Frage Planung: NAS mit RAID für Zuhause

mpterra96

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(Schon Vorweg, Ich bin ein ziemlicher Technik-Noob, das erste was Ich in der Richtung machte war ein Pi-Hole und einen PC selbst zusammen gebaut.)

Ich plane mir für Zuhause und Unterwegs ein NAS zu bauen, Ich habe mich jetzt schon etwas mit den Grundlagen, RAIDs und Netzwerktechnik beschäftigt. Erst dachte Ich ich nehme einfach eine Raspberry Pi mit dem NAS-Kit, doch dann habe Ich gesehen dass es erheblich schnellere Netzwerktechnik zu relativ kleinem Preis gibt (5, 10, 25 und 40GB/s).

Was möchte Ich letzten Endes haben:
Ein NAS mit RAID* im "öffentlichen" Netz zugänglich via VPN und im Heimnetz über meinen Haupt-PC mit mindestens 10GBe angebunden sein und für die restlichen Mitbewohner über Wifi bzw. normales RJ45-Lan erreichbar sein.
Für mich wäre einerseits QSFP+ interessant, da ja die ausgemusterten Erweiterungskarten relativ günstig sind und damit bis zu 40GBe erreicht werden können wobei dann natürlich wieder die verwendeten Datenträger im NAS das Bottleneck sind.

Was Chiphersteller (AMD, Intel) angeht bin Ich komplett offen solange es funktioniert und möglichst günstig ist, bzw. wo man auch Ersatz bekommt falls eine Komponente mal ausfällt, deswegen möchte Ich ja ein Raid mit mindestens einfacher und verteilter Parität, in der Theorie habe Ich das mit den RAIDs verstanden nur von der Praktischen und Technischen Seite noch nicht so ganz, aber Ich bin bereit zu lernen.
Meine Favorisierten Raids wären irgendetwas zwischen 5, 6 und 5E, 5EE, 51.

Der NAS wäre etwa 5 Meter von meinem Haupt-PC entfernt neben dem Internet-Modem.
Was auch wichtig ist für mich ob diese Erweiterungskarten auch wirklich kompatibel sind mit meinem PC, da mein PC "nur" 2,5GB-Base-LAN hat und das auch leider mit dem Intel-Chip weswegen Ich dann über PCIe eine zb. QSFP+-Karte brauche.

Des weiteren kommen in das System HDD-Platten mit je mindestens 2TB aber dafür auch mehrere, eben wegen der Geschwindigkeit und RAID/Parität.
Betriebssystem möchte Ich eines auf Linux-Basis, bevorzugen würde Ich Nextcloud.

Preislich hoffe Ich dass Ich unter 1000€ bleibe.

Ich empfange gerne Kritik, Inspiration und etwas Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen.
 

Abductee

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Beim RAID entweder 5, 6 oder 10 (mehr Performance), wobei ich da ein 5er mit zyklischer Sicherung auf ein externes USB-Laufwerk für geldsparender und sicherer halte.
Eine(oder zwei SSDs als Cache würd ich auch einplanen, sonst bringt dir das 10GBit nix.
Geräuschempfindlich solltest du auch nicht sein, das wird gut hörbar.
 
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HerrRossi

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Ich stecke auch gerade in der Umstrukturierung meines Servers und beschäftige mich auch mit dem Netzwerk.

QSFP+ kannst du vergessen, die NICs sind zwar günstig, Switches aber teuer. Und um auch wirklich 5GB/sec zu erreichen, brauchst du schon viel RAM und SSD-Cache. Ich versuche gerade ein ZFS aufzusetzen, was auch wirklich 100MB/sec auslastet, im Moment bin ich bei der Hälfte und weiß noch nicht, woran es liegt.

Wichtig ist in jedem Fall eine CPU mit hoher Single Core-Leistung, besonders wenn mehrere Leute gleichzeitig auf den Server zugreifen. Hast du dir schonmal TrueNAS angesehen? Das ist im Grunde der Standard für ein selbstgebautes NAS, da musst du dich aber mit ZFS beschäftigen und ECC RAM wird empfohlen, je mehr desto besser. Ich selber habe zuerst OMV eingesetzt und bin dann auf Unraid umgestiegen. Im Prinzip funktioniert Unraid klasse und mit viel Cache bekommt man auch gute Übertragungsraten hin. ZFS funktioniert auch, ist aber eher noch im Bastelstatus, das ist bei TrueNAS eindeutig besser integriert. Unraid kostet aber eine Lizenz, TrueNAS ist kostenlos. Dann gibt es noch Napp-IT, damit habe ich mich aber noch nicht beschäftigt.

Welche Hardware für deinen Server hast du denn schon da und wie hoch ist das Budget? Für ZFS kannst du 3-5 HDD einplanen, plus zwei SSD und hatte ich schon viel RAM erwähnt ;)
 

Besterino

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Puh, das ist ein schwieriges Thema und die Beantwortung Deiner Fragen hängt von vielen Einzelaspekten ab. Wenn für Dich Virtualisierung kein Thema ist (bzw. Du vielleicht mit dem ein oder anderen Docker-Container und kleineren Linux-VMs auskommst), würde ich Dir wohl auch ein Fertig-NAS empfehlen und das von @Abductee verlinkte QNAS ist schon eine sehr runde Sache.

Die Herausforderung beim Eigenbau hört dummerweise bei der Hardware nicht auf, sondern geht nahtlos bei der Software weiter. Wo ein Fertig-NAS wie das QNAP (oder z.B. auch eine Synology) eben einfach einsatzfähig ist und nach dem Einschub der Datenträger "nur" noch das ein oder andere konfiguriert werden muss, steht man beim Eigenbau - selbst wenn dann die Hardware läuft - erstmal immer noch bei Null.

Und mit der Wahl kommt die Qual beim Eigenbau: "DIE" Software für sowas gibt's m.E. nicht. Da kann man dann wählen zwischen einer normalen Linux-(Server)Distro nach Wunsch und Laune (wie Ubuntu, Centos uvm.), spezialisierten NAS- bzw. Storage Zusammenstellungen (Unraid, OpenMediaVault z.B.) und schaut dann ggf. welche Dienste man haben will (VPN, Mediathek, Streaming, Nextcloud ... sind alles am Ende nur Dienste, die der Server bereitstellt, also quasi schon "Anwendungen"). Das doofe: jeder dieser Dienste will dann eben auch manuell installiert und konfiguriert werden (z.B. gerne auch als Docker-Container). Tja, und dann gibt's noch den "großen" Weg mit einem Hypervisor als Basis und alles weitere wird dann virtualisiert... und dann gibt's noch so Zwischendinger mit je nach Schwerpunkt einem sehr fließenden Übergang (wie z.B. Proxmox, TrueNAS), denn am Ende ist ja fast alles eh ein Linux/Unix...

Und weil das bis hierhin noch nicht schlimm genug ist: bei einem Server mit Anbindung nach "draußen" ins große weite (böse) Internet MUSS man sich Gedanken um das Thema "Sicherheit" machen! Dazu sollte man schon etwas besser wissen, was man tut und mein Tipp wäre generell, maximal einen (nicht-Standard)Port im heimischen Router auf den Server aufzumachen und darüber ist dann bitte auch nur der VPN-Dienst zu erreichen. ALLES andere geht dann nur bei stehender VPN-Verbindung.

Ansonsten zur Hardware:

RAID ist kein Backup, und warum man gerne ECC-RAM mitnimmt

Ein paar Hintergrundinfos findet man zum Beispiel auch hier und konkrete Bauvorschläge z.B. hier.

Zum Abschluss meine ganz persönliche Sicht: m.E. gehört die Bereitstellung von STORAGE zumindest mal logisch getrennt von allem anderen. Die Daten müssen sicher sein (insb. vor Verlust wie Veränderung) und zuverlässig 24/7 bereitstehen und im Ernstfall wiederherstellbar (!) sein. Dazu gehört für mich vor allem, dass die Daten als solche auch nicht gefährdet werden, wenn z.B. eine (Server- oder Client-)Anwendung mal spinnt, der Strom ausfällt, sich ein Verschlüsselungstrojaner austobt, Familienmitglieder in der Mediathek herumsortieren/löschen, sich Rechte/Benutzer/Hardware ändern und nicht zuletzt ein RAM-Riegel kaputt geht. Und das mit den Anwendungen ist dann auch nochmal ein Thema, bei denen ich zwischen "kritischen" Diensten (die einfach immer laufen müssen) und "dem Rest" differenziere. So kann (darf) es nicht sein, dass der VPN-Dienst ausfällt, weil sich z.B. der blöde Streaming-Dienst verschluckt hat. Absolutes no go (für mich). Und ein Backup-Konzept mit externen Datenträgern ist eh Pflicht, egal welche NAS-Lösung man fährt.
 

Besterino

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...und wer es mit "gutem Storage" ernst meint, landet m.E. a) bei ZFS und b) dann auch nicht bei einer Linux-Version davon... ;)

Das kommt ursprünglich aus der Solaris-Welt und diese Geschmacksrichtung (aktuell in der Fassung von Solaris 11.4) ist immer noch der Maßstab bei Performance und Features. Danach folgen die Ableger der freien Solaris-Varianten (zusammen mit dem "echten Solaris" gerne als "Solarish" beszeichnet) und insbesondere OmniOS wird aufgrund seiner harten Ausrichtung als Filer-OS gerne als Basis genommen. Dann erst folgen die Linux-Varianten, da sich hier Solaris einfach nicht so nahtlos in das Betriebssystem integrieren lässt, sondern eben (wieder) vieles über Dienste abgewickelt werden muss. Beispiel: Vieles, was man bei Linux (mühsam) über SAMBA machen/konfigurieren muss, ist bei Solarish einfach eine Eigenschaft auf FILESYSTEM-EBENE. Spiegelung? Verschlüsselung? Komprimierung? Alles EIGENSCHAFTEN, die das FILESYSTEM mitbringt - kein beschissener Dienst nötig, der dann - vor allem bei Unkenntnis / falscher Konfiguration - Probleme machen kann. Darfs noch ein bisschen mehr sein? Replikation? iSCSI? Windows-Benutzer/Rechtemanagement? Alles von Haus mit dabei.

Ja, ich bin Solarish-Fan. :D Der Weg ist aber für den Anfänger recht steinig.
 

goch

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Wenn wirklich selbst gebaut wird, bitte VORHER Gedanken zu möglicher Software machen und DANN idealerweise offiziell kompatibele Hardware aussuchen (gerade NICs, RAID Controller / HBAs, etc)...

Das spart die ersten Kopfwehschübe, gerade wenn die Softwarelösung enterprise-lastiger ausfällt
 
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