Radeon RX 5700 und RX 5700 XT mit dem MorePowerTool sparsamer, effizienter und deutlich leiser machen | Tutorial

Seskahin

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Leider sieht man bei den Customs von AMD doch sehr oft, wie Potential der Chips/Karten durch zu stark generalisierte Einstellungen liegen gelassen wird. Hoffen wir mal, dass wird in Zukunft besser gemacht.
@Igor Wallossek Du hast den Bug doch sicher an AMD gemeldet mit dem Lüfterstop?!
 

Thy

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Danke @Igor Wallossek für den Test, zu dem ich noch zwei Fragen habe:
1. Entsprechen die dargestellten Bilder den exakten Werten, die du nun letztendlich für die finalen Ergebnisse im MorePowerTool eingestellt hast?
2. Kann du mir den Zusammenhang genauer erklären, was du mit "Nur heizen die Ströme die Karte auf und eben nicht die Spannungen." meinst? Als E-Techniker würde ich der allgemeinen Aussage erstmal widersprechen. :unsure:
 

Igor Wallossek

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Danke @Igor Wallossek für den Test, zu dem ich noch zwei Fragen habe:
1. Entsprechen die dargestellten Bilder den exakten Werten, die du nun letztendlich für die finalen Ergebnisse im MorePowerTool eingestellt hast?
2. Kann du mir den Zusammenhang genauer erklären, was du mit "Nur heizen die Ströme die Karte auf und eben nicht die Spannungen." meinst? Als E-Techniker würde ich der allgemeinen Aussage erstmal widersprechen. :unsure:
1.) Die Bilder zeigen die finalen Werte, richtig.
2.) Doch, das ist so, nur vielleicht für den E-Techniker etwas zu allgemein formuliert. Wenn ich mit höheren Spannungen arbeiten kann, sind die Verluste an den Innenwiderständen deutlich niedriger. Da niedrigere Ströme fließen, bleiben die Halbleiter auch kühler, weil weniger Leistung aufgenommen (und auch wieder als Wärme abgegeben wird) wird. Zusätzlich sind Halbleiter ja eklig, weil mit steigender Temperatur der Innenwiderstand weiter absinkt, dann aber noch mehr Strom fließt und alles noch heißer wird (Lawine), weil die Leistungsaufnahme steigt.
 

Thy

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Danke. So ganz habe ich es aber noch nicht kapiert, weswegen bei höherer Spannung weniger Leistung in den Innenwiderständen umgesetzt wird. Das würde ja bedeuten, dass die Innenwiderstände mit steigender Spannung kleiner werden würden. Ich könnte mir nur vorstellen, dass bei höherer Versorgungsspannung die slew rate der logischen Gatter besser wird und diese damit schneller und mit weniger Verlusten schalten. Oder sind mit den Innenwiderständen andere Widerstände als die Kanalwiderstände und Leitungen auf dem GPU-Chip selbst gemeint (Zuleitungen auf dem Karten-PCB, Anbindung der Chips)?
 

Rasenschach

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Sehr gut und verstaendlich geschrieben - danke fuer die tolle Arbeit die Du hier leistest.

Somit sollte wirklich jeder in der Lage sein, seine Grafikkarte anzupassen (man sieht ja welches Potential hier MSI "verschenkt" hat fuer die paar Prozent Mehrleistung) und zu optimieren. Das Tool ist echt toll - bin ja fast versucht mir im Zweitrechner bzw. im Rechner meiner Frau mal nach Jahren wieder ne AMD einzubauen und etwas zu basteln.
 

Vorgartenzwerg42

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Danke. So ganz habe ich es aber noch nicht kapiert, weswegen bei höherer Spannung weniger Leistung in den Innenwiderständen umgesetzt wird. Das würde ja bedeuten, dass die Innenwiderstände mit steigender Spannung kleiner werden würden. Ich könnte mir nur vorstellen, dass bei höherer Versorgungsspannung die slew rate der logischen Gatter besser wird und diese damit schneller und mit weniger Verlusten schalten. Oder sind mit den Innenwiderständen andere Widerstände als die Kanalwiderstände und Leitungen auf dem GPU-Chip selbst gemeint (Zuleitungen auf dem Karten-PCB, Anbindung der Chips)?
Bitte korrigiert mich wenn ich etwas falsches erzähle.
Ich behaupte mal, dass das auf eine Abwägung der Verluste hinausläuft.
Mit einer größeren Versorgungsspannung sinkt der Widerstand des Kanals im angeschalteten Zustand und auch das umschalten geht wie du bereits gesagt hast schneller. In den Gatekapazitäten der Mosfets ist durch die höhere Spannung allerdings auch mehr Energie enhtalten. Mit höheren Taktraten steigen somit auch die Verluste durch das Umladen der Gätekapazitäten an. Also grobgesagt zur Optimierung: niedrige Taktraten + höhere Spannung, hohe Taktrate + niedrigere Spannung.
Das problem ist eben nur, dass man Probleme bekommt, wenn die hohen Taktraten nicht mehr mit geringer Spannung laufen, dann muss man die Spannung erhöhen und die Verlustleistung geht durch die Decke. Auch zu hohe Spannungen bringen bei geringen Taktraten keine Vorteile, da der Innenwiderstand des Kanals ab einer gewissen Spannung nur noch wenig kleiner wird.
 

Igor Wallossek

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Noch einmal. Leistung ist ja das Produkt aus Spannung und Strom. Mit der Stromstärke steigen proportional die ohmschen Innenwiderstände und überproportional auch die Last auf den Kanälen und Leitungen und somit auch die Verluste. Höhere Spannung = niedrigere Stromstärke = niedrigere Belastung der Kanäle und Leitungen = kühlere GPU. Und jetzt kommen die Halbleiterbesonderheiten mit ins Spiel. Eigenleitung ist eine B1tch, denn die Ladungsträgerbeweglichkeit im Halbleitermaterial wird durch die steigende Temperatur begativ beeinflusst. Außerdem werden immer mehr Ladungsträger aus dem Halbleitermaterial frei, was zur Erhöhung der Leitfähigkeit führt. Zusätzlich wird bei steigender Temperatur der Durchlasswiderstand niedriger und die Diffusionsspannung wird zusätzlich noch etwas herabgesetzt. Ein Teufelskreis. :)
 

Boro

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"Alles, was die Hersteller selbst noch im BIOS modden können, um die Karten anzupassen, kann man mit dem MorePowerTool auch erledigen. Und genau hier liegt der Vorteil auf der Hand, denn man muss einerseits nicht risikobehaftet ein BIOS Flashen und kann andererseits selbst noch die Karte an seine ganz individuellen Bedürfnisse anpassen."

Muss man denn das modifizierte BIOS nicht zurück auf die Karte flashen?

Insgesamt wirkt das Ganze relativ zeitaufwändig, und die Garantie verliert man wahrscheinlich auch noch oder? Würde man nicht ähnliche Ergebnisse erzielen, wenn man die GPU im Wattman auf 180W begrenzt?
 

Vorgartenzwerg42

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Eigenleitung ist eine B1tch, denn die Ladungsträgerbeweglichkeit im Halbleitermaterial wird durch die steigende Temperatur begativ beeinflusst. Außerdem werden immer mehr Ladungsträger aus dem Halbleitermaterial frei, was zur Erhöhung der Leitfähigkeit führt. Zusätzlich wird bei steigender Temperatur der Durchlasswiderstand niedriger und die Diffusionsspannung wird zusätzlich noch etwas herabgesetzt. Ein Teufelskreis. :)
Sorry für die die vielen Fragen, aber hier lernt man doch immer wieder was dazu.
Bezieht sich der negative Temperaturkoeffizient auf die auftretenden Leckströme? Bei normalen Mosfets ist der Temperaturkoeffezient des Kanals schließlich positiv, weshalb man sie im gegensatz zu Bipolartransistoren auch parallel schalten kann. Ich dachte das müsste in CMOS also auch so sein?
 

Igor Wallossek

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Nein. Du musst nichts flashen, das ist ja der Vorteil. Das sind Registryeinträge, Garantieverlust ist auch kein Thema. :)

@Vorgartenzwerg42
Leckströme sind ein heikles Thema, zu dem sogar die Hersteller eisern schweigen. Aber ich kann den Anstieg der Leckströme sogar einigermaßen gut abschätzen. Ich kann ja die Wassertemperatur ziemlich gut regeln und der Rest ergibt sich aus den Leistungsaufnahmemessungen.
 
Zuletzt bearbeitet :

Boro

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Hab auf Youtube das hier gesehen

~135W GPU Power bei gut 1,8 GHz, also eigentlich ähnlich gute Ergebnisse wie bei dir.
 

Thy

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Noch einmal. Leistung ist ja das Produkt aus Spannung und Strom. Mit der Stromstärke steigen proportional die ohmschen Innenwiderstände
Wieso? Genau hier liegt der Knackpunkt, den ich nicht verstehe. Warum sollen die Innenwiderstände steigen, wenn der Strom steigt? Der Widerstand eines MOSFETs setzt sich aus dem Kanalwiderstand zusammen plus Kontaktwiderstände und Zuleitungsmetallisierung. Die beiden letzteren sollten über den Betriebsbereich als konstant angesehen werden können. Der Kanalwiderstand hängt unter anderem antiproportional von der Versorgungsspannung ab. Tut mir leid, dass ich nochmal nerven muss, aber ich stehe anscheinend auf dem Schlauch.
 

Waldmeista

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Hat es was mit dem Umstand zu tun, dass man für größere Entfernungen Hochspannungsleitungen brauch,
weil bei der gleichen Leistung über Niederspannung der Strom und Wiederstand so hoch würde, dass die Kabel schmilzen würden oder viel dickere Kabel gebraucht würden?

@Igor Wallossek
kann man auch die Volt auf 1,25V stellen, das PowerLimit auf 250W, aber dann die GPU TDC auf 150A stellen um einen ähnlichen Effekt zu erzielen?
oder wird dann zu schlecht geregelt?
 

Igor Wallossek

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Das geht durch die Decke....

@Thy: Sei beruhigt, sinken, nicht steigen. Man sollte während des Telefonieren nichts schreiben. :D

Du musst also nicht grübeln. Steigen tuts im profanen Draht, wenn die Ladungsträger heftiger aneinanderstoßen. Aber um den geht's hier ja nicht. :)
 

Thy

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Ok, es geht also um die Eigenerwärmung des Chips. Dann ist es klar. Danke.
Nimm es mir bitte nicht übel, wenn ich manchmal etwas penetranter nachhake, aber ich tue das aus reiner Neugier und weil ich das Verhalten dieser hochintegrierten Chips besser herstehen möchte, um dann richtig zu tweaken.
 

Igor Wallossek

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Passt doch. Besser als alles runterschlucken und nie verstehen. :)
Nachmachen ohne nachzudenken ist langweilig, dann lieber fragen :D

Übrigens haben mir das mittlerweile Einge bestätigt, dass man allein übers Absenken der TDC und das leichte Übervolten genau den Vega-Effekt erhält, den man dort beim "Untervolten" erreicht. Einfach nur im Wattman die Leistungsgrenze runtersetzen ist albern, weil das nicht optimal ist.
 

Thy

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So ein Grafikchip ist eben auch nur ein Mensch und hat seinen eigenen Charakter. :)
Ich werde basierend auf deinen Einstellungen starten und dann ein wenig selbst herumexperimentieren, obwohl ich glaube, dass du schon ziemlich im Optimum liegst.

Edit: Und danke an alle, die daran mitgewirkt haben, für das MorePowerTool. Wo bekommt man heute noch kostenloses Re-Engineering plus Softwareentwicklung, die funktioniert?
 
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