridex

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Das Problem bei solchen Messungen ist, dass man sich recht schnell selbst verarschen kann. Da habe ich bei diversen Messungen schon die verrücktesten Sachen gesehen. Im Ergebis greife ich bei Messungen, sofern möglich, mindestens auf ein Oszi zurück, dessen Bandbreite >10fachen der erwarteten Messaufgabe liegt.

Kondensatoren sind auch ein schwieruges Thema. Man darf hier nicht nur die Art der Kondensatoren vergleichen. Das Frequenzverhalten der Kondensatoren wird massiv von der Kapazität des Bauteiles beeinflusst.
 

Martin Gut

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Auf Grafikkarten oder Motherboards für stromhungrige GPUs oder CPUs sind in der Regel ja auch aufwendigere Spannungsregler vorhanden, damit auch aus weniger stabilen 12V NTspannungen saubere GPU- oder CPU- Spannungen entstehen können.
Es ist eigentlich anders herum. Die Unregelmässigkeit kommt vor allem durch den sehr variablen Strombedarf der Prozessoren (CPU und GPU). Das Netzteil soll vor allem Unregelmässigkeiten aus dem Stromnetz glätten, die aber meist klein sind. Wenn nun eine Grafikkarte selbst ihre Schwankungen nicht mit den eigenen Kondensatoren genügend glätten kann, zieht sie das Netzteil mit. Wenn dieses dann nicht genug dagegen halten kann, wirkt es sich auf weitere Komponenten aus.

Wichtig ist, dass man jede entstehende Unregelmässigkeit möglichst nahe an der Quelle glättet. Kondensatoren weiter weg können wegen der Kapazität der Leitung die Schwankungen nicht gleich gut ausgleichen, wie solche die am richtigen Ort sind. Deshalb ist die Spannungsversorgung auch Stufenweise aufgebaut und wird immer wieder geglättet. Im Netzteil erzeugt ein Transformator 12 V dann werden diese 12 V geglättet. Die Spannungswandler auf den Grafikkarten und dem Mainboard brechen diese 12 V dann auf etwa 1 bis 1.8 V herunter, dann wird es wieder geglättet. Für verschieden Bereiche wird die Spannung dann noch weiter herunter gebrochen und nochmals geglättet. Direkt auf der Rückseite der GPU sind dann nochmals Glättungskondensatoren. Es sind als etwa 3 oder 4 Glättungsstufen eingebaut, die jeweils unterschiedliche Aufgaben erfüllen und dafür genau dort sein sollen wo sie sind.

- Kondensatoren im Netzteil glätten die 12 V ab dem Transformer
- Kondensatoren bei den Spannungswandlern glätten den gestückelten Strom der Spannungswandler
- Kondensatoren unter der GPU glätten den unregelmässigen Strombedarf der GPU

Wenn eine dieser Stufen nicht ausreicht, wirkt es sich natürlich auf die anderen aus. Diese können das aber nur teilweise auffangen, weil sie weder dafür ausgelegt noch genug nahe sind. Das führt dann oft zu anderen Problemen die man auch nicht gerne hat.

So ein Vergleich wäre ja nicht besonders aufwendig, da man ja nur drei Testläufe mit unterschiedliche EPS12 Anschlussaufteilung dokumentieren müsste.
Damit dir der Test etwas bringt, muss du ihn auf deinem PC durchführen und die Instabilität deiner Komponenten messen. Wenn irgend jemand auf einem anderen PC irgend etwas testet, sagt das zu deinem Problem nichts.

Hast du Übertragungsfehler oder andere Instabilitäten die du auf die Stromversorgung zurück führst? Wo man Fehlermengen direkt auslesen kann, weiss ich auch nicht. Es gibt aber durchaus Benchmarks, bei denen man Instabilitäten an der gemessenen Leistung erkennt. Beim Übertakten von RAM ist es mir auch schon passiert, dass die Benchmark-Leistung nicht mehr mit dem Takt angestiegen ist und ab einem gewissen Punkt sogar gesunken ist. Dann haben die Fehler offensichtlich die Leistung aufgefressen, die es durch den Takt hätte haben sollen. Das ist aber meist knapp vor dem Punkt bei dem der PC abstürzt oder nicht man mehr bootet.

Bei Datenübertragungen zum Bildschirm, LAN oder WLAN wird die Geschwindigkeit ab einer gewissen Fehlermenge automatisch reduziert. Das kann man auch messen. Beim WLAN gibt es aber noch mehr Störfaktoren. Wenn mehrere Geräte und Netze auf dem selben Kanal aktiv sind, wird die Sendezeit zwischen den Netzen und Geräten aufgeteilt. Deshalb bleibt oft nicht mehr so viel übrig.
 

S.nase

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Lastwechselschwankungen(Stromverbrauchsspitzen) können Kondensator nicht abfangen, dazu habe sie viel zu wenig Kapazität. Die Lastwechselschwankungen muß vorrangig das NT(Schaltnetzteil) schnell genug ausregeln. Wenn es schon am NT zu großen Regelschwankungen kommt, kann auch die SpannungsreglerKaskade auf der Grafikkarte (und der Filterung) nicht viel dagegen machen. Im besten Fall schaffen die Reglerkaskaden auf der Grafikkarte gerade noch so, das sich die Spannungschwanken nicht bei jeder weiteren Reglerstufe verstärken.

Vieleicht grabe ich Mal meinen altes analog Oszilloskop wieder aus, und hänge es wenigstens Mal an die beiden 12V RailSpannung aus dem NT. Klar kann man damit keine absolut vergleichbare Messergebnisse erwarten. Aber ein Tendenz, ob das trennen der beiden 12V RailSpannung eine Verbesserung in der Spannungsstabilität erzeugt, wird damit bestimmt sichtbar.
 
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Gurdi

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Lastwechselschwankungen(Stromverbrauchsspitzen) können Kondensator nicht anfangen, dazu habe sie viel zu wenig Kapazität. Die Lastwechselschwankungen muß vorrangig das NT(Schaltnetzteil) schnell genug ausregeln. Wenn es schon am NT zu großen Regelschwankungen kommt, kann auch die SpannungsreglerKaskade auf der Grafikkarte (und der Filterung) nicht viel dagegen machen. Im besten Fall schaffen die Reglerkaskaden auf der Grafikkarte gerade noch so, das sich die Spannungschwanken nicht bei jeder weiteren Reglerstufe verstärken.

Vieleicht grabe ich Mal meinen altes analog Oszilloskop wieder aus, und hänge es wenigstens Mal an die beiden 12V RailSpannung aus dem NT. Klar kann man damit keine absolut vergleichbare Messergebnisse erwarten. Aber ein Tendenz, ob das trennen der beiden 12V RailSpannung eine Verbesserung in der Spannungsstabilität erzeugt, wird damit bestimmt sichtbar.
Mach mal, fänd ich grundsätzlich spannend.
 

S.nase

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Ja klar, ich finde es ja auch spannend. Nur dachte ich halt, das jemand hier im Forum etwas modernere Messeisen hat, und ich mein eingestaubtes AnalogOszilloskop nicht aus dem Keller bergen muß.
 
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