Grundlagenartikel Nachteile des Onboard-Sounds - Einfluss von Grafikkarte, Kopfhörerempfindlichkeit und Motherboardlayout | igorsLAB

Igor Wallossek

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Igor Wallossek submitted a new blog post
Warum ich den Onboard-Sound auf vielen Motherboards für schlecht oder zumindest nicht optimal halte, will ich in dieser Analyse gern im Detail erklären. Die üblichen Tests (und das Marketing) fokussieren sich meist nur auf den DAC und die Codecs, eiern aber am eigentlichen Problem geschmeidig vorbei. Was haben gute Kopfhörer, eine potente Grafikkarte, ein mittelpreisiges Mainboard, ein Oszillograph, ein sehr gutes Multimeter und ein Satz geschulter Ohren miteinander zu tun? Finden wir's raus!

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geist4711

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im prinziep haben beide recht, die die denken 'wir haben ja ws gutes' und die die meinen 'es braucht eine bessere karte wil es klingt schlimm'.
oft sind die chips nämlich wirklich gut oder ausreichend, aber die 'umgebung' in der sie laufen sollen und unter den gegebenheiten wo sie laufen sind oftmals so das alles gute wieder kaputt gemacht wird.

beispiel:
hatte ein board mit 'extra hochwertig audio onboard' also ein creative-chip mit tollen condensatoren usw.
in der praxis hörte man die maus schon auf dem desktop reinsteuern wenn man sie bewegt hat und die treiber waren 'spezielle' abgespeckte und die orginal vom chiphersteller liefen nicht dank 'branding' oder weiss was ich, es ging jedenfalls nur die vom mainboardhersteller zu installieren.

unterm strich hatte man damit eine mieserabel laufende soundkarte mit mülliger software, 'dank' der art und weise wie layoutet wurde und welche treiber möglich waren, da war ein vorheriges board ohne 'audio' und mit recht altem mediatek chip um welten besser, ganz zu schweigen von sowas wie guten alten AWE32, oder heutigen xonar-DX, sb-live oder audigy-2
 

Bas3s3to

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Nutze auch lieber eine interne Soundkarte anstelle der Onboardlösung. Die Störgeräusche können echt nerven. Aktuell nutze ich noch immer eine Auzentech X-Fi Prelude 7.1 als PCI Karte. Wenn mal wieder eine neue interne Soundkarte anstehen sollte, da es kaum noch Mainboards mit PCI Steckplätzen gibt, wird es wahrscheinlich eine Asus Essence STX II 7.1 werden. Vielleicht steige ich dann aber auch komplett auf eine externe Lösung um.

Wo die gute alte AWE32 schon angesprochen wurde. Das war eine tolle Soundkarte und gleichzeitig auch die längste Karte die ich jemals ein einem PC eingebaut habe. Die war über 35cm lang und noch nach ISA-Standard gebaut. Musste dazu einen Kunststoffhalter in dem AT-Gehäuse entfernen, sonst hätte sie nicht gepasst. Die Einrichtung war immer eine Qual, da man IRQ und Interupts noch selber konfigurieren musste, was heute alles automatisch erfolgt. Das hat des öfteren zu Problemen geführt. Aber wenn alles lief kam nichts zu der Zeit an den Klang heran.

Von allen Soundkarten die ich bislang verwendet habe ist mir nur eine SoundBlaster Live! (erste Generation) nach langer Nutzung kaputt gegangen. Die funktionierte von einem Tag auf den anderen nicht mehr und gab keinen Ton mehr aus.

Ich habe immer die Soundkarte in den untersten Mainboard Steckplätzen betrieben. Oft war ganz einfach das Mainboardlayout dafür verantwortlich. Ganz zu Anfang waren die ISA Plätze unterhalb der PCI Plätze. Dann kam oberhalb der PCI Plätze der AGP Port, und die ISA Plätze verschwanden. Danach dann PCIe und die PCI Plätze wanderten nach unten. Dadurch ergab sich dann immer, dass die Soundkarte an unterster Stelle auf dem Mainboard verbaut wurde und somit den größtmöglichen Abstand zu CPU und GPU hatte.
 

Deridex

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@geist4711
Die Kunst ist es nicht nur einfach hochwertige Bauteile zu verbauen. Dies muss auch richtig gemacht werden.

Aus meiner Sicht:
1. Die Stromspitzen am PCIe-Slot mit einer Reihe Blockkondensatoren abfangen. Da hier ein relativ großer Frequenzbereich abgedeckt werden muss,ist hier pro Versorgung mit mehreren Kondensatoren zu rechnen
2. Die Massen sauber trennen. Die dürfen auch nicht so nah beieinander sein, dass eventuelle Flanken kapazitiv rüber koppeln.
3. Nach Möglichkeit auch eine räumliche Trennung zwischen Analogteil und Digitalteil. Auch hier mit ausreichend Abstand um ein kapazitives Überkoppeln zu vermeiden.
4. Sofern es die Baudraten und Busse erlauben, mit Serienwiderständen arbeiten, die die Flanken etwas entschärfen. Insbesondere auf der Busanbindung des Soundchips.
5. Auf PWM-Gedimmte RGB-Beleuchtung verzichten, oder die PWM-Frequenz so wählen, dass es definitiv nicht negativ im Klang auffallen kann.
6. Eine zusätzliche Schirmung ist die letzte Maßnahme, sofern die anderen nicht ausreichend sind

Wie zu sehen ist, ist das mit ziemlichen Aufwand verbunden. Ich kann mir vorstellen, dass man sowas auf einen höherwertigen ATX-Mainboard bei AM4 oder 1151 macht, wenn ein Hersteller bereit ist, nicht nur auf das Geld zu schauen. Aber bei ITX oder ähnlichen Formaten sehe ich da schwarz.
 

FfFCMAD

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Wer mir AWE32/ SB-Live! oder Audigys als Besser hinstellt, ist mir suspekt.

Die AWE32 waren, speziell je neuer die Revision, immer muelliger und abgespeckter. Die AWE64 war dann der naechste Schritt. Da gab es nur die Gold, die taugte. Und auch die rumorte und rauschte wie ein Wasserfall. Die AWE32 mit Vibra16-DSP sind zwar geraeuschmaeßig die besseren, aber haben einen funktional abgespeckten Mixer.

Die AWE32 ist sowieso eine Karte, die niemand braucht. Unter DOS quasi nur eine SB16, der EMU-8000 nur in wenigen Spielen nutzbar. Weil Creative so gern Geld spart. Fuer ein paar Spiele braucht es dann noch den ADPCM-Decoder, der nur auf wenigen SOundblasterkarten vorhanden ist.

Ich mochte meine AWE32 mit 32MB und Decoder, aber im Endeffekt war sie nur unter Win9x wirklich brauchbar einsetzbar. Und der Audigy haushoch unterlegen.

Die SB-Live! rauschte ebenfalls wie ein Wasserfall. Der DSP ließ es sich nicht nehmen, seine Rechenarbeit in der Soundausgabe zu hinterlassen. Speziell der Effekt-DSP der EMU-Reihe hatte, von dem EMU8000 bis zur letzten Version der Audigy, immer dieses Problem. Man kann den DSP arbeiten hoeren. Und da hilft auch ein Digitalausgang nichts. Denn das Geraeusch ist digital eingebracht.

Das klappt auch bei aelteren Synthesizern. Man kann, mit sensiblen Kopfhoerern, hoeren wann das Geraet am Ende der ADSR-Huellkurve angelangt ist und die Wiedergabe des Tons stoppt.

Ausgemerzt wurde das, zumindest bei den normalen Soundkarten, erst mit der X-FI.

Aso: Wer eine gute DOS-Soundkarte sucht, sollte eine terratec EWS 64XL in Erwaegung ziehen. Ist aber nichts fuer Ahnungslose und braucht Hirnschmalz. Dafuer ist aber MIDI-Wiedergabe, auch mit externen Synthesizern, unter DOS ueberhaupt kein Problem und man kann alles ueber einen Digitalausgang abgreifen.
 

Igor Wallossek

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Der Digitalteil modernerer Motherboards ist mittlerweile gut genug, um schätzungsweise 90% der Nutzer zu gefallen, sogar im Entry-Level. Die feinen Unterschiede muss man wirklich erst einmal hören können. Doch der analoge Teil ist für mich echt fast immer die Pein in Tüten. Da fehlt es wirklich an gescheiten Amps und ein höher Verstärkungsfaktor geht fast immer auch einher mit übermäßigen Rauschen und Übersprechen / Einstreuung. Prävention oder Abschirmung auf Teufel komm raus? Kostet beides Geld.

Ich hatte mal ein Dual-Sockel C32-Motherboard von Asus mit zwei Valencia-Opterons. Da hatte Asus KEINE Soundlösung direkt drauf, im Zubehör aber eine einfache PCIe-Steckkarte (x1). Da hat nichts geschrammelt oder gezipt, trotz 250 Watt Doppel-CPU-Power und zweier Workstation-Grafikkarten.
 

Locomotion

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ich hatte früher auch EWS64XL im Einsatz. Vor ungefähr fünf Jahren bin ich mit neuem Rechner auf externen KH Verstärker und guten Kopfhörer umgestiegen. Der KHV kann analog per Cinch mit dem Rechner oder per Schnittstellenkarten jeweils TOS-Link, USB 48 kHz oder USB 192 kHz Signale übernehmen und wiedergeben. Das einzige Problem was manchmal auftritt ist, dass sich der Treiber der USB 192 kHz Karte manchmal "aufhängt". Die USB Karte mit 48 kHz benötigt keinen expliziten Treiber. Soundtechnisch ist das, wie schon von Igor erwähnt, die beste Lösung. Der Geldbeutel sagt dann in welcher Preisklasse man das dann umsetzen kann.
Da es bei längeren Sitzungen mit Kopfhörer aber etwas unangenehm wird (drücken und schwitzen) habe ich jetzt meine "alten" nuPro A-200 an den Rechner angeschlossen. Geht auch wie beim KHV per USB, S/PDIF optisch, S/PDIF elektrisch sowie analog per Cinch-Eingang.
 

Igor Wallossek

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Der FiiO mit dem integrierten DAC ist ok, für den Preis gibt es auch kaum was Besseres. Einen Gain gibt#s auch - passt also. Und es ist PnP.
 

RevAngel

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Ich denke egal welche interne Lösung man verwendet, je nach System stößt man mehr oder weniger auf die Einflüsse aus der Nähe der Soundkarte. Und da die Hersteller eher gutes Marketing betreiben und weniger in praktische Erfahrungen Geld reinstecken sind externe Lösungen, also über USB z.B., die man getrennt und außerhalb seines Gehäuses einsetzen kann schon fast Pflicht für die Ohren.

Wer es nicht glaubt, einfach mal einen weißen Bildschirm aufmachen (leeres Dokument oder leere Browser-Seite), dann Kopfhörer auf, Lautstärke aufdrehen und die Maus bewegen. Oder einen Speichertest durchführen. Oder einen Virenscan durchführen. Und so weiter. Man hört es einfach. Immer.

Ich war nach Tests und längerem Verwenden interner Lösungen so enttäuscht das ich selbst versucht habe eine Abschirmung zu bauen. Hat teilweise schon mit einfachen Mitteln wie Alu- oder Kupferklebeband an den richtigen Stellen, geerdet übers Gehäuse, funktioniert. Aber nie ganz. Ich glaube die Frequenzen die an den Monitorausgängen oder in CPU oder RAM vorhanden sind bekommt man im Gehäuse nie ganz raus.

Mit weniger Erfolg habe ich von der billigsten China USB Soundlösung bis hin zum Gaming-Headset USB-DAC ziemlich viel durch. Die meisten nutzen eh den gleichen Cirrus Logic Chipsatz, was mich ehrlich gesagt nicht mal gewundert hat. Aber gut klingen? Von grausam bis schon auf niedrigster Lautstärke übersteuernd klingend war alles dabei.

Wie schon geschrieben hatte ich meine ersten Erfolge mit dem VT1630A Chipsatz. Ich hatte den VT2021 auf meinem Mainboard. Technisch gesehen Klassen höher. Aber mit nicht wegzubekommenden Störgeräuschen.

Danach habe ich mich auf dem Chinesischen Markt bei eBay und Aliexpress nach USB DAC's umgesehen. Da kann man recht einfache Lösungen schon für wenig Geld bekommen, allerdings sind viele davon "Wundertüten" von denen man die Finger lassen sollte.

Ich nutze schon seit längerem eine Lösung die gut mit meinem AMP zusammen arbeitet aus einem PCM5102 und einer XMOS USB/i2s bridge. Sehr linearer Klang am line, der TDA1308 Kopfhörerverstärker funktioniert auch mit niedrig- und hochohmigen Kopfhörern sehr gut. Und das trotz der Tatsache, das der PCM5102 einen "bug" hat der zusammengefasst zu laute Signale speichert und weiter wiedergibt. Ist bei mir nie aufgetreten, vielleicht hat man das treiberseitig auch beseitigt.

Wer mehr Bass und einen weniger linearen, lieber weicheren Klang bevorzugt kann nach einer Kombination aus XMOS USB/i2s bridge und dem AK4490 oder dem DSD1796 Chip fündig werden. Da mir der Klang aber zu weich war habe ich wieder den PCM5102 verwendet.

Als mir noch unbekannter DAC ist noch der DSD1792 hinzu gekommen.

Diese DAC-Versionen sind zwischen 46 und 100 Euro zu haben. (eBay: "USB XMOS 32bit" und den jeweiligen Sound-DAC, also "PCM5102", "AK4490" oder "DSD1796" oder "DSD1792" -"raspberry" suchen, Häckchen bei "Beschreibung einschließen" an.)

Wer viel unterwegs ist und ein analoges Signal benötigt kann auch mal nach dem Encore MDSD schauen. Winziges Teil mit erstaunlich gutem Klang, etwas Bassverstärkend, im Rest sehr linear. Ab 106€ bei eBay.

Ebay-Suche nach USB-DAC

Unter Linux brauchen die vorher genannten DAC's mit einigermaßen aktuellem Kernel keine gesonderten Treiber. Unter Windows schon. Oder den generalisierten USB Audio Class 2 Treiber.

Wer Spiele mit vielen gleichzeitigen Audioquellen spielt kann ich zumindest die Varianten mit dem XMOS USB/i2s Chip empfehlen. Ich habe festgestellt das, obwohl die Berechnung der Sounds ja CPU-Seitig statt findet, nicht alle USB-Soundkarten mit der Datenlatenz zurecht kommen und dann Aussetzer oder Knacken verursachen können. Da der XMOS-Chip für den Einsatz als reine USB/i2s Bridge eigentlich hoffnungslos unterfordert ist kommt er auch mit vielen Audioquellen von Spielen gut klar. Das genaue "warum" übersteigt da aber mein Verständnis.

Kommt alle gut ins neue Jahr und tut Euren Ohren was Gutes!
 
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kermit_nc

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Ich sehe den Artikel mit gemischten Gefühlen. Es ist richtig das dieses Thema bei den Herstellern von MB etwas unterschlagen wird. Aber es hätte gut getan, bei einem EMV Labor vorbei zu schauen, bevor dieser Artikel "on" geht.
Ich hab im EMV Labor schon einige Überraschungen erlebt ...
https://emcfastpass.com/emc-testing-beginners-guide/emissions/

Z.B. ist bei der Soundkarte erstmal nichts zu beanstanden. Der Deckel bietet keinerlei Schutz gegen Einstrahlung. Eher zur Wärmeabfuhr und zum verbergen verbauter Komponenten. Auf der Unterseite ist eine geschlossene Kupferschicht zu sehen, d.h. die Schirmung wird über Mehrlagentechnik hergestellt. Im HF Bereich wirkt die Versorgungsspannung als Schild. Es ist denkbar, das der Hersteller die Signalleitungen zwischen den Masse und Versorgungslagen gepackt hat. Allerdings ist dies aufwändig und teuer. So komme ich auch zu den Motherboards, die ja schon in Mehrlagentechnik produziert werden. Einen Bereich zu reservieren, die sich nur mit Audio beschäftigt ist deutlich teurer, als die Komponenten die verwendet werden (Aufbau in Lagen, eigenes Netzteil ...). Dieser Aufwand wird hier nicht betrieben, sondern nur die HighEnd-Komponenten beworben. Dass deren Leistung durch die einfache Umsetzung zunichte gemacht wird, merkt keiner.

Komme ich zum Weg der Störung in Audio-Wiedergabe:
Der Versorgungspannungsdurchgriff (PSRR) eines realen OP ist typ. 100.000 (bei einem gebräuchlichen DAC ist die PSRR >50dB) somit kann erstmal die Versorgungsspannung der OP ausgeschlossen werden. Die OP werden meist als TP Filter eingesetzt, um das Sampling-Rauschen zu filtern (--> Gain <5). Da bringen auch goldene Japan Elkos keinen Mehrwert. Der Einfluss der GraKa findet am ehesten auf den Signalleitungen zwischen DAC und OP statt.
Es ist üblich den Digital-Anteil vom analogen zu trennen und die Bezugspunkte zwischen analog und digital nur an einem Punkt zu verbinden. Auch eine mangelhafte Auslegung der Versorgungsspannung(en) kann als Ursache eine Rolle spielen, da dann Layer, die "HF-mäßig" ground Potential haben sollten dann als Antenne fungieren (schlechter bzw. einseitiger Schirm auf Leitungen wirken dann auch als Antenne).
Die Störungen, die ich mir einfange, müssen auch über Erde auch abgeleitet werden, da diese nicht einfach so verschwinden.
Denkbar wäre ein Einstrahlen der HF (PWM(fest)+Regelfrequenz(variabel) auf die Audio-Leitungen, die an den nichtlinearen Elementen de moduliert werden. Somit bleibt die Regelfrequenz übrig. Frequenzen können ab Struktur >= Wellenlänge/10 abgestrahlt werden.
Im Normalfall sollte dieser Frequenzbereich im Bereich conducted emissions liegen, da es große Strukturen benötigt, um die fraglichen Frequenzen abzustrahlen. Daher spricht auch eine kapazitive Kopplung, zwischen den Leiterkarten, als Ursache.

Aus eigener Erfahrung:
Ich baue und messe meine Lautsprecher selber. Für das Musikhören und Messen habe ich mit der internen Soundkarte angefangen. Als DAC habe ich einen alten AV Receiver (Sony STR-DG500) verwendet und musste feststellen, dass der Digitalausgang einen sehr hohen Jitter aufweist. Daher habe ich eine Xi-Fi Extreme Audio bei Ebay erstanden, die einen deutlich stabileren Digital-Ausgang aufweist. Die Unterschiede sind deutlich hörbar. Auch habe ich zwischenzeitlich den HiFime Xabre 9018 (USB DAC für kleines Geld) erfolgreich getestet.
An einem 2. Rechner habe ich eine Xonar DG, die aber nur mit Digitalausgang verwendet werden kann, da die Arbeit der GraKa sehr deutlich auf den Analog-Ausgängen zu hören ist. In einem Forum wird eine Modifikation der Versorgungsspannung beschrieben, da diese nach Aussage des Autors gravierende Mängel aufweist.
Nach der Fertigstellung meiner 4Kanal Endstufe (4x SymAsym) ist jetzt ein Kopfhörerverstärker auf meiner Liste. Nach längerem Wühlen im Netz wird es wahrscheinlich der AMB m3.

Ich wünsche noch eine erfolgreiche Suche nach der Ursache und stehe auch für Rückfragen zur Verfügung.

Gruß
 

Igor Wallossek

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Du darfst sicher sein, dass ich das Thema EMI-Labor nicht unberücksichtig gelassen habe, zumal ich mittlerweile bei drei Grafikkartenherstellern im EMI-Messbereich war (von denen zwei übrigens auch Mainboards produzieren). Die interessiert der NF- und HF-Bereich aber leider überhaupt nicht. :)

Aber... Die eigentliche Problematik der üblichen Messaufbauten ist der Abstand. Fern- bzw. Freifeld, wie es in den üblichen Kammern zum Einsatz kommt, nutzt uns da recht wenig. Wir bewegen uns hier im absoluten Nahfeld, da gelten durchaus noch ganz andere Regeln, leider. Der relevante Frequenzbereich liegt bei den meisten Grafikkarten so bei maximal 500 KHz, meist noch deutlich darunter (330 bis 400 Khz). Zuzüglich der Oberwellen und diverser Mischprodukte. Die PWM-Nodes werden ja phasenversetzt gespeist und das auch mit unterschiedlichen Strömstärken auf den jeweiligen Rails. Allein die Fläche der stromführenden Leiterbahnen zwischen VR und GPU beträgt in der Summe ja nach Modell mehrere cm².

Die einfachen Platinen der Motherboards nutzen nur ganze vier Layer, mittelpreisige, wie das hier getestete, immerhin derer sechs. Zehn Layer sind die Ausnahme. Das Thema ist übrigens extrem komplex und ich habe auch schon SI kontaktiert, um deren Erfahrungen zu hinterfragen. Bei manchen Boards passieren (nur) in bestimmten Gehäusen durchaus interessante Dinge. Am I/O-Shield knatterte es beispielsweise, am Front-Panel nicht. Oder andersherum. Wer das Front-Panel nicht nutzt, sollte es zudem besser nicht am Motherboard anschließen, wenn die Schirmung der Kabel und der Platine Schrott sind.

Stoff genug für Follow-Ups, denn es wird garantiert nicht der letzte Artikel zu diesem Thema gewesen sein. :)

Ich bin auch bereits im Kontakt mit anderen Lesern und für jede kompetente Hilfe und Unterstützung dankbar. Wir können uns also gern einmal unterhalten. Es gibt hier ja auch eine PN-Funktion und zur Not auch Telefone. Und wir müssen immer daran denken, alle Leser mitzunehmen und verständlich zu bleiben. :)
 

RevAngel

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Daumen Hoch für die gute Antwort!

Da wohl keiner von uns Nutzern die Möglichkeiten oder die Zeit hat das Thema so genau zu testen bleibt bei uns nur die Praxis übrig. Das kann man auch an den vielen Threads außerhalb dieses Forums über Soundkarten und Onboard-Lösungen gut sehen. Also verlässt man sich auf Herstellerangaben zu Dynamik und SNR? Oder glaubt man "Hörtests" von Menschen, die Ihre Investition von hunderten oder tausenden von Euros im Web rechtfertigen wollen? Das klappt in der Praxis zu 0%! Da finde ich die Erklärungen von Igor mal erfrischend klärend und hilfreich!

Für die Praxis zum aktuellen Zeitpunkt bedeutet das für uns Nutzer, das die Soundkarte aus dem Gehäuse muss. Oder das das zumindest die praktikabelste und einfachste Lösung ist. Ab da kommt es nur darauf an, ob der BUS über den der Anschluss realisiert wird nicht zu überladen und mit wenig restwelligem, störungsfreiem Strom versorgt wird und das bei der externen Soundlösung nicht am Board-Design gepfuscht wurde. Und die gewünschten Chips, über die man gute Herstellerinformationen und Praxisinformationen im Web findet drin sind.

Wer nicht, wie ich, eine ganze Kiste mit internen und externen Soundkarten bei sich vergammeln lassen will und wer nicht die Zeit, das Geld und die Nerven dafür aufwenden will sucht und findet Hilfe im Web. Wie in diesem Thread. Also hoffentlich. Daher finde ich Igors Idee und Durchführung zu diesem Thema wirklich gut und wichtig für alle Nutzer die nicht den Willen oder die Ressourcen haben immer wieder abgetretene Wege noch einmal zu gehen.

Im Idealfall findet durch diesen Thread ein oder mehrere Nutzer für sich beim ersten Versuch eine wirklich praktisch gute Lösung.

In meiner Welt ist diese Verbreitung von Wissen und Erfahrung aus der Praxis in Kombination das Ideal um unnötige Verschwendung von Zeit und Ressourcen von uns Konsumenten zu verhindern und Märkte ggf. so zum etwas positiverem zu verändern. Dafür müssen halt andere Testen und Probieren. Daher mein Dank an Igor für die eingesetzte Zeit und Ressourcen!

Gruß
 

arcDaniel

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Ich bin hier ein bisschen Überfordert :) Aber auch auf der suche ein besser Klangerlebnis zu bekommen.

Ich hatte vor ein paar Jahren die Denon Ceol Carino hier, welche einen DAC also eine Externe Soundkarte enthalten. Diese Lautsprecher ware nicht die Lautesten, brauche ich aber auch nicht. Aber wenn sie liefen, hatten sie eine klasse Klang und ganz wichtig es wirkte nicht, als würde die Musik aus Richtung der Lautsprecher kommen. Die Musik war einfach im Raum.

Wegen einem Defekt, ein Lautsprecher hatte ein permanentens Knistern, wenn keine Musik lief, musst ich sie zurückgeben. Leider habe ich bis jetzt nichts vergleichbares gefunden. Gerade bei der Grösse.

Sorry aber ich möchte keine Monster Lautsprecher auf meinem Bürotisch stehen haben.

Bei meinen Aktuellen bescheidenen Lautsprechern, Creative T40 II, klingen diese zwar ok, habe aber nicht das Gefühl, wie bei den Denon. Der Klang klingt nicht so Glas-Klar und man merkt sehr stark die Richtung der Musik.

Hängt es nun an den Lautsprechern selbst oder doch an der On-Board Soundlösung. Habe ein Crosshair 6 Hero.
 

kermit_nc

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Ich bin hier ein bisschen Überfordert :) Aber auch auf der suche ein besser Klangerlebnis zu bekommen.

Ich hatte vor ein paar Jahren die Denon Ceol Carino hier, welche einen DAC also eine Externe Soundkarte enthalten. Diese Lautsprecher ware nicht die Lautesten, brauche ich aber auch nicht. Aber wenn sie liefen, hatten sie eine klasse Klang und ganz wichtig es wirkte nicht, als würde die Musik aus Richtung der Lautsprecher kommen. Die Musik war einfach im Raum.

Wegen einem Defekt, ein Lautsprecher hatte ein permanentens Knistern, wenn keine Musik lief, musst ich sie zurückgeben. Leider habe ich bis jetzt nichts vergleichbares gefunden. Gerade bei der Grösse.

Sorry aber ich möchte keine Monster Lautsprecher auf meinem Bürotisch stehen haben.

Bei meinen Aktuellen bescheidenen Lautsprechern, Creative T40 II, klingen diese zwar ok, habe aber nicht das Gefühl, wie bei den Denon. Der Klang klingt nicht so Glas-Klar und man merkt sehr stark die Richtung der Musik.

Hängt es nun an den Lautsprechern selbst oder doch an der On-Board Soundlösung. Habe ein Crosshair 6 Hero.

Mit ein wenig Bastelarbeit hätte ich eine Lösung parat.
Für meinen PC habe ich in Ikea Übertöpfe einen LoCost Koax eingebaut, der zwingend einen Subwoofer benötigt. Mittlerweile habe ich meine 10 cm Monitore wieder zurück, die einen außerordentlichen Klang haben und auch ohne sub auskommen. Als DAC verwende ich einen AV Receiver, den ich bei der Bucht für 26eur + Versand geschossen habe oder meinen hifime xabre 9018 USB DAC mit meinem modifizierten Sony Verstärker.
Ursache für sehr dünn klingenden Sound sind z.B. 5-20ct OP oder Schaltverstärker im 1€ Bereich die mit unter eine geringe Dynamik aufweisen.
Falls Interesse besteht, einfach eine PN an mich schicken.
IMG_20181230_131017.jpg IMG_20181230_131412.jpg
 

arcDaniel

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Leider zu wenig Zeit um sowas zu basteln. Ich habe hier noch ne menge andere Projekte, welche nicht voran kommen ;-)

Im Moment hoffe ich auf die Soundgil Cube, diese klingen sehr interessant.
 

Igor Wallossek

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Wenn Caseking über eine der eigenen Marken die Distribution übernimmt, wirst Du die aber unter 1000 Euro sicher nicht bekommen. Das ist dann schon richtig teuer.

Soweit ich weiß, will Nubert nächstes Jahr noch kleinere Aktivlautsprecher nachschieben. Außerdem kann man durchaus überlegen, Passivlautsprecher und einen passenenden Amp mit DAC zu verwenden. Es gibt sehr gute und kleine Passiv-Würfel, die auch auf den Desktop passen. Viele davon mit Koax-Speakern, damit die Höhen nicht zu kurz kommen :)
 
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