Grundlagenartikel Grundlagen der Elektronikentwicklung einfach erklärt: vom Schaltplan bis zur Leiterplatte | Praxiswissen

Igor Wallossek

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Dieser Artikel soll einen groben Überblick darüber geben, wie eine Elektronik-Entwicklung in etwa abläuft. Da eine Entwicklung insgesamt doch etwas sehr Kompliziertes ist, soll der Artikel hier nur stark vereinfacht den Ablauf eine Entwicklung im Elektronikbereich erklären. Alles andere würde wohl in einem dicken und für den laien langweiligen Buch enden. Und da wir ja genau das nicht wollen, habe ich zunächst als Übersicht eine Schema über einen klassischen Entwicklungsablauf erstellt. Quasi als Einführung und spätere Orientierungshilfe.




>>> Hier geht es zum Original-Artikel <<<
 

Andy

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Danke für diesen interessanten Einblick in die Elektronikentwicklung.
 

My-konos

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Besten Dank für den Einblick. Gerade das Thema mit dem Aufbau der Leiterplatten finde ich äußerst spannend.
Zudem ist es schön zu sehen, dass sich die Elektroniker mit den gleichen Schwierigkeiten herumschlagen müssen, wie wir Mechanik-Spastis. :D

Ein paar Anmerkungen noch dazu:
- Lastenhefte werden häufig nur noch mit jur. Rechtsbeistand freigegeben.
- die Entwicklung dann eben mal fertigen lassen, ist nicht. Der Kunde will was, Vertrieb verspricht was, Konstruktion bastelt es irgendwie zusammen, Anwedungstechnik rechnet es halbwegs schön und am Ende kommt die Fertigung und muss leider wieder allen erzählen, dass das so nicht herstellbar ist und/oder extremst teuer.
- Werkzeuge sind im Bereich Serien / Massenproduktion mittlerweile der Kostenfaktor schlecht hin. Kunststoffspritzgusswerkzeuge wie in diesem Fall als Beispiel bekommt man nicht für ein paar tausend Euro - gerade bei größeren Bauteile mit speziellen Oberflächen / Eigenschaften geht's in die Millionen. Da will sich keiner einen Bock erlauben.
- Das größte Problem bei der Entwicklung ist das fehlende Verständnis der Beteiligten für den jeweils anderen. Keiner ist perfekt, aber da wird so viel Schindluder getrieben, dass es teilweise keinen Spaß mehr macht, da man nur noch als Spielverderber auftritt. Aus meiner Erfahrung ist da der Vertrieb die Fehlerquelle Nr. 1 und die Abstimmung zum Kunden hin (da kein direkter Kontakt zwischen den Fachabteilungen von Kunde und Lieferant besteht). Wenn sich technischer Vertrieb, technischer Einkauf, key account manager, o.ä unterhalten, ist es als wenn sich Blinde über die Farbe des Himmels unterhalten (O-Ton Leiter Entwicklung).



Shit ganz vergessen:

Bei dem Layout der Leiterplatten kann ich nun als Laie auf den ersten Blick nur erkennen, dass da exterem viel durch viele layer durchgestochen / verbunden wird. Dass man hier bestimmte Verbindungen überall hat (bspw Masse oder ne 5V-Schiene), versteh ich, aber das scheint doch extrem viel zu sein, was alles über den gleichen layer Kontakt hat. Oder bin ich nur blind und seh das auf dem Handy nicht, dass da isoliert wird?
Kenne das aus dem Bereich Schaltschrank mit SPS.
 
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Deridex

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@My-konos
Danke für dein Feedback (y)

Du hast recht: Wenn die Abteilungen nicht zusammen arbeiten kommt nur Mist raus. Ich hoffe es ist mir irgendwie gelungen, das ausreichend zu betonen. Ich persöhnlich bin der Meinung, dass man jedem sein Gebiet lassen und respektieren, aber dennoch gut zusammenarbeiten muss.

Lastenhefte mit juristischer Freigabe sind mir glücklicherweise noch nicht (bewusst) unter gekommen.

Vielleicht habe ich bei den Werkzeugkosten zu tief gestapelt. In dem Bereich in dem ich arbeite, sind mirbisher nur Werkzeugkosten im Kiloeurobereich begegnet.

Ich bin bewusst nicht auf die Fertigung, Produktion, Vertrieb usw. eingegangen, da das eher Firmenpolitik und Abteilungsstreitereien sind. Erfahrungsgemäß werden diese mit zunehmender Firmengröße immer schlimmer. Der Wahnsinn da fällt stellenweise schon unter die Kategorie "Für eine Sitcom geeignet".

Was das Layout angeht:
Auch das ist bewusst oberflächlich gehalten. Aus den ganzen Infos da könnte ich einen eigenen Artikel machen.
 
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Sehr interessanter Artikel, danke dafür.
Was mich interessieren würde, wäre:
Warum gibt es "geschwungene sinusförmige" Leiterbahnen?

Eigenerklärung für mich sind Signalwege und resultierende Laufzeiten daraus.
Also, dass alle Signale gleichzeitig ankommen.
 

My-konos

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Du hast recht: Wenn die Abteilungen nicht zusammen arbeiten kommt nur Mist raus. Ich hoffe es ist mir irgendwie gelungen, das ausreichend zu betonen. Ich persöhnlich bin der Meinung, dass man jedem sein Gebiet lassen und respektieren, aber dennoch gut zusammenarbeiten muss.

Lastenhefte mit juristischer Freigabe sind mir glücklicherweise noch nicht (bewusst) unter gekommen.

Vielleicht habe ich bei den Werkzeugkosten zu tief gestapelt. In dem Bereich in dem ich arbeite, sind mirbisher nur Werkzeugkosten im Kiloeurobereich begegnet.

Ich bin bewusst nicht auf die Fertigung, Produktion, Vertrieb usw. eingegangen, da das eher Firmenpolitik und Abteilungsstreitereien sind. Erfahrungsgemäß werden diese mit zunehmender Firmengröße immer schlimmer. Der Wahnsinn da fällt stellenweise schon unter die Kategorie "Für eine Sitcom geeignet".

Was das Layout angeht:
Auch das ist bewusst oberflächlich gehalten. Aus den ganzen Infos da könnte ich einen eigenen Artikel machen.
Das sollte weis Gott nicht arrogant klinge. Ich bin echt der letzte, der Klugscheißer spielen darf. 😂

Allerdings hab ich es mir echt versucht anzugewöhnen, bei Themen, von denen ich keine Ahnung habe, möglichst die Klappe zu halten. Ich würde bspw niemals in die Vertragsdetails zwischen Kunde und Lieferant hineinquatschen; das gäbe ein Chaos ohne Ende.
Ich bin nur häufiger enttäuscht, dass so viel versprochen wird, was, wie du schon richtig geschrieben hast, physikalisch / technisch nicht möglich ist und dann heißt es schnell wieder, die Ingenieure sind zu blöd dazu. Nur weil jemand sich kein Feedback einholt. Hab das alles schon mehrmals erlebt und was dann manche in 5.min zerlegen, muss ich in Wochen wieder aufbauen. Gerade erst wieder mit einem Kunden aus Frankreich erlebt.

Lastenhefte werden nicht immer so gestaltet, aber es gibt es dann schon bei uns, dass EK und Rechtsabteilung drüber schauen: nicht wegen dem Inhalt der Forderung, sondern bzgl Formulierung und Ausschließbarkeit.

Die WZ-Kosten kommen bei mir jetzt aus dem automotive Bereich. Ist nun auch ein extremes Beispiel, da diese Gehäuse / Deckel zusätzlich spezielle Funktionen haben und nicht nur als Abdeckung dienen.

Wie sieht es bei euch in der Fertigung dann mit Coating und Sauberkeit aus? Was hat man da für Anforderungen in dem Bereich?
 

Deridex

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Keine Angst, ich habe da nix negativ aufgefasst, sondern sehe das eher als konstruktive Kritik ;)


Was deine Fragen angeht: Da kann ich kaum mitreden. Ich habe von der Mechanik nur sehr begrenzt Ahnung (Ich hoffe ich habe nicht einen anderen Eindruck erweckt). Ich kenne eigentlich nur das was man in der Zusammenarbeit oder als Projektleiter erfährt.
 

Igor Wallossek

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Software-Pflichtenhefte lesen sich auch fast wie das Strafgesetzbuch :D
 

Besterino

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Software-Pflichtenhefte lesen sich auch fast wie das Strafgesetzbuch :D

Zurecht. :D Mal im Ernst: da geht’s m.E. teilweise schlimmer zu als beim Bau. Da passen Bedarf, Leistungsversprechen und Preis so oft nicht zusammen, kein Wunder dass es dann Zoff gibt. Und wenn man jetzt so toll „agil“ alles macht, wird das gerne als Begründung vorgeschoben, dass so ein Lastenheft doch völlig doof ist und sich das schon im laufenden Projekt ergibt blablabla... am Ende zählt aber leider doch das Ergebnis. Und wenn das nicht passt, ist das halt Kacke - agil oder nicht. ;)

Ich möchte auch nicht den Vertrieb nur als den Buh-Mann stehenlassen: man kann die Versprechen ggü. dem Kunden auch als Innovationsdruck sehen.

Wenn man nur verkauft, was da ist, gibt’s nix Neues.

Wenn man nur verkauft, was einem die Entwickler/Produktion usw. als „gut machbar“ freigeben, kommen diese Bereiche auch nicht aus der Komfortzone heraus und müssen mal Hirn anwerfen und kreativ werden.

Wenn man nur verkauft, was die eigene Mannschaft verkaufen will, bekommt man den realen Bedarf da draußen nicht mit (NOKIA anyone?).

Ich bin kein Vertriebler, aber es ist schon was dran an dem Spruch „nur mit Druck wird aus Kohle Diamant.“. :p
 

Deridex

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Oft ist wirklich fehlende Kommunikation das Problem. Aber spätestens wenn das Lastenheft auf dem Pflichtenheft basiert, ist etwas schief gelaufen 🤣
 

Igor Wallossek

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Aber spätestens wenn das Lastenheft auf dem Pflichtenheft basiert, ist etwas schief gelaufen 🤣
Der ist böse, aber gut.

Tja, ich hatte gerade bei der Software stets die Haftungsfrage im Nacken. Industrieanlage, Gesamtinvestitionssumme über 30 Mio und dann kommt ein pissiger Softwarefehler und crackt (a) einen Teil der Werkzeuge, sorgt (b) für Ausschuss und/oder legt (c) die Produktion lahm. Da ist man innerhalb nur weniger Tage schnell mal im sechsstelligen Schadensbereich. Oder man übersieht etwas und fährt die Anlage in den ungeplanten Verschleiß.

Manche Kunden verstehen auch nicht, warum man Taktungen nicht endlos erhöhen kann, auch wenn es physikalisch auf den Anlagen gerade noch machbar wäre. Da kommen dann z.B. Schienenwege auf dem Hof zu den Autoklaven für die Dampfhärtung. Fährt man zu schnell, verlieren die Presslinge die Form oder so ein Wagen kippt auch schon mal aus der Kurve. Erkläre das mal so einem Schreibtisch-Horst. Die schreiben in die Lastenhefte Zeug, dass man echt bekloppt werden könnte. Wunsch vs. Realität. Die halten Fliehkraft für die Bemessungsgrundlage für Knastmauern. :D
 

Deridex

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Ich glaube das hatte ich eh recht gut drin stehen :D
 

Tesetilaro

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ich hatte son Ding - da hat meine alte Firma für nen Kunden eine Sonderlocke entwickelt - basierend auf nem Standardbauteil...

Ich war die arme Sau zwischen den Stühlen, technischer Vretrieb und Projektleiter in Personalunion - in der Kurzfassung - ich habe dem Kunden das Pflichtenheft weggenommen, selbst von deutsch auf englisch übersetzt & die Versionierung gepflegt - dem PM die Hoheit übers Datenblatt geklaut - mit der Entwicklung abgestimmt - sichergestellt - das Datenblatt und Pflichtenheft das gleiche sagen und irgendwann wurde ein Auftrag drauss...

Beliebter war ich danach nicht - aber das Projekt hat funktioniert :p
 

Deridex

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Ich finde es interessant, wie sehr sich die Erfahrungen ähneln. Was meine angeht: Der Spruch von mir, den Igor gequoted hat, kommt nicht von ungefähr :D
 
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